30. September 2011

FDP. Ein Grund, die Partei nicht zu wählen

Nach Äußerungen von FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn zum Schulfach Religion hat sich die Regierung erneut zum Islam-Unterricht bekannt. "In Sachen Islam-Unterricht gibt es in der Regierungskoalition keine Kontroverse", sagte Regierungssprecher Michael Bußer am Wochenende.

Es ist schon ok, daß die FDP den Bach runtergeht.

Und ein Grund, warum man die CDU ebenfalls nicht wählen sollte.

28. September 2011

Frankreich. Ein kleines Mädchen stirbt durch einen Fußtritt

In meiner Provinzzeitung L'indépendant ist auf Seite 14, unter Société, Gesellschaft, ein Artikel zu lesen mit der Überschrift Une fillette meurt d'un coup de pied. Ein kleines Mädchen stirbt an einem Fußtritt. Da ich den Artikel online nicht finde, gebe ich bei Google.fr ein "une fillette meurt" und bekomme die entsetzlichsten Todesarten nach Schwerpunkten serviert: vergessen (1 840 000 Angebote), vergessen in einem Auto (3 890 000 Angebote), erstickt von der Python der Familie (43 000 Angebote). "Une fillette meurt d'un coup" bringt 4 750 000 Angebote, L'Indépendant ist nicht auf den ersten Seiten. L'Alsace.fr titelt: Une fillette meurt d'un coup de pied au thorax porté par un camarade. Ein kleines Mädchen stirbt durch einen Fußtritt eines Mitschülers in den Brustkorb.

Update, vom 29. September 2011: Mit jeder verstreichenden Stunde wird die Tat des neunjährigen Jungen, des "Aggressors", mehr zum Drama, zu dem niemand etwas kann. Der Bürgermeister, Arzt für Allgemeinmedizin, weiß, daß der Tod nicht herrühren kann von dem Fußtritt. Der Name des Mädchens ist Tylane, wie der Junge heißt? Man darf raten: Entweder heißt er Mohammed und ist Muslim, oder François, und er ist der Sohn einer bekannten Persönlichkeit des Ortes.

Während France Soir es nicht für nötig hält, den Vornamen des Opfers korrekt zu schreiben, macht sich das Blatt große Sorgen um den Täter: Que risque l'agresseur ? Was steht für den Angreifer auf dem Spiel?

Leschana towa - Ein gutes Neues Jahr

27. September 2011

Palästinenserstaat. Auftritt vor der UNO als offizieller Auftakt zur Intifada III

Es ist zwei Jahre her, da die Schwesterpartei [sic!] der europäischen Sozialisten Al Fatah einen Kongreß in Bethlehem abhält. 2 200 Delegierte nehmen daran teil. Über den Verlauf berichtet Figaro-Korrespondent Adrien Jaulmes voller Begeisterung: Alte Kameraden liegen sich in den Armen, man gedenkt der gemeinsamen Kämpfe zur Befreiung Palästinas. Damit ist nicht der Übergang des Westjordanlandes und Gazas an die Araber gemeint, sondern die Vernichtung des Staates Israel. Die Strategie nach dem verlorenen Jom Kippur-Krieg, der letzten konzertierten Operation der arabischen Staaten, wird vorgegeben im Phased Plan, vom 9. Juni 1974. Dessen Gültigkeit hat der PLO-Vorsitzende Yasser Arafat keine zwei Wochen vor der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung (Oslo I), vom 13. September 1993, gegenüber Radio Monte Carlo bekräftigt: Die "historische Übereinkunft [Oslo I], 'wird eine Grundlage sein für einen unabhängigen palästinensischen Staat im Einklang mit der Resolution des Nationalrats, von 1974 ... Die PNC Resolution von 1974 sieht vor, auf welchem Teil des palästinensischen Bodens auch immer, von dem Israel sich zurückzieht, oder der befreit wurde, eine nationale Befehlsgewalt zu errichten.' "

24. September 2011

UN-Resolution 181. Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erklären in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu fühlen. Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenkönigs Abdul Aziz Al Saud "behält sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm für angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". Mr. Jarnali, Irak, erklärt: "Der Irak erkennt die Gültigkeit dieser Entscheidung nicht an und behält sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor." Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, für sie verantwortlich zu sein. Mögen die Folgen über andere kommen, nicht über uns." Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen ergänzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits früher erklärt, daß der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verstößt. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu fühlen. Die Regierung des Jemen behält sich die Freiheit von Maßnahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor."

Die Antwort im Wortlaut:

23. September 2011

Hans Erler: Zur Aktualität des Judentums

Seit der Veröffentlichung des Buches von Hans Erler Judentum und Sozialdemokratie. Das antiäutoritäre Fundament der SPD sind zweieinhalb Jahre vergangen, in denen die SPD nicht aufgefallen ist durch etwaige Bindungen an das Judentum. Man kann davon ausgehen, daß die Interessen der Juden an einer Würdigung ihrer Rolle in der und für die SPD auch weiterhin von aufrechten Nichtjuden wie Hans Erler vertreten werden müssen, sage ich in meiner Rezension, voraus, aber ich gebe zu, daß es dazu nicht viel braucht. Wer die Angriffe des Bundesvorstands der SPD samt Beantragung des Parteiausschlußverfahrens gegen Thilo Sarrazin erlebt hat, der wird nichts anderes konstatieren können als die Selbstvergessenheit einer einstmals der Wirklichkeit des Lebens zugewandten Partei, deren Vorstand heute nur noch auf die Rückgewinnung der Regierungsmacht orientiert ist: rosarote Leere, in der auch der winzigste Hinweis auf das Judentum keinen Platz hat.

22. September 2011

Frankreich. Luc Ferry seul sous la douche glacée

La chronique de Luc Ferry. La Libye, pendant que la gauche fait la causette.

L'annonce faite par le Conseil national de transition que la charia servirait tout naturellement de base à l`édification du nouveau régime a fait, avouons-le, l'effet d'une douche glacée.

Die Ankündigung durch den Nationalen Übergangsrat [Libyens], daß die Scharia ganz natürlich die Grundlage für den Aufbau einer neuen Regierung sei, hat, gestehen wir es, die Wirkung einer kalten Dusche gehabt.

Wie ignorant muß einer in Frankreich sein, um Minister für das Schul- und Hochschulwesen sowie Chronist des Figaro zu werden?

Combien de l'ignorance faut il en France pour devenir Ministre de l'Éducation nationale ainsi que chroniqueur du Figaro ?

15. September 2011

Perpignan. "Zakhor Pour La Mémoire" verteilt die jährlichen Preise

Neulich gerate ich mit einem Facebook-Nutzer aneinander, weil ich mich abfällig über die Selbstbeweihräucherung der Rächer der toten Juden auslasse. Anlaß zu meinen Äußerungen sind einerseits die jährlichen Feierlichkeiten zu Preisverleihungen durch die Vereinigung Zakhor Pour La Mémoire. Zakhor für die Erinnerung, in Perpignan, wobei zakhor, erinnere dich! von hebräisch lehaskîr = léazkêre = erinnern / rappeler kommt, und andererseits ein Link auf Facebook zum Film von Hanna Laura Klar Berlin - Paris. Die Geschichte der Beate Klarsfeld. Über die gute Deutsche, wie die FAZ sie nennt, gibt es schon einen Film aus dem Lahr 2008, mit Franka Potente als Frau, die Nazis jagt, hier den "Schlächter von Lyon" Klaus Barbie.

Frankreich. Bananenrepublik. La France, République bananière

Wer behauptet, Frankreich sei eine Bananenrepublik? Wer beleidigt damit sowohl die Bananen als auch die Idee der Republik?

Ich behaupte das, obgleich ich nicht gern Bananen und hehre Ideen beleidige; denn Dominique de Villepin ist von der französischen Justiz in der Berufungsverhandlung zur Clearstream-Affäre noch einmal freigesprochen worden, blanchi, geweißelt. Nun kandidiert er auch nicht mehr gegen Nicolas Sarkozy, und sein politisches Schicksal ist ungewiß. Wie wäre es mit dem Posten des Premierministers nach dem überwältigenden Wahlsieg der UMP (harrharrharr) bei den nächsten Wahlen? François Fillon haben sich die Franzosen doch sowieso schon leidgesehen.

13. September 2011

Frankreich. Korruption von der Francophonie bis zu Clearstream

Wer sich über die Machenschaften des Staatspräsidenten Jacques Chirac und des Innen-, Außen-, Premierministers Dominique de Villepin auf meiner Website informieren wollte, konnte das in Artikeln über den Skandal der Francophonie, die Politik gegenüber der Elfenbeinküste des Laurent Gbagbo und über die Affäre Clearstream, seit 2004. Jetzt packt einer aus, der im Zentrum von Françafrique tätig war, der französisch-libanesische Anwalt Robert Bourgi. Dem meinen Lesern ebenfalls bekannten Enthüllungsjournalisten (La face cachée du Monde, Le monde selon K. = Bernard Kouchner) und Afrikakenner Pierre Péan hat er für dessen neues Buch Les Mallettes de la République. Die Aktenkoffer der Republik, lange Interviews gegeben, die er nun französischen MSM gegenüber noch ausweitet.

8. September 2011

Just Scheu. Ja oder Nein. Wer hört, gewinnt!

Ja oder Nein
das kann das Glück für dich sein,
und nicht für dich nur allein,
es kommt zu vielen Tausend Menschen wieder.

Ja oder Nein,
das gilt für Groß oder Klein,
vielleicht fällt morgen ein Schein
von diesem Glück auf dich hernieder.

5. September 2011

Les succursales d'al-Qaida / Al-Qaida-Zweigstellen

Comme par miracle il n'y a plus de succursale d'al-Qaida en Libye.
C'est parcequ'elle fait maintenant partie du gouvernement libyen.

Wie durch ein Wunder gibt es in Libyen keine Zweigstelle von al-Qaida mehr.
Das kommt, weil sie jetzt Teil der Regierung Libyens geworden ist.

4. September 2011

Perpignan. Visa pour l'Image 2011

Photo : Pierre Terdjman / Cosmos for Paris Match

Es ist wieder soweit, die Tourismusindustrie von Perpignan kann sich nach dem weniger gelungenen Juli freuen. Es läuft das größte Ereignis des Jahres. Fotografen, ihr Gefolge und Ausstellungsbesucher aus aller Welt sind für zwei Wochen in die Stadt eingefallen, belegen Hotelzimmer, spachteln am Quai Vauban, bringen Bürgern des Roussillon Arbeit und Einkommen, in einer Gegend mit dem höchsten Prozentsatz Arbeitsloser in Frankreich ist das sehr zu begrüßen. Visa, moteur économique.

Was die Ausstellungsbesucher erwartet, habe ich im Artikel Leroy Soleil : Ich bin ein Festival des Photojournalismus angekündigt, und so ist's gekommen. Also mache ich's kurz, lasse die exotischen Kriege in den Entwicklungsländern und den "arabischen Frühling" aus, berichte über lächerliche Engländer, seriöse Franzosen und kümmere mich um diese Frage aus dem Artikel:

Wird einmal die Situation in Israel dargestellt, Alltagsleben oder gar Beschuß durch Kassam-Raketen aus Gaza?

3. September 2011

Eugen Sorg: Die Lust am Bösen. Warum Gewalt nicht heilbar ist


Wer genug hat von Muslimen, die immer Opfer sind, von Kriminellen, die ihre Taten begehen, weil sie in ihrer Kindheit mißhandelt und vom Onkel väterlicherseits vergewaltigt wurden, wer das Seelenerforschen und die Ferndiagnosen der Laienpsychologen unter den Politikern und Journalisten nicht mehr hören noch lesen kann, der ist bei Eugen Sorg richtig. Er setzt das Böse wieder in seine Rechte ein. Dieses ist durch einen Trick aus der Welt entfernt worden, durch einen Scherz von Philosophen wie dem hier beispielhaft vorgestellten Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778); er behauptet, ohne je einen Beweis dafür zu erbringen und bei Verdrängung aller Beweise des Gegenteils, die Natur verkörpere das Gute, der Mensch sei von Natur aus gut und glücklich, es sei die Gesellschaft und mit ihr der wissenschaftlich-technische Fortschritt, die ihn korrumpierten und unglücklich machten.