5. September 2026

Visa pour l'image 2026. Das Reale und das Virtuelle verbinden sich.

Le réel et le virtuel se marient.

Akihiko Kondo heiratet, am 11. April 2018, die virtuelle japanische Sängerin Hatsune Miku
Jérôme Gence für Le Figaro Magazine [!]

„'Er sagte zu dem Hologramm Heirate mich, und es antwortete Kümmere dich um mich … 
Er fasste das als Ja auf': Auf dem Festival Visa pour l’Image ausgestellt, 
wurde er zum Fotografen für virtuelle Hochzeiten in Japan."
"Il a dit à l’hologramme ''Épouse-moi'' qui a répondu ''Prends soin de moi''… Il a pris ça pour un oui" : 
exposé à Visa pour l’Image, il est devenu le photographe des mariages virtuels au Japon
L'Indépendant papier, 5 septembre 2026, p. 5, 60% de la page

"Hatsune Miku – Die virtuelle Diva, die die Popkultur neu definiert"

A man married a hologram of a virtual reality singer in Japan. By Lana Bandoim,

"Seit mehr als zehn Jahren ist Akihiko Kondo in ein Hologramm der Virtual-Reality-Sängerin Hatsune Miku verliebt. Der 35-jährige Schulverwalter [!] aus Tokio erklärte: 'Ich bin nie fremdgegangen; ich war schon immer in Miku-san verliebt,' wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet."

2017 ersteht er für $1300 eine DigitalFigureBox, ein Display für Menschen, die Spaß haben an digitalen Figuren, namens Gatebox, die eine kleine Diskussion zwischen ihm und seiner Angebeteten ermöglicht. So kommt es zum Heiratsantrag und der Antwort. 

Die Hochzeit mit 39 Gästen, als da sind Puppen, Familienmitglieder und Freunde, kostet ihn ca. 2 Millionen Yen = 11 000 Euro. Der Fotograf Jérôme Gence ist zum Hochzeitsschmaus eingeladen, aber beinahe wieder aus, weil Akihiko Kondo befürchtet, er machte sich anschließend über seine Braut lustig. Das ist nicht zu besorgen; denn der Fotojournalist waltet seines Berufes, wie man es auch von der Mehrheit der Aktivisten mit Kamera gewünscht hätte; er informiert, und nicht nur über diese, sondern über mehrere solcher Hochzeiten, darunter auch die einer Französin, Lucie, 24 Jahre, Diplom Science Po, Influenzerin, in Japan lebend. Ein Unternehmen zur Ausrichtung von Hochzeiten bezahlt und im Gegenzug darf sie ihr Abbild verwerten. Und dann sind da noch die Hochzeiten aus Spaß, weißes Kleid, mt Freundinnen feiern, ohne sich einer virtuellen Person zu verpflichten.

Der Fotograf sagt im Interview, das sei das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, daß man nicht mehr wisse, wo die Grenze liege zwischen real und virtuell. Eine Hochzeit sei doch ein einzigartiger Moment, eine Zeremonie miteinander, Liebe!

C'est ce qu'il reste d'espérance. Quand on regarde cela, qu'on passe du temps en immersion, c'est une désillusion. "Das ist es, was an Hoffnung bleibt. Wenn man sich das ansieht und einige Zeit vor Ort verbringt, ist das eine herbe Enttäuschung."

Die Geschäftsleute der Fictosexuality sind dabei, auch westliche Märkte zu erobern, die USA, die EU.

hat nun aber Schwierigkeiten, eine Bindung zu ihr aufzubauen"
‘Fictosexual’ man married hologram bride, but now struggles to bond with her. By Brooke Kato

Heute war ich in der Kirche der Dominikaner, wo drei Ausstellungen zu sehen sind: Auf riesigen Stelltafeln, im Innenhof, einige anklagende Fotos im Großformat XXL "Mitten im Kampf gegen die ICE im Minneapolis von David Guttenfelder", im Innenraum dann die kleinformatigen wunderbaren schwarz-weißen Fotos der Retrospektive Raymond Depardon und, in seiner dritten Visa-Ausstellung, nach 2021 und 2024, Fotos von Jérôme Gence, das allerschrägste, was ich je gesehen habe, vom Kult der Fictosexuality, "einer Industrie, die Millionen Euro Umsatz macht". Das zu bewundern, mache ich mich trotz 38°C brütender Hitze auf, weil wirklich erstklassig und sehr professionell vorgestellt im Indépendant von Diane Sabouraud. Danke dafür!

"Japan: Virtuelle Hochzeiten"
Japon : les mariages virtuels
Genre : Tech - Type de Public : Pour tout public
Lieu : Église des Dominicains

L'ndépendant hält es nicht für angebracht mitzuteilen, daß die besten Ausstellungen dem Figaro Magazine zu verdanken sind. Im Artikel über die Fotos von Raymond Depardon steht gar nichts, aber bei der japanischen Hochzeit kann die Redaktion nicht umhin, die ihren politisch-linken Positionen nicht entsprechenden Kollegen in der Zeitung mit ganz kleiner Schrift unterm Foto zu erwähnen. 

« Le photojournalisme n’est pas mort ». „'Der Fotojournalismus ist nicht tot'.“ Nein, er lebt, und im nächsten Jahr werden mehr solcher Kleinode zu sehen sein.

Ich werde mir diese Ausstellung auch noch ansehen; für heute war's genug:

Genre : Social - Type de Public : Pour tout public - Lieu : Loge de mer - Édition : 2026

Die Zukunft hat schon begonnen! Affaire à suivre !