1. September 2026

Visa pour l'image. Der König ist tot!

Visa pour l'Image. Leroy est mort !

"Delphine Lelu ist die langjährige Geschäftspartnerin von Jean-François Leroy" 
L'Indépendant – Charles Baron

„Tod von Jean-François Leroy: 'Ich darf ihn nicht enttäuschen, ich muß der Aufgabe gewachsen sein'.
Wer ist Delphine Lelu, die 'rechte und linke Hand' des langjährigen Direktors von Visa pour l’Image?"
Décès de Jean-François Leroy : "Je ne peux pas le décevoir, il faut que je sois à la hauteur"… 
Qui est Delphine Lelu, "bras droit et bras gauche" de l’historique directeur de Visa pour l’Image
Par Diane Sabouraud, L'Indépendant, 31/08/2026 à 18:55, papier 1 septembre 2026, p. 3

Erwartungsgemäß kriegt sich L'Indépendant, am 1. September, nicht ein vor Trauer über den Tod des Jean-François Leroy, und ich erfahre entscheidende und anekdotische Sachen, die nie vorher in der Zeitung standen, oder die ich für unbedeutend hielt und vergessen habe. 

Heute erfahre ich, daß Delphine Lelu seit 1990 mitmacht bei Visa pour l'image, damals 17-jährig und Jurastudentin; seit 1999 stellt sie die Ausstellungen zusammen, die ersten drei Jahre davon mit kleinen Änderungen durch ihn. Sie beschreibt sich selbst [!] als "les petites mains de l'ombre", als "Handlangerin im Hintergrund"; er nennt sie "mon bras droit… et mon bras gauche", "mein rechter Arm … und mein linker Arm", stattdessen ist sie außer seinem Schwanz alles und vor allem sein Kopf.

Sie ist Gesellschafterin und stellvertretende Direktorin und er Präsident des Unternehmens, genannt Images Evidence, Christine Ternau, die ehemalige Assistentin des Roger Thérond, seinerzeit Redaktionsdirektor des Paris Match, ist im Unternehmen zuständig für die Verwaltung. Diese drei führen ganzjährig den Betrieb, aber während der Festivals arbeiten 250 Personen am Gelingen.


Dieses Jahr [2011] wird auch das Attentat auf die Zwillingstürme vorgestellt, jubilée oblige. Stellen die internationalen Zeitungen in einigen ihrer besten für den Wettbewerb um den Daily Press Award eingereichten Aufnahmen des Jahres einmal die USA nicht negativ dar, sondern einfach nur sachlich? Und Israel, werden der Staat und seine Bevölkerung als eigenes Subjekt und nicht in Abhängigkeit des Bedarfs an linker Propaganda für die Palästinenser erwähnt?

Je suis un festival de photojournalisme, pas un festival de photos militaires. "Ich bin ein Festival des Fotojournalismus, kein Festival für Militärfotos.


Emmanuel Macron ne pouvait manquer de rendre hommage au défunt ; il excelle dans l'art de discourir, comme il le prouve sans même que quiconque le lui demande. C'est navrant.

Emmanuel Macron darf nicht fehlen mit seiner Würdigung des Verstorbenen; schwätzen kann er am besten, das beweist er, ohne daß ihn einer um Äußerungen bittet. Es ist herzzerreißend:

"Ableben von Jean-François Leroy"
Disparition de Jean-François Leroy. Élysée, 31 août 2026

"Als leidenschaftlicher Verfechter des Fotojournalismus und unermüdlicher Anwalt der Realität [sic] ist Jean-François Leroy verstorben – nach einem Leben, in dem er Bilder zu einer Art und Weise machte, die Welt zu betrachten und von ihren Wunden Zeugnis abzulegen. Als Kind hatte er eine Leidenschaft für die Zauberkunst entwickelt."

Der Realität hat er noch nie gedient, Zeugnis hat er nie abgelegt, sondern er stellt diejenigen Fotografen aus, die sein Weltbild vermitteln. Zauberkunst trifft's schon eher, nämlich das Wegzaubern der Wirklichkeit. Informationsfotografie war das nie, sondern die Ausstellungen erzählen die Geschichten ihrer Fotografen, die mehrheitlich linke Aktivisten mit Fotoapparat sind.

Il n'a jamais servi la réalité ni rendu témoignage ; il expose plutôt les photographes qui véhiculent sa vision du monde. Le terme de « magie » serait plus approprié, s'agissant de faire disparaître la réalité par un tour de passe-passe. Il ne s'est jamais agi de photographie documentaire ; ces expositions racontent en réalité les histoires de leurs photographes, qui sont pour la plupart des militants de gauche munis d'un appareil photo.

"Er entschied sich für die Seite derer, die durch Kriege, Diktaturen, Elend oder Exil allzu oft dazu verdammt sind, gleich zweimal zu verschwinden: aus der Welt und dann aus unserem Blickfeld."

Ein Journalist hat sich niemals für eine Seite zu entschiden und die andere zu verdammen, ohne über diese zu informieren. In der von Arnaud Andreu im Indépendant ausführlich gewürdigten Ausstellung Boza free, von Hervé Lequeux, wird nirgends mitgeteilt, wem die Goldmine Siguiri gehört, und daß guineische Besitzer verantwortlich sind für die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungrn.

"Dieser Kampf war im Zeitalter der sozialen Netzwerke und der künstlichen Intelligenz noch dringlicher geworden. Bei dieser 38. Ausgabe von Visa warnte er vor manipulierten Bildern und den 'Totengräbern der Realität'. Dem setzte er seinen unermüdlichen Einsatz für verifizierte Fakten, professionelle Journalisten und die Präsenz vor Ort entgegen."

Seit 1989 und bis zu seinem letzten Atemzug, am Montag, den 31. August 2026, ist Jean-François Leroy unterwegs als Totengräber der Realität. Depuis 1989 et jusqu'à son dernier souffle, le lundi 31 août 2026, Jean-François Leroy a œuvré en tant que fossoyeur de la réalité.

Perpignan. Visa pour l'Image: 26 Jahre Propaganda. 1. September 2014

Die Fotografen, die von Jean-François Leroy für würdig befunden werden, in Visa pour l'Image ausgestellt zu werden, sind im Hauptberuf nicht Fotojournalisten, sondern Aktivisten, sie berichten nicht über Tatsachen, sondern sie verbreiten ihre Meinung über die Tatsachen. Jean-François Leroy macht den Sponsoren und dem Publikum weis, daß Fotos die Wahrheit sagen, so im Artikel Perpignan : Visa se veut "plus que jamais" un festival militant, L'Indépendant, 12 mai 2009 [nicht mehr online].

Meine Artikel über einige Visa-Austellungen handeln davon [die vor 2012 sind nicht mehr online]. Die Stoßrichtung ist klar: Für die Araber, für die Muslime, gegen die Juden und Israel, und nun auch gegen die Christen. Das belegt das Foto, mit dem Visa 2014 beworben wird. Im Zentrum stehen der Islam und die Muslime. Emmanuel Macron hat die Ausstellungen wahrscheinlich nicht besucht, zur Zeit von Visa 2014 ist der Young Global Leader eben zum Minister für Wirtschaft, Industrie und Digitalisierung ernannt worden, wäre aber mit Sicherheit begeistert über das gebündelte AgitProp. 😂

„Tod von Jean-François Leroy: 'Er würde nicht wollen, dass es aufhört; Visa pour l’Image darf nicht mit ihm sterben,' fordert Pierre Conte, Präsident des Festival-Vereins."
Décès de Jean-François Leroy : "Il ne voudrait pas que cela s’arrête, Visa pour l’Image 
ne doit pas s’éteindre avec lui", milite Pierre Conte, président de l’association du festival
Propos recueillis par Diane Sabouraud, L'Indépendant, 31/08/2026 à 19:20

Pierre Conte ist Präsident der Vereinigung, die das Festival von Perpignan trägt. Er erklärt den Verstorbenen zum "Mann von Charakter", sei aber nicht Mitglied des inneren Zirkels gewesen. Das läßt hoffen, daß endlich Schluß gemacht wird mit der Propaganda für den Islam, die Palästinenser gegen Israel und mit der Entwicklungsländerexotik. Für jemanden wie mich, die Jahrzehnte mit und in Entwicklungsländern gearbeitet hat, darunter in nicht wenigen islamischen, sind die Ausstellungen von Visa pour l'image das nackte Grauen. Der Vertrag für 2027 steht. Wie geht es weiter?

Der Stadt Perpignan und seiner Wirtschaft ist zu wünschen, daß Visa weiterbesteht. Ich, unten links, in der Ecke des Hexagon, habe oft das Gefühl, daß wir nicht allzuviel zählen, man denke an den TGV, den Bummelzug nach Montpellier. Von den Ministern der Regierung kommt nicht einer aus dem Departement Ostpyrenäen, gar aus Perpignan, wenn aus dem Süden, dann aus dem Südosten. Wie wenig unser Departement zählt, zeigt sich sogar bei dem nicht linksverdächtigen TV-Sender CNews, wo bei Einblendung der Karte von Frankreich oft unsere Ecke von einem Textband verdeckt wird.

Leroy est mort, der König ist tot, soll das heißen.

Ich lerne, daß Jean-François Leroy, Jahrgang 1956, angefangen hat als Pressefotograf für Photo-Reporter, Le Photographe, Photo-Revue und Photo Magazine, und zur gleichen Zeit macht er Reportagen für Sipa Press, gegründet vom Türken Gökşin Sipahioğlu. Sein Name bedeutet deutsch Sohn des سپاهی Sipahi, was Google heuer aus dem Persischen übersetzt mit "Sepahi (Mitglied der IRGC)". In Persien und im Osmanischen Reich sind die Sipahi die Reiterei des Heeres. Karl May kennt auch welche.

1988 wird er Agent der Modefotografin Dominique Issermann. In Zusammenarbeit mit Yann Arthus-Bertrand realisiert er 1989 „Trois jours en France", ein Projekt, das ein Porträt Frankreichs im Jahr 1989 zeichnet, 150 Jahre nach der Erfindung der Fotografie.

1989 geht's los mit Visa pour l'image, zwar nicht mit islamischer Reiterei, aber mit viel islamischer und sonstiger politischer Exotik.

Möge Leroy wirklich tot sein! 🙏
Si seulement Leroy était vraiment mort ! 🙏

Jürgen Leinemann, Cordt Schnibben: „Cool bleiben, nicht kalt.“ 
Das Letzte Interview

Der Fernsehmoderator Hanns Joachim Friedrichs über sein Journalistenleben. 

„Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“ 

« C’est ce que j’ai appris durant mes cinq années à la BBC, à Londres : garder ses distances, ne pas s’identifier à une cause – même noble –, ne pas sombrer dans l’émotion publique, et garder son sang-froid face aux catastrophes sans pour autant paraître insensible. C’est la seule façon de gagner la confiance des téléspectateurs, de devenir un membre de la famille à leurs yeux, et de faire en sorte qu’ils vous regardent et vous écoutent chaque soir. »

Hanns-Joachim Friedrichs machte 1946 das Abitur am altsprachlichen Friedrichs-Gymnasium [nicht nach ihm benannt 😂] für Jungen meiner Heimatstadt Herford. Mit seinem früh verstorbenen jüngeren Bruder Ulrich war ich befreundet.

Auf meinem Blog
Perpignan. Visa pour l'Image: 38 Jahre Propaganda. 31. August 2026