25. September 2012

Israel. Die Universität als Kaderschmiede

Der Council for Higher Education in Israel (CHE) המועצה להשכלה גבוהה‎, HaMo'atza LeHaskala Gevoha, Rat für das Hoch- und Fachschulwesen in Israel, mit Sitz in Jerusalem, ist laut Wikipedia eine seit 1958 tätige Aufsichtsbehörde für Universitäten und Fachhochschulen, sie ist u.a. zuständig für die Erweiterung bestehender und die Errichtung neuer Universitäten. Der zur Zeit 25-köpfige Rat, darunter mindestens zwei Drittel anerkannte Hochschullehrer, unter dem Vorsitz des Erziehungsministers, ist in Israel zuständig für die Gewährleistung von qualitativ hochwertigem Angebot von Hoch- und Fachschullehrern, von Universitätsdiensten sowie für alle technischen Universitätsbelange. Beim CHE handelt es sich um eine staatliche Behörde, wie sie in den meisten Ländern der Welt wirken, Ausnahme sind die USA, dort wird die Qualitätssicherung von privaten Vereinigungen gewährleistet. In Deutschland unterstehen vergleichbare Aufsichtsbehörden den jeweiligen Landesministerien für Wissenschaft und Forschung.

Krieg der Akademikerschaft der BGU gegen die staatliche Aufsichtsbehörde

Israel Academia Monitor (IAM) berichtet unter dem Titel Radical Academic Fraternity and their Liberal Supporters Declare War Against the Council of Higher Education. Eine radikale Akademikerschaft und deren linke Unterstützer erklären dem Rat für das Hoch- und Fachschulwesen den Krieg, vom Fall der Ben Gurion Universität. Der CHE untersagt dem Department of Politics and Government, dem Institut für Politik und Staatsführung, zum Studienjahr 2013/14 neue Studenten einzuschreiben. Der CHE trifft die Entscheidung, nachdem ein Unterausschuß zur Evaluierung der Lehre des Instituts zum Ergebnis gekommen ist, daß das Institut den Auflagen des vom internationalen Evaluierungskomitee, am 29. November 2011, veröffentlichten BGU-Berichts nicht durch entsprechende Maßnahmen nachgekommen ist. Unter anderem wurde das Institut aufgefordert, mehr Lehrpersonal in den Kernbereichen der Politikwissenschaft und -forschung einzustellen. In Anbetracht der Tatsache, daß die Mehrheit des Lehrkörpers dem neo-marxistischen kritischen Bezugssystem folgt, forderte das Komitee, Hochschullehrer einzustellen, die den gängigen positivistischen Ansatz vertreten. Der Mangel in dem Bereich, die einseitige Ausrichtung, läßt grundsätzliche Diskussionen nicht aufkommen, was das Niveau der Universität senkt.

Wie allseits bekannt, haben Marxisten und Neo-Marxisten die Wahrheit bereits gefunden, so daß ihrerseits kein Bedarf an Diskussionen, sondern an Verkündung besteht. Entsprechend hat das Institut sich über die Forderung des CHE hinweggesetzt und in den Lehrkörper zwei weitere Aktivisten berufen, die Wissenschaft mit Agitprop gleichsetzen. Themen und Arbeitsbereiche der beiden Neuzugänge sind Gewalt von Israelis an Checkpoints, Petitionen "Israel, ein rassistischer Staat", Unterstützung von BDS-Aktivisten, "Verletzung der Rechte der Palästinenser durch Israel" sowie nach Bedarf weitere anti-israelische Aktivitäten.

Das Problem ist, daß die einseitige politische Ausrichtung der Lehre bis zur Universitätspräsidentin Professor Rivka Carmi reicht. Die Akademikerschaft der Ben Gurion Universität erklärt dem CHE den Krieg im Internet. Israel Academia Monitor hat einiges dazu verlinkt.

Protestpetitionen: Weist die Drohung zurück!

Es gibt eine Petition Reject threat to prohibit student registration to BGU Politics Department. Weist die Drohung des Verbots der Einschreibung von Studenten in das BGU Institut für Politik und Staatsführung zurück. Ein solches Verbot komme einer Schließung des Instituts gleich. Ein Angriff auf die akademische Freiheit wird beklagt. Einmal eroberte Positionen werden freiwillig nicht geräumt, das haben Linke und Muslime gemeinsam, darum verstehen sie sich (noch) gut. Eine Seilschaft von gleichgesinnten Lehrern versteht unter Freiheit der Forschung und Lehre, daß weitere gleichgesinnte Lehrer den Studenten die politische Richtung vorgeben.

Der Anti-Zionist Dr. Micah Leshem, ein Psychologieprofessor der Haifa-Universität, ausreichend porträtiert in der Jewish S.H.I.T. List, übersetzt den Brief der BGU-Präsidentin an die gesamte Hochschullehrerschaft Israels aus dem Hebräischen ins Englische. Und die internationalen Seilschaften werden aktiviert. Hoch die internationale Solidarität!

IAM verlinkt zwei von ihnen: Dr. Reecia Orzeck, Assistenzprofessorin an der Illinois State University, die eine Liste der CHE-Mitglieder beilegt und die Leser auffordert, ihren Protest zu artikulieren. Consider emailing them and letting them know what you think about this transgression against academic freedom. Erwägen Sie, ihnen Emails zu schicken und sie wissen zu lassen, was Sie von diesem Übergriff auf die akademische Freiheit halten, sowie von Dr. Eric Verdeil, einem CNRS-Dozenten an der Universität von Lyon, Beirut und Rabat, Forschungs- und Lehrgebiet Umwelt, Stadt, Gesellschaft. Sein Schwerpunktland ist der Libanon. Was ist von den Protesten dieses Wissenschaftlers im Dienste der französischen "Politique arabisante" zu halten?

Er setzt am 18. September 2012 auf sein Blog RUMOR einen Artikel: Le département de sciences politiques de l'Université Ben Gurion du Néguev (Israël) menacé de fermeture pour ses critiques des politiques gouvernementales à l'égard des Palestiniens. Das Institut für Politikwissenschaft der Ben Gurion Universität des Negev (Israel) für seine Kritik der Regierungspolitik gegenüber den Palästinensern von Schließung bedroht. Dr. Eric Verdeil reduziert das Problem mit dem BGU-Institut und seinem Lehrkörper auf die Kritik an der Palästinapolitik. Der Artikel wird übernommen von Info-Palestine.net.

Der von ihm in seinem Artikel genannte Wissenschaftler des Instituts Dr. Haim Yacobi sei 1999 Mitbegründer der in Ost-Jerusalem arbeitenden NRO Bimkom - Planners for Planning Rights. Ein Blick auf die Website belegt dessen einseitige Auffassung von Wissenschaft.

Auf der Faculty-Seite des Instituts sind seine Interessengebiete wertneutral formuliert: Areas of interest: Urban politics, Planning, Ethnic Relations. Stadtpolitik, Planung, Ethnische Beziehungen. Allenfalls "Ethnic Relations" könnte Hinweise geben, was dort gelehrt wird.

Der Lehrkörper des BGU Instituts für Politik und Staatsführung

Man kann sieben von zwölf Mitgliedern des Lehrkörpers, wenn man die Bezeichnungen ihrer Interessensgebiete genauer betrachtet, sofort als Marxisten, Neo-Marxisten, als Gegner der Politik Israels und als Palästinenserfreunde und -unterstützer erkennen: Marxism and Post-Marxism, Populism; Political theory; humanitarianism and nongovernmental politics; ethical practices, witnessing and testimony, and cosmopolitanism; Comparative Politics, National Identity and Nationalism; Political Theory, Human Rights, The Israeli-Palestinian Conflict; Political Geography, Geopolitics, Ethno-Territorial Conflicts, Israel-Palestine Conflict, Border Studies; Third World Development, Colonialism / Post Colonialism, Protest Movements, Racism and Ethnic Relations, The Palestinian Minority in Israel; Urban politics, Planning, Ethnic Relations. Bei den anderen fünf muß man etwas suchen und kommt bei zwei weiteren zum selben Ergebnis.

Nur drei Mitglieder des Lehrkörpers können von ihrer Präsentation her nicht umgehend als linke Propagandisten eingeschätzt werden: Dr. Sharon Pardo, Prof. Dr. Renée Poznanski, Dr. Lynn Schler. Gogglet man sie aber mit dem Suchbegriff Palestinians, so findet man zwei von ihnen als Aktivisten der linken israelfeindlichen Politik statt in ihrem wissenschaftlichen Gebiet, sie agitieren im Lager der politischen Gegner der israelischen Regierung. Die dritte, Dr. Lynn Schler, ist mehr Richtung Anti-Amerikanismus orientiert.

Zu den israelisch-europäischen Beziehungen erklärt Dr. Sharon Pardo im Frühjahr 2011, also zu Beginn des sogenannten arabischen Frühlings, daß "Israel unter der Netanyahu-Lieberman Regierung eine beunruhigende Aushöhlung seiner demokratischen Werte" erlebt habe. "Die gegenwärtige Regierung scheint keine wirkliche Verpflichtung mit Europa zu teilen, um kulturell-religiöse Konflikte zu vermeiden und Beziehungen zwischen islamischen und westlichen Handelnden zuverbessern, nicht zu reden von der Lösung des Konfliktes mit den Palästinensern. Mit anderen Worten, während israelische und europäische Regierungen gemeinsame Vergangenheit teilen mögen, teilen sie nicht länger viele Interessen und Werte."

Das ist der Kenntnisstand eines wissenschaftlichen Mitarbeiters, dessen Forschungs- und Lehrgebiet Europa ist. Muß man davon ausgehen, daß der Forscher und Lehrer vor lauter Palästina-Aktivismus nichts mitbekommen hat von den Aktivitäten der Muslime in Europa zur Intensivierung des kulturell-religiösen Konfliktes? Liest er keine Zeitung? Was die "Beziehungen zwischen islamischen und westlichen Handelnden" angeht, so sind die sehr rege. Eben heute berichtet Georges Malbrunot, der ausgezeichnete Kenner der arabischen Welt, im Figaro über den Ausverkauf Frankreichs an seinen strategischen Verbündeten Katar: La lune de miel entre la France et le Qatar se poursuit. Der Honigmond zwischen Frankreich und Katar dauert an. Man erinnert sich? Katar? Frankreich eilt in Libyen Katar zu Hilfe, nicht etwa umgekehrt, um das Land für die Übernahme der Macht der Muslimbrüder zurechtzubomben. Finanzielle, logistische und Ausbildungsunterstützung von Glaubenskämpfern der Muslimbrüder und ihrer Zweigstelle al-Qaida zur Eroberung Nordafrikas und Syriens? Schon davon gehört, Dr. Sharon Pardo?

Katar investiert, "auch wenn die Unterstützung der Muslimbrüder irritiert", in die banlieues, die mehrheitlich von Muslimen bewohnten Vorstädte, 150 Millionen Euro zur Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe. Einen entsprechenden Vertrag hat François Hollande vor zwei Wochen in allerstriktester Diskretion mit dem Premierminister von Katar Hamad Bin Jassem al-Thani unterzeichnet, dem für die Investitionen außerhalb Katars zuständigen "Chefdirigenten der sehr aktiven Diplomatie Katars".

Schade, daß im Internet-Artikel des Figaro das nebenstehende Konterfei des dazu blöde dreinblickenden Präsidenten fehlt. Der staunt auch über den nächsten Streich Katars zur Unterwerfung Frankreichs, ein weiteres Projekt der friedlichen Übernahme, einen geplanten Fonds von 10 Milliarden Euro zur Verstärkung der Investitionen Katars in französische Großunternehmen. Beteiligungen an Veolia ("erfinderische Lösungen" im Bereich Wasser, Sauberkeit, Energie, Transport) und Vinci ("Finanzieren, Planen, Bauen und Bewirtschaften von Einrichtungen und Infrastrukturen") gehören Katar bereits, ebenso wie zu 100 Prozent der traditionsreiche Fußballclub Paris Saint-Germain (PSG), seit Mai 2011, und auch in der Provinz des "Président normal", Corrèze, ist Katar beteiligt an der Gesellschaft Le Tanneur, seit einer Zeit, als François Hollande dort sein Betätigungsfeld hat.

Prof. Dr. Renée Poznanski, Areas of interest: Jews in Modern France, World War II, Holocaust Studies, History and Memory, betreut die Untersuchungen von Elisabeth Marteu über Arab women’s organizations in Israel, identifying them as actors of new forms of Palestinian mobilization. Es gibt in dem Institut keinen Wissenschaftler, der sich nicht in regierungskritischer Weise mit den Arabern befaßt. Die Professorin scheint nichts mehr zu tun zu haben in ihrem Forschungs- und Lehrbereich. Juden im modernen Frankreich? Da gibt's keine Probleme. Die Darstellung Israels in den französischen Medien? Wunderbar! Heute im Figaro ein langer Artikel des Israelfeindes Adrien Jaulmes darüber, wie sehr Israel und Benjamin Netanyahu in der Welt isoliert seien: Isolé, Nétanyahou va plaider contre l'Iran à New York. Isoliert, wird Netanyahu in New York gegen den Iran auftreten. Das wird zu besichtigen sein am kommenden Donnerstag, vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Das wird aber Renée Poznanski nicht wundern bei der Hartnäckigkeit, mit der sich Israel den Entwicklungen in Frankreich, Europa und der westlichen Welt verweigert. Das bißchen Ausräuchern eines jüdischen Kosher-Ladens in Sarcelles? Bagatelle! Die arabischen Frauenorganisationen in Israel "als Akteure neuer Formen von palästinensischer Mobilisierung", die sind spannend, denn da geht es um Mobilisierung gegen Israel und die Politik der Regierung von Benjamin Netanyahu.

Dr. Lynn Schler, Interessengebiete afrikanische Geschichte, kulturelle und soziale Geschichte des Kolonialismus in Westafrika, ist im Internet nicht aufzufinden mit Protesten gegen Israel, sie hat zu tun mit der anti-amerikanischen und anti-westlichen Schiene des atlantischen Sklavenhandels von Westafrika nach Nord- und Südamerika. In Ostafrika käme sie auf die Rolle der Muslime im Sklavenhandel: Sklaventum im Islam von Mohammed bis heute. Das würde zu Widersprüchen zur Lehre ihrer Kollegen am Institut von den armen muslimischen Arabern als Opfer führen.

Neuzugang Dr. Hagar Kotef ist gelistet als eine von drei Fellows am Institut. Die Interessensgebiete der beiden anderen Fellows: Nationalism, Ethnopolitics, Ethnic Mobilization, Ethnic Conflicts, Civil Society and Opposition in Non-Democratic Settings, and Russian, Soviet and Post-Soviet Policies; Civic Society, Social Movements and Protest, Israeli Society, Social Network Analysis.

Neuzugang Dr. James Ron, von der Universität von Minnesota, der sein erstes Buch über "die staatliche Gewalttätigkeit in Israel und Serbien" verfaßt hat, wird den Lehrkörper als Professor und Aktivist ergänzen. Die Arbeitsgebiete beider sind bei IAM ausführlich referiert, Dr. Hagar Kotef schreibt über die unmenschlichen Zustände an den Checkpoints, sie unterzeichnet Petitionen, die Israel als einen Apartheid-Staat bezeichnen, und arbeitet zusammen mit Gruppen, die BDS unterstützen. Dr. James Ron, ein ehemaliger Aktivist bei Human Rights Watch (HRW), einer für ihre Israelfeindschaft bekannten 50 Millionen Dollar/Jahr schweren Organisation, die laut Wikipedia hauptsächlich finanziert wird von George Soros, dem bekannten Israelhasser und Förderer des Barack Obama, hat ausführlich veröffentlicht über die angebliche Verletzung von Rechten der Palästinenser durch Israel.

Dr. James Ron ist seit dem 26. September 2012 als Professor aufgeführt, demonstrativ eingetragen in die Liste am 10. Tishri 5773, am Jom Kippur, dem Versöhnungstag, dem höchsten jüdischen Feiertag.

Und ein weiteres Fakultätsmitglied gibt's am 26. September 2012 in der Liste; sie wird immer länger: Prof. Yinon Cohen, Affiliated Professor, von der Columbia Universität. Über seine Interessensgebiete mehr hier. Über seine zum Institut passende politische Einstellung mit bewährten Suchbegriffen "Yinon Cohen" Palestinians hier.

Hofjude!

"Professor Yinon Cohen is what some fellow academics have termed a 'court Jew', or at least a Jew that fits historian Bat Y’eor’s description of a dhimmi Jew under Arab and Muslim rule."

Da wundert sich jemand, daß Israel isoliert ist?

Solidarität aus Frankreich für Israelfeinde

Nun aber zurück zu Dr. Eric Verdeil. Wenn man seine Ausführungen durchgearbeitet hat, weiß man, daß alles berechtigt ist, was der CHE über das Institut äußert. Als Sahnehäubchen bekommt man noch die Hezbollah- und Irannähe des Autors gereicht. Er veröffentlicht zur Untermauerung seiner Worte eine Karikatur des Brasilianers Carlos Latuff, aus dem Jahr 2007: Israel. No criticism allowed. Damit es nicht auffällt, woher die Karikatur ursprünglich stammt, verlinkt er sie von der Website Criminal State des Anwalts, Consultants und Buchautors Jeff Gates, eines Juden- und Israelfeindes reinsten Wassers. Mit dem "Kriminellen Staat" ist Israel gemeint. Auch die Campagne BDS France übernimmt die Karikatur von dort in ihren Protest En Israël, aucune critique n'est permise. In Israel ist keinerlei Kritik erlaubt.

Im Artikel Carnage in Norway. Schlächterei in Norwegen, setzt Jeff Gates einen Ausspruch aus dem Manifest des Anders Behring Breivik als Motto: "So let us fight together with Israel, with our Zionist brothers against all anti-Zionists….” So laßt uns gemeinsam mit Israel kämpfen, mit unseren zionistischen Brüdern gegen alle anti-Zionisten ... Es folgt von Jeff Gates ein gegen Juden und Israel vor Haß triefender Text. Ein Blick ins Internet, und man sieht, wo der Ausspruch des Massenmörders 32 000 Mal kolportiert wird, angefangen beim Muslim-Markt bis zur Haaretz. Die Aussage ist auf Seite 1163 von 1 518 zu finden. Die Worte sprechen für sich: Israel, die Zionisten, sie haben gemeinsame Interessen, machen gemeinsame Sache mit Anders Behring Breivik. Der läßt in seinem Wahne kaum jemanden aus, aber das muß man ja nicht unbedingt vermitteln, Hauptsache, man kann Israel einmal mehr mit Dreck bewerfen.

Carlos Latuff ist ein freischaffender Karikaturist, er wurde am 30. November 1968 in Rio de Janeiro geboren, liest man auf der Website IRANCARTOON, wo der Aktivist mit Palästinensertuch abgebildet ist. Den arabischen Familiennamen hat er von seinem libanesischen Großvater geerbt, weiß Wikipedia. Die von Dr. Eric Verdeil seinem Artikel als Illustration beigefügte Latuff-Karikatur Israel. No criticism allowed findet man auf Seite 2 der von IRANCARTOON in Teheran gesammelten Werke des Künstlers.

Das IRANCARTOON beherbergende, im Oktober 1996 errichtete House of Cartoons, خانه کاریکاتور ایران, hat mit seinen von der Stadt Teheran finanzierten Aktivitäten im Mai 1998 begonnen, "talentierte Karikaturisten im Iran und der Welt zu finden" und zu fördern. Das Ausstellungsgebäude steht neben der Botschaft der palästinensischen Autonomiebehörde, in der vor der Islamischen Revolution 1979 die israelische Botschaft untergebracht war. Förderer des Projektes sind seinerzeit die als moderat in westlichen Medien gehandelten Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani und Mohammad Khatami.

Als Antwort auf die dänischen Karikaturen der Zeitung Jyllands Posten veranstaltet das خانه کاریکاتور ایران, in Teheran, vom 14. August bis 13. September 2006, einen Holocust International Cartoon Contest, an dem auch Carlos Latuff und der französische Karikaturist Dab's teilnehmen. Das ist selbst dem SpiegelOnline zuviel, der titelt: Antisemitismus. Iran stellt Karikaturen zum Holocaust aus. Aus solchen Kreisen stammen die Unterstützer des Instituts für Politik und Staatsführung der Ben Gurion Universität des Negev.

Wer noch nicht genug äußere Feinde hat, der züchte sich eigene!