Photo : Aude Bariéty de Lagarde
kämpft Österreich immer noch um die Zukunft von 'Hitlers Balkon'."
«Une plaie béante de la politique mémorielle» :
près de 90 ans après l’Anschluss, l’Autriche s’interroge toujours sur le devenir du «balcon d’Hitler». Par Aude Bariéty de Lagarde, envoyée spéciale à Vienne (Autriche), Le Figaro, 24 mai 2026
Wer hat der Korrespondentin erzählt, daß 9,178 Millionen (2024) Österreicher, davon 2,028 Millionen (2025) Wiener um die Zukunft einer 200m² großen Terrasse "kämpfen"? Das suggerieren ihr Mitarbeiter des Hauses der Geschichte Österreichs (HDGÖ), die sich mit der Erforschung von Nationalsozialist*innen und Faschist*innen ihr Brot verdienen. Nur solche Linksdreher*innen können behaupten, da würde irgendwas klaffen, und Österreich [!] um die Zukunft eines Balkons kämpfen.
Update, vom 4. Juni 2026
Und wieder wird eine klaffende Wunde in der Erinnerungspolitik geschlossen. Danke dafür!
Erst am 1. Juni 2026 bekommt der Artikel über 300 000 deutsch-österreichische Nazis auf dem Heldenplatz die Chance, in der Zeitung zu erscheinen, samt Foto des Hitler-Fotografen Heinrich Hoffmann (1885 - 1957), digitalisiert von David Tiefenthaler, vom Haus der Geschichte Österreichs.
L’Autriche s’interroge toujours sur le devenir du «balcon d’Hitler». Le Figaro, 1 juin 2026
Wichtig an der Geschichte ist dem Figaro, zu zeigen, daß die Zeitung immer auf der Gegnerseite stand, steht und stehen wird, bewiesen durch den Artikel der Wien-Korrespondentin Dominique Auclères, am 12. März 1938. Die Wienerin beweint Österreich avec émotion : « Adieu belle Autriche, lebe wohl, Freude des Lebens in einem freien und geliebten Land.»
Es ist Le Figaro, der den Kampf gegen Nazi-Deutschland konsequent führt, der "den Finger legt in eine immer noch offene Wunde" der Geschichte des Landes, der hinweist auf die Mitverantwortung Österreichs beim Aufstieg des Nationalsozialismus und dazu Univ.-Doz.in Dr.in Heidemarie Uhl zitiert, das 2023 verstorbene Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des HDGÖ.
Am 28. Mai 2026 berichtet die Berlin-Korrespondentin, daß Jordan Bardella, der hoffnungsvolle Aspirant auf die Präsidentschaft Frankreichs, die Gefährlichkeit der AfD erkannt hat und sich nunmehr vertrauensvoll an Friedrich Merz' CDU hängen will - Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
So können Neid und Haß auf Deutschland ausgelebt werden, ohne daß man sich Vorwürfe einhandelt. Selbstverständlich ist es mit dem einen Artikel von Guillaume Perrault über den Nazi-Kollaborateur, vom 14. April 2026, erst einmal für einige Monate getan: Jean Luchaire, la véritable histoire d'un journaliste de gauche devenu le roi de la collaboration parisienne, "Jean Luchaire, die wahre Geschichte eines linken Journalisten, der zum König der Pariser Kollaboration wurde." Man muß nicht übertreiben mit der Selbstbezichtigung!
Die Berlin-Korrespondentin Aude Bariéty de Lagarde tut mir allmählich leid, mit welchen Unsäglichkeiten sie sich befassen muß, wenn's um Deutschland geht. Je commence à plaindre la correspondante berlinoise Aude Bariéty de Lagarde, vu les choses indicibles auxquelles elle doit faire face concernant l'Allemagne.
Update, vom 4. Juni 2026
Heute geht es um die Baader-Meinhof-Bande alias la bande à Baader. Wir sind runter vom Hitler-Balkon und 50 Jahre weiter. Diesmal kämpft kein Österreicher, sondern Deutsche sind traumatisiert. Auch dieses Mal handelt es sich um Projektion: Es sind die Journalisten des Figaro, die kämpfen und traumatisiert sind - oder sind das wieder nur Albernheiten?
das Trauma der 'Baader-Meinhof-Bande' wieder aufleben."
En Allemagne, la condamnation de Daniela Klette ravive le traumatisme de la «bande à Baader»
Par Aude Bariéty de Lagarde, correspondante à Berlin, Le Figaro, 3 juin 2026
DER SPIEGEL berichtet am 27. Mai 2026, vor acht Tagen; am 29. Mai 2026 beziehen andere deutsche Medien sich auf den Fall, und daß Verteidigung und Staatsanwaltschaft in Revision gehen. "Das Landgericht Verden hatte Klette am Mittwoch wegen eines Raubüberfalls zu 13 Jahren Haft verurteilt." Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, ihre Komplizen im flotten Dreier der Erben der Baader-Meinhof-Bande, aus der dritten Generation der RAF, letzterer geboren ein halbes Jahr nach dem Vietnamkongreß des SDS, sind weiter unauffindbar. Dafür erbeuten die Ermittler eine 40 Jahre gesuchte Waffe aus einem RAF-Überfall von 1984. Kär Mänsch, is dat aufregend, nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland; endlich ist da mal was los! Ich fühle mich wieder jung! 😂
Für diejenigen, die Französisch lesen, finden sich die herrlichsten Artikel à lire aussi unter dem über Daniela Klettes Verurteilung. Da liest man, was aktuell in der Welt los ist, Wladimir Putin zu Armenien, Jordan Bardella zur AfD, Donald Trumps idiotische Diplomatie, und in Deutschland Offshore Windkraftanlagen: "Der ehrgeizige Entwicklungsplan zielt darauf ab, den Kontinent zu vernetzen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern."
Wer bislang nicht verzweifelt ist, der kriegt nun 'n weiteren Schub, wenn er sich die Pläne der EU, "Europas", zu Rechenzentren, Chips, Open Source zur Verringerung der Abhängigkeit von amerikanischen Technologien ansieht. Mal sehen, ob man auf den Grund kommt: Haß und Neid der europäischen Regierungen auf- und gegeneinander führen zur Gründung der EU, in der heute keiner mehr selbständig übern Tellerrand blicken darf, sonst setzt's Senge von UvdL.
Affaire à suivre ...


