19. Mai 2016

AfD kämpft für Verbot der Ahmadiyya?


Aus Erfurt berichtet, am 17. Mai 2016, der FAZ-Korrespondent für Nordhessen und Thüringen Claus Peter Müller von der Grün über den von der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft geplanten Moscheebau in der Stadt. 42 Moscheen von 100 sind bereits fertig, es fehlen 58. Das steht nicht im Artikel.

afd-kaempft-fuer-verbot-der-ahmadiyya nennt die FAZ den Link. Die Überschrift allerdings lautet "Abendlandpanik für Deutschland". Wer merkt den Unterschied?

Am Mittwoch, den 18. Mai 2016 21:24, kommentiere ich in einer Mail:

Sehr geehrter Herr Müller, leider haben Sie keine Ahnung vom Islam und erst recht nicht von der Ahmadiyya-Sekte. Das würde ich dann nicht als Vorwurf formulieren, wenn Sie nicht trotz dieser Ahnungslosigkeit munter darauf los die AfD angreifen würden. 42 Moscheen von den 100 für Deutschland vorgesehenen sind bereits fertig. In Heinersdorf sehen Sie das Gebäude von der “Größe eines Zweifamilienhauses”. Es kommt halt auf die Ansprüche der beiden (?) Familien an!
Dr. Gudrun Eussner

Dazu liefere ich dem Korrespondenten einige Informationen über die Lage der geplanten Moschee und verlinke zu meinen Artikeln Moschee-Areale im Westen, vom Islam erobertes Gebiet, vom 23. Oktober 2007, und Offener Brief an die Verschleuderer unserer Schätze, Berlin-Pankow, Rathaus. vom 8. Januar.2007. Die Artikel handeln von der Rolle von Moscheen in Ländern der (noch) Ungläubigen und von der Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf. Die Khadija Moschee, das Gebäude in Heinersdorf, ist etwas größer als das in Erfurt; das soll von der “Größe eines Zweifamilienhauses” sein. Die Lage ist bei beiden Moscheen ähnlich: in einem Gewerbegebiet.

Am selben Abend, um 23:42 Uhr, antwortet der Korrespondent, wofür ich ausdrücklich danke, gehen doch die Artikel und Meinungen von Bloggern den meisten Journalisten der MSM am Arsch vorbei, um es flockig auszudrücken:

Sehr verehrte Frau Dr. Eussner,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Mir ist nicht bekannt, in dem Beitrag "munter drauf los" die AfD angegriffen zu haben. Ich habe zitiert. Zum Beispiel aus einer Presseerklärung der AfD.
Mit bestem Gruß
Müller v. d. Grün

Die Antwort läßt mich stutzen. Im Artikel sollen keine Angriffe auf die AfD sein? Auf meine Informationen über den Islam, immerhin der Hauptteil meiner Mail, geht der Autor nicht ein. Das wäre auch nicht zielführend für ihn.

Ich lese den Artikel noch einmal und kommentiere ihn, wie folgt:

Eine Offene Antwort an Claus Peter Müller von der Grün

Im Anreißer heißt es: "Die AfD wittert ein 'langfristiges Landnahmeprojekt' und will den Bau stoppen." In diesem Zusammenhang ist “wittert” negativ besetzt.

"Die Partei will an den als gemäßigt geltenden Ahmadiyya-Muslimen ein Exempel statuieren – und sieht in den Plänen ein Beispiel für die fortschreitende Islamisierung des Abendlandes."

Bei wem gilt die Sekte als gemäßigt? Sie teilen es nicht mit. "ein Exempel statuieren” ist negativ besetzt. Schade, daß nicht auch Sie die Ahmadiyya-Moscheen als Mittel, um nicht zu sagen als Waffe fortschreitender Islamisierung des Abendlandes sehen. So ist’s nämlich!

"Der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke wird an diesem Dienstag in Erfurt ein 'Maßnahmenpaket' vorstellen, das den Moscheebau verhindern soll."

“Maßnahmepaket”: Warum in Anführungszeichen? Damit sagen Sie entweder, daß es keines ist, oder daß Sie sich davon distanzieren. Und das als jemand, der etwas berichtet! Sie transportieren stattdessen Ihre Meinung.

Nun zu Ihrer Ahnungslosigkeit in Sachen Islam: Eine Moschee ist kein “Gotteshaus”, wie übrigens auch Synagogen keine “Gotteshäuser” sind, sondern sie sind Versammlungsorte. Dort kann allerlei passieren, in Moscheen einschließlich Waffenlagerung. Erinnern Sie sich an Ihren Religionsunterricht, wo gelehrt wurde, daß Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieb?

Im Islam gibt es keinen Gott, die Muslime sind gottlos, die unterwerfen sich Allah. Sie folgen nicht den Zehn Geboten, sondern dem Koran und seinen Aufforderungen zu Mord und Totschlag. Ist aber lieb, wie Sie berichten, was das “Handbuch der Weltanschauungen” der evangelischen Kirche über die Ahmadiyya weiß. Das sind die richtigen, statt Wissenschaft ideologieverseuchte Kirchenfunktionäre!

Ikke lach ma ‘n Bruch!

"Wagishauser ist Amir, also so etwas wie der 'Führer', und Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland."

Hier setzen Sie nicht “Amir” in Anführungsstriche, sondern “Führer”. Das heißt, Sie identifizieren sich mit dem Anspruch des Konvertiten, der sich Amir nennt, aber daß er “Führer” ist, das sehen sie nicht so, obgleich die Sekte nach dem Führerprinzip strukturiert und er tatsächlich ihr Führer ist. Wikipedia weiß, und auch Christian Wulff wußte, was meinem Schaf Tränen in die Glotzaugen trieb:

Emir (von arabisch أمير, DMG amīr, wie Admiral zu amara, "befehlen", über türk. emir) bedeutet "Befehl“, "Befehlshaber“, "Fürst“, "Stammesfürst“, "Prinz“ oder "Gouverneur“.

Sie sehen die rein politisch-militärische Bedeutung des Begriffes? Oder denken Sie eher an den Shimmy-Fox Es sprach der Scheich zum Emir: Ein Drink noch, und dann geh'n mir?

"Dawood Majoka, der 'Abteilungsleiter Externe Angelegenheiten' der Gemeinschaft in Deutschland und im Hauptberuf Informatiker an der Universität Münster"? Ach, nee! Das ist keine politische Bezeichnung? Er ist der “Außenminister” der Ahmadiyya, persisch وزیر خارجه.

Ein Blick in ein Ahmadiyya-Lehrbuch aus dem Jahr 2013 ist sehr erhellend. Im Ahmadiyya-Lehrplan "198 Wege des Erfolges“ für 7-8jährige Kinder, stehen haarsträubende Sätze wie: "Ich komme in der Gesellschaft mit niemandem aus. Alle sind meine Feinde. (…) Selbst wenn ich vernichtet werde, kümmert es mich nicht, wenn mein Tod dazu führt, dass der Sieg des Islam kommt.“

So liest man es auf der Facebook-Seite von Dr. Alice Weidel, am 15. Mai 2016, um 5:30 Uhr. Das kann selbst ich noch lesen, obgleich ich mich von Facebook verabschiedet habe: Nie wieder Facebook!

Das soll Dr. Alice Weidel “unzulässig verkürzt” haben, wie die Linke. Hier suggerieren Sie AfD = Linke bzw. zumindest deckungsgleich in wesentlichen Bereichen, nämlich den Ansichten über den Islam. Diese Gleichheit oder Ähnlichkeit mit der AfD kann ich bei der Linken allerdings nirgends feststellen.

Ihr unkommentierter Hinweis des “Amir” auf frühere Zeiten, “historische Gedichte” zeigt, daß Sie nicht wissen, was im Islam Zeit bedeutet, nämlich nichts. Was immer Ihnen der "Abteilungsleiter Externe Angelegenheiten“ dazu erzählt, fällt unter Taqiyya. Dan Diner schreibt dazu in seinem Buch Versiegelte Zeit. Die FAZ kommentiert: "Dieses Buch gehört zum Anregendsten, was zum Thema Islam und Islamismus publiziert worden ist."

Zwar ist "anregend" nicht ganz passend und "Islamismus" gibt's nicht, aber immerhin!

Der zitierte Text ist heute so gültig wie damals. Es gibt im Islam nicht “sein” im Sinne des Zustandes, des vergänglichen Befindens, “estar”, vs. “ser”, im Sinne von "Wesen", "festehen", wie im Spanischen. Islam = “Ser”. "Islam ist Islam", meint Recep Tayyip Erdogan dazu.

Doch es sei eben eine Religionsgemeinschaft und keine politische Vereinigung.
Aufschlußreich zu sehen, wann Sie referieren, und wann Sie Ihre Meinung kundtun.

Jede islamische Vereinigung ist eine politische, weil sie auf der Lehre des Koran beruht. Ich gehe davon aus, daß Sie da nicht hineingesehen haben, sonst könnten Sie nicht unkommentiert schreiben: "Der Koran rechtfertige keine Gewalt, sagt Majoka. 'Wer seine Gewalttaten mit Bezug auf den Koran begründet, hat so wenig Ahnung vom Islam wie die AfD'.“

Ich fasses nicht! Das lassen Sie so stehen, die Beleidigung der AfD gleich mitgeliefert? Das ist kein Angriff auf die AfD "munter drauf los"?

"Die vernünftigen Leute in der AfD"? Herr Prof. Dr. Jörg Meuthen macht durch seine Politik die AfD zu einer Art FDP, einschließlich derer Islambegeisterung; da wählt man die FDP doch lieber gleich. Wie sich ein Parteivorsitzender auf Socken zum Gesprächspartner begeben kann! Das allein schon ist eine Bankrotterklärung! Warum findet die Begegnung nicht auf neutralem Boden statt?

Diese Unterwerfung unter die Regeln der Ahmadiyya erwähnen Sie nicht, geschweige denn, daß Sie sie kommentieren! Was die Muslime dem entnehmen, können Sie nicht ermessen, weil Sie in Sachen Islam ahnungslos sind.

Sich vernünftig unterhalten” = die Lehre des Islam vermitteln. "Vernünftig" ist die Unterhaltung mit einem Ungläubigen dann, wenn der auf dem Wege ist, den Herrschaftsanspruch des Islam zu verstehen und zu akzeptieren.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD Thüringen Stefan Möller hat, wie er selbst sagt, keine Ahnung vom Islam. Er ist Unternehmensjurist. Welche Ahnung die religionspolitische Sprecherin der Fraktion Corinna Herold hat, von Beruf Zahnärztin, lassen Sie offen. Darf ich raten? Die Dame hat sich über den Islam informiert, oder sie ist für den "Amir" als Frau nicht weiter erwähnenswert.

Diejenigen in der AfD, die gegen den Moscheebau sind, haben nach Ihren Ausführungen keine Ahnung vom Islam. "Allein die AfD sei unter den Thüringer Parteien gegen den Bau der Moschee." Das heißt, die Partei ist auch auf dem Gebiet isoliert, womit Sie übrigens alle Moscheegegner beleidigen, die nicht AfD-Mitglieder oder deren Sympathisanten sind. Das scheint nach anderen Berichten in Erfurt die Mehrheit zu sein.

Zum Thema Religionsfreiheit empfehle ich meinen Artikel, vom 20. März 2011:
Karl Albrecht Schachtschneider. Es gibt keine Religionsfreiheit

Das heißt betreffs Moscheebau in Erfurt, daß er nicht unter den Schutz des Grundgesetzes fällt. Schwierig zu verstehen, man muß aufmerksam lesen. Peinlich, daß die im Thüringer Parlament vertretenen Parteien SPD, Grüne, Linkspartei und CDU die Gesetzeslage nicht kennen. Es verwundert nicht; selbst das Bundesverfassungsgericht hat mit dem Verständnis Probleme, nachzulesen in meiner Rezension und vor allem im Buch Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam.

Sie, Herr Müller von der Grün, zitieren den friedlichen "Amir" und scheinen nicht zu verstehen, daß er klug genug ist zu wissen, daß in unseren Breiten die gewaltsamen Formen der Islamisierung kontraproduktiv für die Ausbreitung des Islam sind. Die Terroristen operieren in einer gegenwärtig unangebrachten Phase des Glaubenskrieges. Worum es dabei geht, lesen sie im Artikel, vom 14. August 2011: Das "Projekt" der Muslimbruderschaft, die islamische Internationale

So funktioniert es nicht nur bei den Muslimbrüdern, sondern im Islam allgemein.

Den Zynismus des Hubertus Staudacher, des Islambeauftragten des Bistums Erfurt, wenden Sie ebenfalls gegen die AfD. Merken Sie nicht, wie tief die katholischen und evangelischen Kirchenfunktionäre gesunken sind, angefangen beim Papst Franz?

"An die paar Katholiken und Protestanten haben sich die Menschen in einer zu 80 Prozent areligiösen Gesellschaft gewöhnt.“

Und ich dachte, den Hubertus Staudacher hätte das Bistum vor drei Jahren in Rente geschickt! Wenn's um die Beschönigung des Islam geht, tut er noch gute Dienste? Was er unter würdevollem Leben der Religion versteht, sagt er dem Domradio, am 19. Mai 2016:

"Es gibt vom Bistum her eine grundsätzliche positive Einstellung. Das ist bei uns durch die Konzilstexte, die Erklärung zur Religionsfreiheit und die Erklärung zu den nicht-christlichen Religionen getragen. Ich denke dabei auch an das Schreiben der Bischöfe aus dem Jahr 2008 zum Moscheebau in Deutschland. Religionsgemeinschaften haben das Recht, ihre Religion, ihren Kult in würdigen Formen zu leben und zu praktizieren. Was wir jetzt vielfach in Kellerräumen, in Hinterhofmoscheen, in sehr ungeeigneten Räumen erleben, das kann man nicht als würdevollen Kult bezeichnen."

Es folgt die als Witz verpackte Unverschämtheit des Abdullah Uwe Wagishauser: "Die AfD gehört ebenso zu Deutschland wie wir Muslime." Aber irgendwie ist mir dieser Konvertit sympathisch; er führt nämlich Sie, die Journalisten, die deutschen Parteien, Institutionen und die Kirchen vor, ohne daß Sie das merken. Der nächste Ausspruch wird sein: "Die Nichtmuslime gehören ebenso zu Deutschland wie wir." Und eines nicht fernen Tages heißt es: "Die Nichtmuslime gehören zu Deutschland, wenn sie Kopfsteuer zahlen, Jizya." Und zum Schluß wird befohlen: "Die Nichtmuslime haben Deutschland zu verlassen und dabei ihr Vermögen zurückzulassen, widrigenfalls sie des Todes sind."

Sie lachen? Kennen Sie nicht die Geschichte der islamischen Eroberungen? Tja, "Ein' trink' mer noch, dann geh'n wir gleich!"

Zum Verfasser desFAZ-Artikels:

Claus Peter Müller von der Grün, Jahrgang 1960, abgeschlossenes Studium der Journalistik und der Politikwissenschaft, Schwerpunkt Wirtschaftspolitik, ist seit Mai 1991 Politikredakteur der FAZ, und zur Zeit Korrespondent des Blattes für Nordhessen und Thüringen, mit Sitz in Kassel. Er ist Träger des Medien-Preises der Johanna- Quandt-Stiftung sowie des Hessischen Journalistenpreises. Bei der Lektüre der Kurzbeschreibung seines Werdeganges bleibt ein Begriff hängen: "Pauschalist".

Weder der Tehmenbereich "Islam" noch "AfD" gehören zu seinen Arbeitsgebieten, und deshalb hält es die FAZ wie andere Medien für angebracht, ihn sich über etwas äußern zu lassen, von dem er keine Ahnung hat: Islam und AfD. Ob es beabsichtigt ist von den Medien, oder ob es sie nicht schert, mögen die Leser beurteilen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es Absicht ist; denn es gäbe genug wissenschaftlich anerkannte Orientalisten und Parteiforscher, die über den Islam und über die AfD sachlich informieren könnten.