27. Mai 2026

Donald Trump und seine diplomatischen Abenteuer im Nahen Osten

Donald Trump and his diplomatic adventures in the Middle East 

Photo : Evelyn Hockstein / REUTERS

Inmitten der Verhandlungen mit dem Iran versucht Donald Trump, 
seine arabischen Verbündeten in sein diplomatisches Abenteuer im Nahen Osten einzubinden.
En pleines négociations avec l’Iran, 
Donald Trump tente d’embarquer ses alliés arabes dans son aventure diplomatique au Moyen-Orient. 

Wieder mit passendem Foto: Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute! Aber was kann man von diesem ungehobelten Abenteurer Donald Trump anderes erwarten als Unflätigkeiten!

Updates, vom 28. Mai 2026
USA und Iran kommen allmählich zu Potte. Es wird auch Zeit!

In der Zeitung, vom Mittwoch, den 27. Mai 2026, Seite 6, ist die Überschrift, die eine völlig andere Richtung des Artikels von Georges Malbrunot vorgibt:

Gegen den Iran versucht Trump, seine arabischen Partner um sich zu sammeln.
Face à l'Iran, Trump cherche à rallier ces partenaires arabes

Alle Staaten der Region sollen sich den Abraham Accords anschließen, meint Donald Trump, aber Mohammed bin Salman (MBS) will das nur, wenn Israel bereit ist für einen zweiten palästinensischen Staat. Das kleine Land soll sein mehrere tausend Jahre bestehendes jüdisches Kernland Judäa und Samaria für Araber hergeben, die noch nie Palästinenser waren, sondern als Teil Syriens zum Osmanischen Reich gehörten. Dazu steht nichts im Artikel.

The Abraham Accords Declaration. 

Einige sunnitische Herrscher haben die vom Iran ausgehende Gefahr verstanden, sonst gäbe es weder Friedensverträge Ägyptens (1979) und Jordaniens (1994) mit Israel, noch die Abraham Accords. Schon die beiden Friedensverträge sind auch gegen die Revolution im schiitischen Iran geschlossen worden.

Und dann geht es wieder darum, daß die arabischen Golfstaaten nichts wußten vom geplanten Angriff der USA und Israels auf den Iran, am 28. Februar 2026. Das behaupten die Medien der Welt, ob es stimmt oder nicht. Was wäre in den Staaten der Region passiert, wenn bekannt geworden wäre, daß die sunnitischen Herrscher einverstanden waren damit? 

In Pakistan leben 10% bis 20% Schiiten, mit 17 bis 30 Millionen Schiiten ist Pakistan das zweitgrößte schiitische Land nach dem Iran. In allen Staaten der Region leben auch Schiiten. Es ist offen, ob die Herrscher dieser Staaten von dem Angriff im Voraus wußten und ihn billigten.

MBS mißtraut dem Iran, il reste méfiant envers l'Iran. Trotzdem will er keinem regionalen Sicherheitssystem angehören, das "von den USA und Israel dominiert" wird. Denen traut er noch weniger. Eine Art sunnitischer Bogen ist gewünscht, une sorte d'arc sunnite, bestehend aus der Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien. Pakistanische Truppen sind schon im Land. Saudi-Arabien sieht die VAE, die den Abraham Accords angehören, als Rivalen. Wenn ich mich recht erinnere, gab es vor dem 7. Oktober 2023 bereits Verhandlungen oder zumindest Überlegungen des MBS, sich den Abraham Accords anzuschließen. Dem Iran ist es nicht verborgen geblieben, und solche Entwicklungen zusammen mit der UNO-Rede des Premierministers Benjamin Netanyahu, vom 22. September 2023, sind der Auslöser der vom Iran gelenkten Massaker der Hamas.

Einmal mehr wird Donald Trump beleidigt, seinen Vorschlag, die Staaten der Region einschließlich Iran in die Abraham Accords aufzunehmen, könne man nicht ernst nehmen, meint der Leitende Wissenschaftler vom Carnegie Endowment for International Peace Aaron David Miller, der immer alles besser weiß und sich im Kopf von Donald Trump bestens auskennt. Schon im Oktober 2025 hätte er davon gesprochen. Aber hätte man das von den islamischen Unterzeichnerstaaten vor, sagen wir, 20 Jahren angenommen? Solange die Mollahs im Iran herrschten, kam der Iran nicht in Frage, sondern die Abraham Accords waren gegen den Iran gerichtet. 

Man weiß, daß Muslime, daß islamische Staaten, die vertraglich an Ungläubige, an von Ungläubigen Regierungen gelenkte Staaten, hier an Israelis, an Israel gebunden sind, nach islamischem Recht nicht in den Krieg gegen sie ziehen dürfen, sie hätten also beim Überfall des Iran auf Israel nicht auf dessen Seite stehen dürfen.

Donald Trump troque une de ses faintasies contre une autre : capitulation qui n'a pas eu lieu contre accord fragile. "Donald Trump tauscht eine seiner Phantasien gegen eine andere: eine Kapitulation, die nicht stattfand, im Austausch für ein brüchiges Abkommen," meint der iranisch-amerikanische Ali Vaez. Georges Malbruno teilt nicht mit, daß mein lieber Ali, علی جانم, my beloved Ali, Leitender Berater der Präsidentin und Projektleiter Iran der demokratisch verseuchten International Crisis Group ist.

So weit erst einmal, vielleicht morgen mehr. Danke für Ihr Verständnis! 🍴🍷

Updates, vom 28. Mai 2026

"Amerika im Verfall: Die Ursachen politischer Dysfunktion"
America in Decay: The Sources of Political Dysfunction. By Francis Fukuyama

Danke für den Hinweis, Alex Lo! "Trump verschlimmert alles, aber er hat es nicht angefangen."
Thanks for the tip, Alex Lo! "Trump makes everything worse, but he didn't start it."

"Trump schickte Netanjahu und regionalen Führern einen Abkommensentwurf mit dem Iran."
Trump sent Netanyahu, regional leaders draft agreement with Iran, by Danny Zaken  

"Teheran veröffentlichte ein Gegendokument, in dem es den Abzug der US-Marine aus der Straße von Hormus forderte. Washington erklärte, es werde kein Abkommen unterzeichnet, das dem Iran den Besitz von Atomwaffen oder die Kontrolle über die Straße von Hormus erlauben würde."

"Bericht: USA und Iran erzielen Einigung, Entscheidung liegt nun bei Trump"
Report: US and Iran reach agreement, decision now up to Trump, by  Dudi Kogan  

"US-Beamte gaben bekannt, daß eine erste Einigung über eine 60-tägige Absichtserklärung und die Aufnahme von Atomgesprächen erzielt wurde. Die meisten Punkte seien vereinbart, der US-Präsident bat jedoch um einige Tage Bedenkzeit. Zur Debatte stehen ein Waffenstillstand, angereichertes Uran und eine Lockerung der Sanktionen."

"US-Beamte erklärten, die Vereinbarung sehe vor, daß die Schifffahrt durch die Straße von Hormus 'uneingeschränkt' sein werde. Dies bedeute, daß der Iran keine Gebühren von Schiffen erheben oder diese belästigen werde. Der Iran beruft sich dabei auf seine 'Souveränität' über die für die Weltwirtschaft lebenswichtige Schifffahrtsstraße. Darüber hinaus sei der Iran verpflichtet, alle Minen innerhalb von 30 Tagen aus der Straße zu räumen."

Jetzt wüßte man nur noch gern, was mit den 450kg angereichertem Uran geschieht.