27. März 2017

Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Update, vom 10. April 2017

Liebe Freunde!

Inzwischen rafft meine Herrin, wozu Vorwahlen dienen. Ich weiß das schon viel länger, blök!

Updates
  • Wie aus dem Parti Socialiste eine Partei wie die Demokraten der USA wird.
  • In Washington  ist das Verhältnis Legislative-Exekutive anders als in Frankreich.
  • Die Große Moschee, die Muslimbrüder, Millî Görüş, CCMTF und Glauben und Praxis wollen erst einmal warten, wie es nach der Wahl mit der Islamisierung weitergehen kann.
  • Emmanuel Macron, Verkörperung des immerwährenden Aprilscherzes
  • Emmanuel Macron ist so gut wie gewählt!

Es dürfen da nicht etwa nur Parteimitglieder, sondern alle im Internet abstimmen, die sich als zu derjenigen Partei gehörig oder mit ihr sympathisierend fühlen, die solche Wahlen abhält. Kontrolliert wird das nicht. Im Fall des Parti Socialiste (PS) geht das so:

Von den PS-Funktionären und PS-Mitgliedern, Ministern und ihren Apparaten, Regional-, Departments- und Kommunalregierungen sowie von allen, die von PS-Funktionen leben, es sind zig Tausende, stimmen viele für den linken Kandidaten, weil die Umfragen sagen, daß die Bürger Frankreichs nach dem kontur- und erfolglosen François Hollande endlich eine richtig linke Politik wollen. Ihren Wählern nach dem Mund zu reden, setzen sich diese PS-Funktionäre in ihren Wahlkreisen für Benoît Hamon ein; denn Manuel Valls, von der linksrechten Mitte und einzig präsidentiabler Kandidat, kommt sowieso für niemanden im PS in Frage, weder für die Linken noch die Linksrechten, noch für seine einstigen Amtskollegen, der ist nämlich verbrannt durch seine Zeit als Premierminister, und François Hollande haßt ihn eh, weil er keine Gelegenheit ausgelassen hat, sich gegen den Präsidenten zu profilieren.

Benoît Hamon, ce pauvre con, ist also Kandidat, aber da jeder weiß, daß Wahlen nur in der Mitte gewonnen werden, ziehen Gönner der Kaviarlinken und Vertreter der Globalisierung als Präsidentschaftskandidaten einen smarten jungen Mann aus dem Hute, Emmanuel Macron, den Wirtschaftsminister des François Hollande, von August 2014 bis August 2016, und er wird samt einer En marche ! genannten Bewegung als Retter des Parti Socialiste erfunden. Das Projekt ist schon vor den Vorwahlen entwickelt worden, die Herrschenden, die gern Herrschende bleiben wollen, überlassen nichts dem Zufall.

Parallel zur Demontage des in den Vorwahlen bestimmten Präsidentschaftskandidaten des PS Benoît Hamon wird durch von der sozialistischen Regierung eingesetzte und angeleitete Juristen der Finanzstaatsanwaltschaft unter der Führung der von François Hollande 2014 trotz ihrer geringen Erfahrung im Fachgebiet berufenen Éliane Houlette, der Kandidat der Républicains François Fillon diskreditiert und vorgeführt, bis konservative Wähler, die etwas auf sich halten, ihn nicht mehr wählen können, wenn sie morgens noch in den Spiegel schauen wollen.

Fazit: Von den Sozialisten eingesetzte Juristen bestimmen den Wahlausgang.

Im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen treten elf Kandidaten an, von denen, wie's jetzt aussieht, Marine Le Pen und Emmanuel Macron es in den zweiten Durchgang schaffen. Es folgt das schon 2002 praktizierte "Faire barrage", mit dem die Machtübernahme des Front National verhindert wird: Nie wieder Vichy! Diesmal wird es dabei einen Rekord an Nichtwählern geben; denn eher soll den Bürgern, die François Fillon gewählt hätten, die Hand abfallen, als daß sie sich mit dem Front National gemein machen. Einige werden sogar Emmanuel Macron wählen, vor allem diejenigen, die nicht wissen, welche abgehalfterten politischen und  dezidiert operierenden Finanzkreise ihn stützen.

Update, vom 28. März 2017


Heute steht im Figaro auf zwei Seiten, 2+3, und hinten, Seite 14, genau das, was ich gestern geblökt habe über En marche ! und den PS.

Une présidentielle mortelle pour le PS. Par Sophie de Ravinel
Eine für den Parti Socialiste tödliche Präsidentschaftswahl

Simonnet prédit l'"explosion" du parti. Simonnet sagt die Explosion der Partei voraus.

"Les primaires du Parti socialiste sont faites pour broyer le candidat."
Die Vorwahlen des Parti Socialiste wurden durchgeführt, den Kandidaten zu zermalmen.

Im Département Hérault der große Durchhänger der PS-Mitglieder

Die PS-Funktionäre, die im Amt bleiben wollen, schmieden jetzt schon eine Koalition mit En marche ! für den zweiten Durchgang, 7. Mai 2017. Da wird ausgekaspert, wer welche Ämter besetzt.

"Faire barrage" heißt dann, daß die Sozialisten von Links- bis Rechtsmitte alle Emmanuel Macron wählen. Da nicht davon auszugehen ist, daß linke PS-Wähler sowie signifikante Teile der Fillon-Wähler ihr Kreuz bei Marine Le Pen machen, weil seit den Präsidentschaftswahlen 2002 verschärft Naziwarnung in die Hirne eingehämmert wurde, wird Emmanuel Macron Präsident, und der PS wird zu einer Partei wie die Demokraten in den USA. Zwar kann man es nicht 1:1 übertragen, aber Marine Le Pen vertritt eben die Schichten, die in den USA Donald Trump gewählt haben.

Die Wahlen zur Nationalversammlung finden in Frankreich nach den Präsidentschaftswahlen statt. Die Abgeordneten werden nicht wie in Demokratien üblich, als Wahrer der Rechte der Bürger gegenüber der Regierung angesehen, sondern sie sind dazu da, die Politik des Präsidenten und seiner Minister im Land durchzusetzen. Sie haben eine ähnliche Funktion, wie die Besitzer der Medien sie nicht nur in den USA und in Frankreich, sondern auch in Deutschland den Journalisten zuweisen.

Wähleranalysen zeigen, daß sich das Wahlverhalten Richtung Klassenwahl rückentwickelt. Schluß ist mit Kompromissen zu Wirtschafts- und Kulturliberalismus. Es herrschen entweder diejenigen, die für oder die gegen die Globalisierung, Entgrenzung von Staat und Gesellschaft sowie die Zerstörung der Individuen operieren. Man muß nur schauen, wer sich wie zum Islam positioniert, dann weiß man, wer wo steht, und was mit Emmanuel Macron und seiner Präsidentschaft Frankreich und die EU zu erwarten haben.

Update, vom 29. März 2017

Le Figaro beschäftigt einen Wirtschafts-Korrespondenten in Washington. Pierre-Yves Dugua schilt und belehrt Donald Trump wie Philippe Gélie, man muß nicht befürchten, die als Analysen verkauften Meinungs-äußerungen wären andere, sondern für weiteres Amusement ist gesorgt.

Trump doit apprendre très vite à négocier avec le Congrès Trump muß sehr schnell lernen, mit dem Abgeordnetenhaus zu verhandeln.

"À Washington, le président n'est pas un PDG, et le pouvoir législatif n'obéit pas au pouvoir exécutif."

Der Korrespondent schildert, und das wird eigens mit großen Buchstaben mitten in den Artikel der Seite 17 gesetzt, welchen Unterschied er in den USA zu Frankreich sieht, das Verhältnis zwischen Legislative und Exekutive betreffend: "In Washington ist der Präsident kein Unternehmenschef, und die Legislative gehorcht nicht der Exekutive."

In Frankreich sieht sich der Präsident allerdings nicht als Unternehmenschef, leider, könnte man anmerken, sondern er sieht und verhält sich als oberster Gebieter über Legislative und Judikative. Tja, Donald Trump muß noch viel und schnell lernen!

Update, vom 31. März 2017


La "Charte de l'imam" divise l'islam de France. Par Jean-Marie Guénois, Le Figaro,  30 mars 2017
Die "Charta des Imam" spaltet den Islam von Frankreich.

Ein Beitrag zu Strategie und Taktik der Islamisierung Frankreichs

Die Politideologie Islam, angeblich eine unpolitische Religion, zeigt sich einmal mehr in der Reaktion laut Jean-Marie Guénois zweier [!] Mitglieder der im Muslimrat, im Conseil Français du Culte Musulman (CFCM), von Nicolas Sarkozy zwangsvereinten Vereinigungen, der von Algerien dominierten Grande Mosquée de Paris und der Union des Organisations Islamiques de France (UOIF) der Muslimbruderschaft, auf die vom CFCM vorgelegte "Charta des Imam".

Vierundzwanzig Stunden nach ihrer Veröffentlichung hätten sich die Vorsitzenden beider Vereinigungen distanziert von der Charta, in der festgelegt ist, daß Imame "maßvolle Predigten" halten, "die Werte und Gesetze der Republik achten" und sich "gegen Haßpredigten und gegen Terror im Namen der Religion" wenden sollen.



Die Große Moschee, das CCMTF und Glauben und Praxis hoffen auf weitere friedliche Islamisierung unter Emmanuel Macron; die UOIF und Milli Görüs / CIMG legen sich grundsätzlich nicht fest auf die in der Charta gelisteten, dem Koran und der Scharia widersprechenden Einschränkungen der Mittel und Wege zur weltweiten Verbreitung des Islam.

Update, vom 1. April 2017

Es ist am 1. April 2017 schwierig, außergewöhnliche Nachrichten zu bringen, ohne daß die Leser sie für Aprilscherze halten. Dies desto sicherer, als die Medien täglich Aprilscherze verbreiten. 


Das Treffen hat stattgefunden! Der ehemalige Bürgermeister von Nizza Christian Estrosi, Präsident der Region Paca, und der Star des sich aus der sozialistischen Asche in  Höhen der Demokraten schwingende Emmanuel Macron, von der Bewegung Am Arsch! [Frankreich nämlich, blök!] kann für die Demokraten als voller Erfolg gewertet werden. In etwas mehr als einer halben Stunde wurden alle Hindernisse beseitigt, die "faire barrage" entgegenstehen könnten. 

"Der Kampf gegen den Front National ist vordringlich," twitterte Emmanuel Macron nach dem Treffen. "Christian Estrosi ist gegen ihn schon immer das Bollwerk in der Region Paca."

In einem gemeinsamen kurzen Kommuniqué mit dem kämpferischen Titel  ¡No pasarán! traten beide Politiker vor die Kameras. Sie widersprachen dabei denjenigen Mitgliedern der Republikaner, die ihnen eine geheime Absprache unterstellten, mit der Les Républicains der Region Opaca schon für den ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen, am 23. April 2017, zur Wahl von Emmanuel Macron aufgerufen wurden, um so sicher zu verhindern, daß ihr politischer Gegner François Fillon es, zum 7. Mai 2017, in die Stichwahl schafft. Es sei stattdessen um Mandats- und Postenverteilung zwischen Les Républicains und Am Arsch! für die Wahlen zur Nationalversammlung gegangen, Stichworte: Christophe Castaner - Parti Socialiste - retrait - Christian Estrosi - Les Républicains.

À Marseille, Christian Estrosi reçoit Emmanuel Macron


Update, vom 10. April 2017


38% der Befragten wissen noch nicht, ob sie wählen, und, wenn ja, wen.
Für den zweiten Durchgang sieht KANTAR Sofres dieses Ergebnis für vier mögliche Duelle:

Macron - Le Pen 61 : 39, Macron - Fillon 66 :34, 
Fillon - Le Pen 55 : 45, Mélenchon - Le Pen 57 : 43.

Nur wenn François Fillon im zweiten Durchgang gegen Marine Le Pen anträte, würde er Präsident. Diese Variante haben Le Canrad enchainé und die hinter ihm wirkenden Sozialisten um François Hollande mit ihrer Justizkampagne verhindert, und so wird es fünf weitere Jahre linker Regierung geben, obgleich Frankreich seit vielen Jahren politisch rechts steht.


Les Trois Glorieux
Benoît Hamon - François Hollande - Emmanuel Macron


Blök!
Euer Schaf
Wahlbeobachter