24. Dezember 2016

Die Gewaltspur des Anis Amri


Angela Merkel hat sich nicht entblödet, den Italienern Vorwürfe zu machen, sie hätten nicht über die kriminelle Vorgeschichte des Mörders informiert. Heute berichtet Nicolas Barotte im Figaro über den Werdegang des in der tunesischen Provinz Tataouine, am 22. Dezember 1992, geborenen und am 23. Dezember 2016 in Mailand liquidierten Glaubenskämpfers Anis Amri. Mit 15 Jahren verläßt er die Schule, wird Kleinkrimineller, verhaftet mit 18 Jahren, verurteilt zu fünf Jahren Haft. Im Knast rekrutieren die Salafisten für den Kampf.

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Anfang 2011, befreit aus den im Rahmen des nach dem Sturz des Ben Ali ausgebrochenen "arabischen Frühlings" geöffneten Gefängnissen,  begibt er sich nach Italien, um dem Elend zu entfliehen, meint sein Bruder Abdelkader. In Italien, wo er im Februar 2011 ankommt und behauptet 16 Jahre alt zu sein, um so als Minderjähriger eine Vorzugsstellung beim Asyl einzunehmen, wird er umgehend straffällig, in dem er die Schule in Brand steckt, in der er lernt, sitzt vier Jahre ein, wird 2015 entlassen und entdeckt das Gelobte Land Deutschland.

La trace violente d'Anis Amri, petit délinquant devenu djihadiste. Par Nicolas Barotte, pressreader
Le Figaro, 23 décembre 2016

Die Gewaltspur des Anis Amri, des Kleinkriminellen, der zum Glaubenskämpfer wurde.

Er lügt über seine Nationalität; in NRW schließt er sich salafistischen Kreisen um den in Hildesheim wirkenden IS-Vertreter in Deutschland  Abu Walaa an, der Kämpfer für den IS rekrutiert. Zu diesen Vertretern hat Georges Malbrunot vor einem Jahr schon das Wissenswerte gesagt:

Der Islamische Staat in Nordeuropa. 6. Januar 2016

Deutschland ist laut Abu Walaa dar ul-harb, Haus des Krieges. Tariq Ramadan wollte unsere Länder schon mal in "dar al-da'wa" umwandeln, das Haus der Aufforderung zum Islam. Der Grund ist, daß Muslime sich nicht im Haus des Krieges ansiedeln dürfen, es sei denn, sie überziehen es mit Glaubenskrieg, es ins dar ul-islam zu verwandeln, es dem Islam zu unterwerfen.

Abu Walaa und seine Gruppe wurden seit März 2016 überwacht, Telefonate abgehört, auch solche des Anis Amri. Daher wissen deutsche Sicherheitsdienste, daß es bei den Lehren des Abu Walaa mehr um Gewalt als um Religion geht. Die Tatsache, daß konsequent gelebter Islam Gewalt bedeutet, steht nicht im Artikel. Anis Amri will zwar Bomben legen, aber deutsche Sicherheitsdienste stufen ihn als Mitläufer ein.

Seine Akte geht nach Berlin, wo er bei seinem Asylantrag erklärt, er wäre politisch verfolgter Ägypter. Das könnte zu der Zeit nur ein Funktionär der Muslimbruderschaft von sich behaupten. Es erfolgt ein Ausweisungsbeschluß, aber er bleibt auf freiem Fuß.

In Friedrichshafen wird er aufgegriffen, hätte sechs Monate in Abschiebehaft bleiben können, aber ein deutscher Richter sieht keinen Grund dazu und ordnet seine Freilassung an.

Tunesien bestreitet, daß er Tunesier ist, er wird weiter überwacht, begeht Einbrüche zur Finanzierung von Waffenkäufen, um ein Attentat zu begehen.

Dann folgt ein Bruch: Anis Amri geht nicht mehr in die Moschee, raucht und trinkt Alkohol, betätigt sich als Dealer im Görlitzer Park. Das ist für jeden, der sich mit der Entwicklung von Glaubenskämpfern auskennt, das höchste Alarmzeichen. Das ist nämlich die Phase, in der die Operation beginnt. Schon die Attentäter von 9/11 haben sich so verhalten. Man erinnert sich? Mohammed Atta feierte mit seinen Kampfgenossen in einer Bar? Man hat auch schon von Selbstmordattentäterinnen in Israel gehört, die sich im Minrock und mit wehenden Haaren zur Tat aufmachen?

Abu Walaa hätte die Kämpfer dazu aufgerufen, sich so zu verhalten, um vom Verdacht abzulenken. Zur selben Zeit zeichnet eine Videokamera Anis Amris Aufenthalt vor einer Moschee auf, die für ihre Beziehungen zum IS bekannt ist. Im September 2016 wird die Überwachung beendet, anstatt daß bei unseren Sicherheitsdiensten alle Warnlampen angehen. Nebenbei fragt man, wieso eine Moschee, die für IS-Kontakte bekannt ist, nicht geschlossen wird.

Es kommt noch dicker: Marokkanische Sicherheitsdienste warnen die deutschen Kollegen vor Anis Amri, ohne daß sie der Warnung folgen. Die Sicherheitsdienste sind über die Radikalität und die Mobilität des Anis Amri auf deutschem Boden beunruhigt, sie sind beunruhigt! Ende November 2016 verlieren sie seine Spur.

Bei diesem Werdegang des Kämpfers wagt es die Bundeskanzlerin, die Italiener zu bezichtigen, nicht über seine kriminelle Geschichte in Italien informiert zu haben.


"Ich bin hier, gelobe, dem Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi zu gehorchen,
was auch immer er mir befiehlt, auch wenn es zu meiner Abneigung wäre."

Doch ist er euch ein Abscheu. 
Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, 
und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; 

Am Freitag, den 23. Dezember 2016, veröffentlicht der IS das Video, in dem Anis Amri dem Islamischen Staat die Treue schwört und verspricht, als Märtyrer zu sterben. Das ist ein Dokument zum Beweis seiner Zugehörigkeit zum Islamischen Staat. Ob er von diesem angeleitet wurde oder nicht, ist unwichtig. Einzelkämpfer ist er jedenfalls nicht. Man erinnert sich an Mohamed Merah?

Das könnte den Anti-Terroreinheiten der deutschen Sicherheitsdienste seit dem 18. August 1988 bekannt sein. Sie hätten nur in den Hamas Covenant zu schauen brauchen, da gibt es Informationen zum Attentäter. Einen solchen nennen westliche Politiker und Medien Einzeltäter, "lonely wolf“, "loup solitaire“, und erklären ihn für psychisch gestört, für im Internet selbst-radikalisiert, für arm und krank. Er handelt aber islamkonform. Wie Anis Amri und alle Glaubenskämpfer, ob sie allein oder in Gruppen und Verbänden die eigentliche Tat begehen, sieht es auch die Hamas, wie al-Qaida eine Abteilung der Muslimbruderschaft, und erklärt in Artikel 12 des Hamas Covenant, vom 18. August 1988:

Resisting and quelling the enemy become the individual duty of every Moslem, male or female. A woman can go out to fight the enemy without her husband’s permission, and so does the slave: without his master’s permission.

Dem Feind zu widerstehen und ihn zu bezwingen, wird die persönliche Pflicht eines jeden Muslims, männlich oder weiblich. Eine Frau kann ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes ausziehen, den Feind zu bekämpfen, und so hält es der Sklave [sic!]: ohne die Erlaubnis seines Herrn.

So kämpfen die Muslime gegen Israel, so kämpfen sie gegen die Ungläubigen im Haus des Krieges. Das wird den Familien der gefallenen Kämpfer von saudi-arabischen, katarischen und anderen Wohlfahrtseinrichtungen islamischer Staaten mit Renten vergolten. Für die Familien der Kämpfer gegen die Juden wird die Entschädigung über die Arab Bank, Sitz Amman/Jordanien, abgewickelt. Näheres dazu in meinem Artikel vom 9. November 2004, passend zum Datum:

Saudi-Arabien, die "palästinensische Sache" und die Arab Bank

Für die Glaubenskämpfer des 11. September 2001 gilt das ebenfalls, und so dient der Paß des Attentäters Satam Al Suqami, von einem Unbekannten, der nach der Übergabe des Dokuments an einen Polizisten schnell davonrennt, zum Beleg für die Zahlmeister in den arabischen Staaten. Das ist Korrektheit im öffentlichen Dienst. Die Deutschen haben sicher Verständnis dafür!

FBI agent Dan Coleman explains how the passport of 9/11 hijacker Satam Al Suqami was "found". 9/11 Blogger, November 14, 2011

Und damit zur Äußerung des Bruders Abdelkader, dessen Familie angeblich aus allen Wolken fällt über die Tat ihres Sohnes. AFP bringt einen geschönten Bericht:

Family of truck attack suspect react with disbelief, denial

Le Figaro stellt sie in Großbuchstaben in den Text, und ich bezweifle, daß die Redaktion im Gegensatz zu Abdelkader Amri weiß, was sie da hervorhebt:

"Il voulait à tout prix améliorer la situation financière de notre famille."

Er wollte um jeden Preis die finanzielle Lage seiner Familie verbessern. Das ist der Grund, daß er in dem LKW ein Dokument hinterließ, das seine Identität beweist. Daraufhin zahlen saudi-arabische und/oder andere arabische Wohlfahrtseinrichtungen eine Rente an die Familie des Glaubenskämpfers. Anis Amri muß damit gerechnet haben, daß man ihn in Berlin liquidiert, und deshalb sorgte er vor.

Den Ermittlern wünsche ich gutes Gelingen! Lassen Sie sich bitte nicht von selbsternannten Terrorexperten ins Bockshorn jagen, sondern folgen Sie den Regeln des Islam!

Updates

Finanzieren Saudi-Arabien, Qatar und Kuwait deutschen Salafismus? Von George Igler,
Gatestone Institute, 26. Dezember 2016

Welche Frage!

Unbekannte hängen Hassplakate auf. Westfalen-Blatt, 21. Dezember 2016