8. Februar 2014

Sotschi 2014. Frankreich versinkt in Neid und Mißgunst


Perpignan ist die zehntärmste Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern Frankreichs. Man gehe durch die Straßen, und nicht etwa nur durch die Araberviertel, um zu sehen, was das bedeutet. Das historische Zentrum der Stadt ist verwaist, ein Ladengeschäft nach dem anderen schließt. Der Rest verkauft Billigware. Wollsocken oder Wollpullover sucht man in den Läden vergeblich, alles Synthetik, Naturstoffe kann sich kaum noch einer leisten. Will man ein neues Fenster in seinem Schlafzimmer einbauen lassen, so wird der vereinbarte Liefertermin nicht eingehalten, und man muß telefonisch nachfragen, was los ist. "Ach, ja, ich wollte Sie noch anrufen!"

Updates siehe unten. Zwei Goldmedaillen für den Katalanen Martin Fourcade!

Frankreich kriegt nix gebacken, wenn es aber darum geht, anderer Staaten Leistungen zu schmälern, anderer Regierungen und Völker Fehler und Versäumnisse zu beurteilen, dann sind Politik und Medien Frankreichs vorn, so auch die Provinzblätter des Roussillon Midi Libre und L'Indépendant.

Man erinnert sich?

Im August 2003 kostet eine Hitzewelle in Frankreich in drei Wochen fast 15 000 Menschen das Leben, fünfzehntausend, darunter sind zahlreiche alte Menschen und chronisch Kranke. Die Ärzte bleiben in ihrem wohlverdienten Urlaub, Städte und Dörfer sind medizinisch verwaist, es kommt auch kein Gesundheitsminister auf die Idee, sie zurückzurufen. Das aber hält die französischen Medien nicht ab, nach dem zwei Jahre später im Südosten der USA, im August 2005, mit einer Stärke bis zu 280 km/h wütenden Hurrikan Katrina, der ca. 1 800 Tote verursacht, Haß und Häme über die USA und ihren Präsidenten George W. Bush auszugießen.

Der Midi Libre, am 3. September 2005: Ouragan: le spectacle désolant d´une Amérique boussolée. Hurrikan: Das traurige Schauspiel eines verwirrten Amerikas. "Sie wollten Millionen ausgeben, um ein Stadion zu bauen, aber sie waren nicht einmal in der Lage, die Deiche zu befestigen."

L'Indépendant, das andere Provinzblättchen, steht dem am selben Tag in nichts nach: La situation reste chaotique. Le bilan pourrait dépasser les 10 000 morts. Die Lage bleibt chaotisch. Die Bilanz könnte 10 000 Tote übersteigen.

Es sind insgesamt nicht 10 000, sondern 1 800 Tote zu beklagen. Weitere Vorwürfe an die säumige und unfähige Regierung des George W. Bush liest man in den Artikeln Spenden für die Opfer des Hurrikans Katrina und Frankreich. Überschwemmungskatastrophe: Schuld sind die anderen.

Von 2001 bis 2007 gehören beide Zeitungen zur linken Le Monde Gruppe, die das Geschick besitzt, sie abzustoßen. Bis heute gehören sie zur Mediengruppe Sud Ouest, die sie aber lieber jetzt als später los wäre. Sie findet keinen Käufer, meldet Le Monde, am 6. November 2013 : La famille actionnaire de "Sud Ouest" n'arrive pas à trouver d'investisseur. Wen wundert es, daß solche Blätter immer weniger Leser finden, sie arbeiten nicht mit Information, sondern mit Meinung, die sich die Leser allerdings lieber selbst bilden würden.

Nicht nur bei der Bewältigung von Katastrophen, sondern auch in der Justiz legt Frankreich ein Tempo vor, daß einem Hören und Sehen vergeht. Heute liest man in den Aktualitäten des Indépendant nicht etwa über die Winterspiele in Sotschi, und wenn es eitel Häme über politische Hintergründe wäre, sondern Vorwürfe von Korruption gegen den damaligen Premierminister (1993 bis 1995) des bürgerlichen Lagers Edouard Balladur und seinen Verteidigungsminister François Léotard, aus dem Jahr 1995, sind heuer in Frankreich aktuell. Affaire Karachi : l'étau se resserre sur Balladur et Léotard. Die Karachi-Affäre: der Schraubstock zieht sich um Balladur und Léotard zu. Es geht um Provisionszahlungen für Waffenlieferungen an Pakistan und deren Verwendung zur Finanzierung des Wahlkampfes. Für solche von Sozialisten ausgegrabenen Antiquitäten soll man einen Euro pro Exemplar zahlen? Die Journalisten tun mir leid, die um ihre Anstellung zittern müssen: Nouveau plan de départs annoncé. Ein neuer Plan für Abgänge angekündigt. Die freiwilligen Abgänge von 2012 reichten nicht aus.

Frankreich befindet sich hoffnungslos hinterm Mond, was sich, um zum Sport zurückzukehren, bei der Bewerbung von Paris um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2012 der Welt zeigt. Zu der Zeit ist die Politik des Jacques Chirac am Ende angekommen. Der von General Charles de Gaulle an die Franzosen gerichtete Appell vom 18. Juni 1940 wird zum 65. Jahrestag aktualisiert zum Appell du 18 juin. Chirac démission, Appell des 18. Juni, Chirac Rücktritt, und 2005 auf einem gleichnamigen Blog zur Unterschrift ausgelegt. Man kann die Einträge auf der Website heute noch lesen und staunen. Zeitlos gültige Einschätzungen der Politik des Jacques Chirac und Frankreichs stehen bereit, auch zur Bewerbung von Paris um die Olympischen Sommerspiele 2012. 

Après le non à la Constitution, il comptait sur un oui à Paris 2012. Perdu. Nach dem Nein zur [EU-] Verfassung rechnete er mit einem Ja für Paris 2012. Verloren. Nouvelle claque pour Chirac. Weitere Ohrfeige für Chirac. Er sei nicht auf der Höhe der Zeit, meint die linke Libération. Es reiche nicht, in Singapur einigen Mitgliedern des IOC die Hand zu schütteln und salbungsvolle Worte zu sprechen, wie: "Le dialogue entre les peuples et entre les cultures". Der Dialog zwischen den Völkern und den Kulturen. Georges W. Bush und Tony Blair hätten ihren Freund "Jacques the Loser" anschließend an die "Katastrophe der Demütigung" auf dem G8-Gipfel von Gleneagles willkommen geheißen.

Was die Olympiabewerbung 2012 der Stadt Paris angeht, so lassen sich die Franzosen monatelang blenden von Medienberichten, in denen der Stadt Paris vor ihrer Hauptgegnerin London ein Vorsprung attestiert wird. Tatsächlich liegt Paris immer knapp hinter London in der Bewertung der Wetter bei den Londoner Buchmachern. Diese Wetter wollen Geld machen. Sie haben ihre Augen und Ohren überall, wo es Informationen zum Stand der Chancen gibt. Beim Buchmacher Ladbrokes setzen auf die britische Hauptstadt 40 Prozent der Wetter, während auf Paris 36 Prozent setzen. Die französischen Medien halten es nicht für angebracht, solche Recherchen anzustellen, sondern betätigen sich als linke Märchenerzähler, ohne je Verantwortung für ihre Falschinformationen zu übernehmen. Sie verweben in ihre Artikel ihre und die Wünsche und Hoffnungen der Franzosen. Das steigert kurzfristig Auflage und Ansehen.

Philippe Gélie und Jean-Louis Turlin haben das in der Berichterstattung zum Wahlkampf des Barack Obama 2008 im Figaro bis zum Delirium betrieben.

Im Artikel Jacques Chirac - Olympiade 2012, vom 12. Juli 2005, kann man nachlesen, wie verfehlt die Politik und die Berichterstattung der Medien Frankreichs sind. Nach der Entscheidung zugunsten Londons schütten Politiker und Medien Mistkübel aus über Großbritannien. "Der Sieg ist anders zustande gekommen als durch Olympia-Geist", meint der sozialistische Bürgermeister von Paris Bertrand Delanoë, und das unmittelbar nach dem Londoner Attentat, vom 7. Juli 2005. Diesen Eliten ist nichts heilig, und schuld sind immer die anderen.

Zu der Zeit, im Sommer 2005, ist François Hollande Generalsekretär des Parti Socialiste, er strebt die Präsidentschaft 2007 an. Meine Einschätzung seinerzeit: Dabei schlafen die Franzosen dennoch beinahe ein, auch ohne die zusätzlichen Aufregungen um den seines Nein zur europäischen Verfassung wegen aus dem Nationalrat des PS ausgeschlossenen Laurent Fabius. Seinen Platz nimmt "auf Einladung des François Hollande" (sic!) Dominique Strauss-Kahn ein, und das Kandidatenduell kann bei größtem Desinteresse der Wähler losgehen. 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und das Desaster mit dieser Inkompetenz auf dem Motorroller geht sieben Jahre später los, ab Mai 2012.

Der Rußland-Korrespondent des Figaro Pierre Avril findet für die Spiele in Sotschi erst einmal anerkennende Worte: La Russie subjuguée par ses Jeux. Rußland von seinen Spielen in den Bann geschlagen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien weniger streng als in London 2012, bemerke ein Kollege. Die Russen seien stolz darauf, in sieben Jahren geschafft zu haben, wozu andere zehn oder gar fünfzehn benötigt hätten, zitiert er die Regierungszeitung Rossikaya Gazeta. Ohne gleich seine eventuell gegenteilige Meinung dazu zu äußern, berichtet er erst einmal. 

Am Tag der Eröffnungszeremonie seien 24 Jungen und zehn Mädchen in Sotschis Krankenhäusern geboren worden, freue sich [die russische Nachrichtenagentur] Interfax. Die Presseschau dieser Agentur habe positive Artikel der internationalen Presse gebracht, aus England und Italien: "Eine mächtige und malerische Zeremonie." Die italienische Tageszeitung La Repubblica habe die Eröffnung als viel weniger frivol eingeschätzt als die in London. Nebenbei: Le Figaro ist nicht in der Lage, den Namen der italienischen Zeitung korrekt wiederzugeben, die britischen Zeitungen werden gar nicht erst genannt.

Der Gestalter der Eröffnung Konstantin Ernst, Direktor des Ersten öffentlichen Fernsehsenders, erinnere daran, daß eine seiner künstlerischen Absichten gewesen sei, "seine Liebe zu Rußland zu zeigen." Wer die Veranstaltung gesehen hat, wird bestätigen, daß ihm das gelungen ist. Da können die Kommentatoren des ZDF getrost etwas erzählen davon, daß klassische russische Musik gewählt worden sei, weil sie in Rußland keine solch tolle Rockmusik wie die Briten hätten, die Klassik paßt einfach wunderbar zum Bild, das man sich von Rußland macht. Auftritte wie die der Punk Rock Protest Gruppe Pussy Riot in einer Moskauer Kirche 2012 hält Konstantin Ernst anscheinend nicht für geeignet. Schade, das wäre gewiß nach dem Sinn aller westlichen Korrespondenten gewesen. Es wundert mich nicht, daß deutsche und französische Beiträge von Interfax nicht ausgewählt wurden. Ohne sie gelesen zu haben, ahne ich, was darin steht. 

Pierre Avril kann  denn auch nicht mehr an sich halten, er liefert seinen Tribut an Kritik und Abwertung Rußlands, in dem er ausgerechnet am freudigen Ereignis der Geburten ansetzt: "In genau der Minute, in der die Show  begonnen hat, d.h. um 20 Uhr 14 Lokalzeit, 'ist ein Junge geboren worden', begeistert sich der Chefarzt [sic!] des Geburtszentrums Olga [sic!] Tourenko. 'In unserer Stadt gibt es eine große Zukunft,' ergänzt der Stellvertretende Bürgermeister [sic!] von Sotschi Irina [sic!] Romanets. Der vorgegebene 'Anstieg der Geburten' in Rußland, wo die Lebenserwartung sehr niedrig ist, ist eine der Säulen der nationalen Propaganda."

À la minute même ou a débuté le show, soit 20h14 heure locale, «un garçon est né», s'enthousiasme le médecin principal du centre de natalité, Olga Tourenko. «Dans notre ville, il y a un grand avenir», a renchéri le maire adjoint de Sotchi, Irina Romanets. La prétendue «hausse de la natalité» en Russie, où l'espérance de vie est très basse, est l'un piliers de la propagande nationale.

Update

USA. Das Kind als Objekt: Waisenkinder (Zum Thema "nationale Propaganda" in Rußland)
30. Dezember 2012

Und dann gibt's noch eine kritische Stimme der russischen Zeitung Vedomosti zur Eröffnungszeremonie: Nichts Besonderes, eines der zahlreichen olympischen Spektakel. Nicht mißlungen aber ohne Überraschungen. In sechs Monaten spreche niemand mehr darüber und schämen täte sich auch keiner. So endet der Bericht des Korrespondenten. Neid und Mißgunst sprechen daraus. Weitere derartige Propaganda ist zu erwarten, vor allem, wenn's mit dem Medaillensegen für Frankreich nicht so klappen sollte.

Update.

Die Hoffnung des Roussillon und Frankreichs ohne Medaille!

Hurra! Unser Martin Fourcade gewinnt am Montag, 10. Februar 2014, Gold im Biathlon!
Jean-Guillaume Béatrix, aus Lyon, gewinnt Bronze! Die ersten beiden Medaillen für Frankreich!

Hurra, noch 'ne Medaille für den Katalanen Martin Fourcade. 13. Februar 2014,
im Biathlon-Einzel über 20 Kilometer!

Vedomosti ist eine seit 1999 täglich erscheinende Wirtschaftszeitung, gegründet von der Financial Times und dem Wall Street Journal und herausgegeben vom größten russischen Verlagshaus Sanoma Independent Media. Herausgeberin ist Tatiana Lysova, eine ehemalige Korrespondentin der Wochenzeitschrift Kommersant Weekly. Das alles verschweigt Pierre Avril, so daß die Leser das Urteil der Vedomosti nicht einordnen können. Was unabhängige Medien sind, weiß Sanoma von ihren Gründern. Die Gruppe "unterhält, informiert und erzieht [sic!]" laut eigener Aussage täglich Millionen Menschen in Finnland, den Niederlanden, Belgien sowie in Zentral- und Osteuropa.

02/08 17:31  Putin: Slamming Russia as Olympics host means "cheating the athletes", meldet Interfax. So ist es. Darum sind die Regierungschefs der Niederlande und Italiens angereist und werden dafür laut Kommentatoren des ZDF gescholten, es wären nur zwielichtige Regierungsvertreter anwesend. Von wem gescholten, wird nicht mitgeteilt, vielleicht von Angela Merkel? Die Beleidigung der deutschen Athleten bleibt ihr und Bundespräsident Joachim Gauck vorbehalten. Italien und sein Präsident Enrico Letta bemühen sich derweil um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024, da sollte er in Sotschi schon anwesend sein und IOC-Präsident Thomas Bach nicht in den Rücken fallen.

Aber zurück zur Provinz Roussillon. Wer meinen sollte, daß Midi Libre und L'Indépendant aus Erfahrungen der Hitzewelle 2003 oder dem Mißerfolg der Pariser Bewerbung für Olympia 2012 klug geworden wären, der irrt. La 22e olympiade d'hiver s'est ouverte hier. Mais la polémique sur le coût des JO et la politique russe pèsent. Die 22te Winterolympiade ist gestern eröffnet. Aber die Polemik über die Kosten der Spiele und die russische Politik fallen ins Gewicht, titelt Midi Libre auf Seite Eins. Man sollte meinen, Frankreich müßte für die Kosten von 50 Milliarden Dollar / 37 Milliarden Euro der siebenjährigen Vorbereitungszeit aufkommen. Wenn die Spiele vorbei sind, werden Kosten von mehr als 50 Milliarden Euro entstanden sein.

Zum Vergleich: Die Spiele in Peking, 2008, sollen 42 Milliarden Dollar / 30,9 Milliarden Euro gekostet haben, wenn Chinas Angaben denn stimmen. Die russischen Spiele werden also mindestens sechs Milliarden Euro teurer als die chinesischen. Für beide Beträge muß 'ne Oma lange stricken. Ein qualitativer Unterschied in den Kosten ist, anders als bei den Kosten für die Winterspiele 2010 nicht zu erkennen. Die Kosten für die Spiele in Vancouver betrugen nur 7,4 Milliarden Dollar / 5,5 Billionen Euro. Einige Gründe für die hohen Kosten in Sotschi listet die Deutsche Welle auf. Der subtropische Ferienort, er liegt auf derselben Breite wie St. Tropez, mußte in einen Wintersportort verwandelt werden. Die Russen hätten die Spiele wohl besser nach Sibirien gelegt.

Was die russische Politik angeht, so vergißt das Blatt die Politik im eigenen Land, beispielsweise die Verarmung der Bevölkerung, die Duldung der sich immer weiter verbreitenden Judenfeindschaft, die Verhaftung von Menschen beim Grillen im Jardin du Luxembourg, nur weil sie ein T-Shirt mit dem Symbol gegen die "Ehe für alle" tragen. Ein Foto des Eröffnungsfeuerwerks ist mit dicken Lettern betitelt: Feu sur les Jeux. Feuer bzw. Brand über den Spielen. Feuerwerk hieße feu d'artifice.

Auf der Sportseite legt Midi Libre nach: Spiele unter den umstrittensten der Geschichte, von ihnen will der Präsident Wladimir Putin eine Vitrine des Landes machen. Jeux parmi les plus controversés de l'histoire, dont le président Vladimir Poutine entend faire une vitrine du pays. Was haben wohl Tony Blair mit den Spielen in London, oder Gerhard Schröder und Angela Merkel mit der Fußballweltmeisterschaft 2006 vorgehabt?


Und dann folgt im Midi Libre der Lob für die Delegation Frankreichs: très élégante. Die Zeitung hätte kein Foto bringen sollen. Die Sportler sind ordentlich gekleidet, aber "sehr elegant"? Vielleicht gemessen an dem Peace-Homo-Auftritt der deutschen Delegation, die ihre Uniform in den Tagen des Karnevals noch wird auftragen können. Die Kanarienvögel, meint RP-online. Paßt!

Update

Deutschland ist doch bekannt dafür dass man sich in aller Welt zum Affen macht!
Kommentar von Nobbi Frecki, BILD, 8. Februar 2014

Putin und die Lach-Parade der deutschen Gockel
Von Conservo, 10. Februar 2014

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Wie Elizabeth II, Königin von England, am 27. Juli 2012, hat Wladimir Putin die Spiele mit dem lapidaren Satz eröffnet, daß er diese für eröffnet erkläre. Aber das ist bereits zu viel, es wird vom Indépendant, auf der Sport-Seite 26, als Anmaßung gehandelt: L'ouverture enterinée de la bouche même du chef de l'état russe. Die Eröffnung erklärt aus dem Munde des Präsidenten persönlich. 

Und dann der olympische Ring, der nicht aufgehen will! Es ist ausgerechnet derjenige, der für Amerika steht. Die Symbolik ist nicht zu übersehen! Das hat Wladimir Iljitsch Puletnin höchstpersönlich so angeordnet. Barack Obama weiß schon, warum er die Eröffnungszeremonie meidet und stattdessen vor Terror aus Zahnpastatuben warnt! Amerika wird repräsentiert als Häkeldeckchen. Schade ist's allerdings um Kanada, das den fehlenden Ring nicht verdient hat. Der sich nicht entfaltende Ring würde besser zur EU passen

Das ist das Bild eines Rußland unter Druck, die Spiele zu organisieren, wie L'Indépendant meint? Das ist das Bild vom neidischen und mißgünstigen Frankreich, das in der Provinzpresse vorgestellt wird!

Update

Olympische Spiele in Sotschi: Die einfältige Häme des Westens
Von Benjamin Bidder, SpiegelOnline, 8. Februar 2014

J.O de Sochi : système de sécurité 100% made in Israël.
Par Roman, JForum.fr, lundi 10 février 2014
Olympische Spiele in Sotschi: Das Sicherheitssystem 100% Made in Israel