12. Mai 2026

Aujourd'hui / Le Parisien und der paranoide Wladimir Putin


"Der Krieg in der Ukraine 'nähert sich seinem Ende': 
Die Hintergründe von Wladimir Putins 'Spiegelfechterei'.“
La guerre en Ukraine « touche à sa fin » : les dessous du « coup de bluff » de Vladimir Poutine
Par Ioanna Blain, Le Parisien, 11 mai 2026

Das AgitProp gehört seit 2015 dem Kaviarlinken Bernard Arnault, der heute, aujourd'hui, laut Forbes ein Vermögen von 144,2 Milliarden Dollar besitzt. Mit Le Parisien/Aujourdhui hat er sich ab 2016 in den Wahlkampf zugunsten Emmanuel Macrons eingebracht. Aujourd'hui heißt Le Parisien in La France périphérique, dem Randgebiet, im kleinen Rest Frankreichs außerhalb der Île-de-France, weil wegen der - gelinde gesagt - Abneigung der Landbevölkerung 😂 gegen Paris der Umsatz sonst wesentlich geringer wäre. Eine Nummer kostet 2€.

Was da unter dem Titel Les dessous d'un "coup de bluff", im Aujourd'hui, heute auf der Seite 8, ganzseitig, zu lesen ist, läßt den Figaro-Artikel als rigiden Sachbericht erscheinen.


Der ehemalige Botschafter Frankreichs in Moskau, 2009 bis 2013, Jean de Gliniasty kennt sich sogar im Kopf des Wladimir Putin aus: Dans la tête de Poutine, cela se fera toujours selon ses termes. "In Kopf von Putin wird dies alles stets zu seinen Bedingungen geschehen." Der 77-jährige Jean de Gliniasty ist als "Spezialist für russische Fragen" und anscheinend auch für die Antworten auf diese Forschungsdirektor des Institut de relations internationales et stratégiques (IRIS), eines auch für seine konsequent anti-israelische Einstellung bekannten Think Tanks öffentlichen Interesses. État d’Israël : une dérive sans limites. "Staat Israel: ein Ausarten ohne Grenzen". Israels nimmt sich oft der IRIS-Gründer und Direktor Pascal Boniface persönlich an.


In Frankreich findet man in politischen, wissenschaftlichen und medialen Kreisen  meist zusammengehörend den abgrundtiefen Haß auf Israel und auf Rußland. Vorurteile, Fakten, Verdächtigungen, Forderungen, Verurteilung, alle vereint im IRIS.

Wladimir Putin sagt in seiner Rede, daß der Krieg "sich seinem Ende nähert", und das ist "ein Wink mit dem Zaunphal an Donald Trump", wie der Journalist Régis Genté, der nächste Rußland-Experte, Spezialgebiet post-SU, weiß. 

"Putinismus und Trumpismus: Das Zusammenspiel der Ideologien"
Poutinisme et trumpisme : le jeu des idéologies. Par Michel Eltchaninoff, 

Régis Genté in Notre homme à Washington. Trump dans la main des Russes. "Unser Mann in Washington. Trump in der Hand der Russen", "beschreibt detailliert die Kredite, die Trump von Personen mit Verbindungen zu den Geheimdiensten erhielt, die faktische Infiltration des engsten Kreises des Geschäftsmanns durch Männer mit Verbindungen zum KGB und FSB. Er erinnert an das Ausmaß der russischen Einflußkampagne, die Trumps Wahl im Jahr 2016 zum Ziel hatte." Hier ist man Rußlandfeind, hier darf man's sein! 

Wen stört's, daß in jahrelangen Untersuchungen der US-Demokraten nichts dergleichen gefunden werden kann! Solche Machwerke werden im Verlag Grasset von Olivier Nora  veröffentlicht, bis dieser endlich achtkantig rausfliegt. Die französischen Medien sind voll davon. Der von linken Medien Frankreichs, also nahezu von allen, frontal angegriffene Vincent Bolloré, Canal+, CNews, JDD, äußert sich über die ideologische und finanzielle Mißwirtschaft des von 2000 bis 2026 wirkenden Präsidenten-Generaldirektors Olivier Nora :

"EXKLUSIV – 'Grasset-Affäre': Vincent Bollorés Antwort"
EXCLUSIF – «Affaire» Grasset : la réponse de Vincent Bolloré, JDD, 19 avril 2026

Der nächste vom Parisien gegen Rußland bemühte Experte ist Louis Duclos, der Wladimir Putin, auf X, am 10. Mai 2026, zur Mittagszeit, für de plus en plus paranoïaque erklärt, für "zunehmend paranoid". Er bezieht sich dabei auf die Financial Times. Der sich "aus Angst vor einem Attentat" in Krasnodar versteckende Regierungschef befürchte einen Staatsstreich und "verbringt die meiste Zeit in Bunkern in einer äußerst angespannten Atmosphäre. Sein gesamtes Team wird mehrmals durchsucht, auch seine Lebensmittel werden kontrolliert, und er fürchtet, ermordet zu werden." 

Das sind die Gewährsleute des Parisien gegen Wladimir Putin und Rußland.


Victory Parade on Red Square. The President’s speech at the military parade

Der Russe im Niedergang redet, auf dem Roten Platz, keine zehn Minuten - andere wissen, es sind acht, davon eine Schweigeminute. Trotzdem will er noch was, auf das die Ukraine keinesfalls eingeht, eher geht sie ein, und die EU-Kommission gleich mit: ihre Demilitarisierung. Und plötzlich wird Gerhard Schröder als Unterhändler aus dem Hut gezaubert, der Bundeskanzler, 1998 bis 2005. Da sträuben sich die Haare nicht nur in der Redaktion des Parisien, sondern Deutschland ist in Politik und Medien ganz Frankreichs ein Angstgegner. Liest man im deutschen Sozialen Netzwerk, wie EU-Staaten und Immigranten uns ausnehmen, wie deutsche Bürger immer ärmer werden deswegen, hört und liest man in Frankreich das Gegenteil, da wirkt UvdL für Deutschland, und alle Entscheidungen die in der EU-Kommission getroffen werden, dienen vor allem Deutschland.

Gerhard Schröder werde aber in Kiew, Berlin und in der EU-Kommission in der Rolle des Vermittlers abgelehnt; er ist ein Freund Wladimir Putins, der politische Architekt von Nordstream 1+2, er wollte Aufsichtsrat bei Gazprom werden, was wegen Rußlands Angriff auf die Ukraine, 24. Februar 2022, nicht realisiert worden sei. Das berichtet Le Parisien korrekt.

"Стамбульський мир" - "Istanbul Peace"

"Von Selenskyjs 'Kapitulation' zu Putins Kapitulation: Wie verlaufen die Verhandlungen mit Russland?"
From Zelenskyy's "surrender" to Putin's surrender: how the negotiations with Russia are going
Від "капітуляції" Зеленського до капітуляції Путіна. Як ідуть переговори з Росією

Ich finde sowieso, Boris Jonson wäre besser geeignet; denn er hat Wolodymyr Selenskij, im April 2022, auf gar keinen Fall von einem Friedensschluß abgebracht. Boris Johnson's emergency visit changed the course of events? Ні, абсолютно ні!

"Джонсон привіз у Київ два простих меседжі: Путін – воєнний злочинець, його треба дотискати, а не домовлятись із ним."

"Johnson brought two simple messages to Kyiv. The first is that Putin is a war criminal; he should be pressured, not negotiated with. ..."

« Johnson a apporté deux messages simples à Kiev : Poutine est un criminel de guerre, il faut faire pression sur lui et non négocier avec lui. »

„Johnson überbrachte Kiew zwei einfache Botschaften: Putin ist ein Kriegsverbrecher, man sollte ihn unter Druck setzen, nicht mit ihm verhandeln.“

Wer Frogspeak lesen und beider Artikel habhaft werden kann, dessen im Figaro und dessen im Parisien, der wird mir recht geben, daß der Artikel im Figaro gegen den im Parisien als Tatsachenbericht durchgeht. Ich lese in meiner Brasserie de la gare, in Perpignan, jeden Morgen Le Figaro, zum Aujourd'hui / Le Parisien komme ich meist nicht mehr. Heute aber gab es im Bahnhof, wo ich jeden Morgen die beiden plus die Dorfzeitung L'Indépendant für die Brasserie kaufe - "Gudrun, vergiß ja nicht die Quittung!" - heute gab es keinen Figaro, und nun weiß ich zumindest, daß der Preisunterschied zwischen beiden Blättern gerechtfertigt ist. Le Figaro kostet 4€.