17. Februar 2012

Ilan Halimi. Der Gefängnisdirektor und die Blume des Orients

Eintritt in den Gerichtssaal von Versailles, in einen Parka gehüllt, die 23-jährige Emma A. Der ehemalige Direktor der Strafvollzugsanstalt von Versailles Florent Gonçalves springt von seinem Stuhl auf, rückt ihn für Emma A. zurecht, setzt sich hinter sie und flüstert ihr ins Ohr. Man erkennt an der Szenerie sofort, daß man sich nur in einer Gerichtsverhandlung in Frankreich befinden kann. Der 41-jährige ehemalige Direktor, einer der jüngsten in Frankreich, ist der Angeklagte, und sie, ihre schwarzen Haare zum Knoten gebunden und in ein lachsfarbenes Tuch gehüllt, das an "eine schlichte Blumengirlande erinnert", ist die Zeugin. Emma A., zu neun Jahren Haft verurteilt, geht im Gefängnis ihrer Berufung nach: sie verführt den vorbildlichen Direktor, le directeur modèle, der seines Amtes enthoben wird, und dem nun seinerseits Haft droht. Das Urteil lautet über zwei Jahre, davon eines auf Bewährung. Seine Gespielin bekommt ein Jahr, davon acht Monate auf Bewährung.

Der Figaro-Korrespondent Stéphane Durand-Souffland erklärt den Lesern, wer Emma A. ist. Sie spiele eine Rolle "in der tragischen [sic!] Affäre Halimi". Sie ist appât, Köder, der "Bande der Barbaren". Der Direktor stattet ihr in der Haft unzählige Besuche ab und eröffnet eine Facebook-Seite für sie: "Fleur d'Orient". Diese Blume des Orients, von ihren Mithäftlingen "die Direktorin" genannt, ist iranischen Ursprungs, d'origine iranienne, weiß der Korrespondent.

Emma A. ist gemäß dem Blog CoverGlow die Frucht einer Zwangsheirat im Iran, ihre Mutter flieht mit ihr und ihrer Schwester, nachdem sie einen ihrer Onkel angeklagt hat, sie vergewaltigt zu haben, wie Elsa Vigoureux, Journalistin des Nouvel Observateur, in ihrem im Oktober 2010 erschienenen Buch L'Affaire du gang des barbares berichte. 11 oder 12 Jahre alt, komme sie nach Aulnay-sous-Bois, in einen Vorort im Norden von Paris, und dort sei sie Opfer einer Kollektivvergewaltigung geworden. Auf Druck ihrer Mutter habe sie von einer Klage Abstand genommen.

Ein Buch mit dem unverwechselbar französischen Titel Défense d'aimer. Eintreten für die Liebe, jetzt schon bestsellerverdächtig, ist eben auf den Markt gekommen. Un livre qui tombe à point, ein Buch, das genau richtig kommt, "oder: Wie man von einem scheußlichen Verbrechen profitiert, um seine Finanzen aufzubessern." Der Blogger vom Blog de Moon berichtet auch den Namen der Verführerin: Yalda Arbabzadeh alias Emma. Den liest man in kaum einem der französischen MSM, Täterschutz geht dort immer vor Opferschutz. Ilan Halimis Familie kann davon ein Lied singen.

Inzwischen ist Yalda Arbabzadeh unter Auflagen auf freiem Fuß, man kann sie im Parisien bewundern. Ob sie nun wieder inhaftiert wird und den nächsten Direktor glücklich macht, ist nicht bekannt.

Der arbeits- aber nicht brotlose Florent Gonçalves hat für das Buch von seinem Verlag Presses de la cité einen Vorschuß von 30 000€ angenommen, von denen er 10 000€ als Geldstrafe wird der Justiz überweisen müssen. Die französischen Internet-Auftritte sind voll von Nachrichten über die Beziehung des Direktors zu seinem weiblichen Häftling. Google.fr bietet 8 200 Ergebnisse. Demnächst wird es einen Film über seine Liebe geben.

Fast alle Berichte übergehen die "Affäre Halimi", die meisten bringen gar nichts darüber, einige zitieren BMF TV, da wird der Name Ilan Halimi schnell und undeutlich ausgesprochen. Es gibt bei YouTube noch weitere Videos, in einem, von TF 1, mit dem Titel Amour en prison ou la société de l'inceste. Liebe im Gefängnis oder die inzestuöse Gesellschaft, erklärt Florent Gonçalves, es wäre wie ein Spiel gewesen, vielleicht etwas gefährlich, aber eben ein Spiel, Fotos der Geliebten anbei, die Augen unkenntlich gemacht, andere, die Geliebte halb ausgezogen, die Geliebte mit Schmollmund. Der Direktor ist nicht der einzige Kavalier, sondern der 37-jährige eifersüchtige Chef-Aufseher Olivier Pinson ist mit von der Partie, er ist sein Untergebener: menage à trois, Dreiecksbeziehung im Knast. Der Interviewer fragt ihn, ob er wisse, daß sie in Haft sei wegen der antisemitischen Tat. Ja, er hat das gewußt, er kennt den ganzen Vorgang.

Die FNAC bewirbt das Buch über den mustergültigen Direktor, der seit Anfang 2011 inhaftiert ist, und deutet an, um wen es bei seinem Objekt der Liebe geht, um "die junge Frau, die als 'Köder' in der Affäre der Bande der Barbaren gedient hatte". Der entlassene Beamte, "von seiner Familie verstoßen, von der Justiz verfolgt, Florent Gonçalves hat alles verloren, einschließlich seiner Ehre, für den allerunentschuldbarsten und schönsten Fehler: die Liebe zu einer Frau." Was die FNAC verschweigt: Seine Familie, das sind vor allem Ehefrau und Tochter.

In meinem Archiv gibt's nicht 8 200 Ergebnisse zu den Leidenschaften eines Gefängnisdirektors, sondern zwei zum Leiden des Ilan Halimi, der erste, nach der Verhaftung der Mörder des Ilan Halimi, befaßt sich mit der Berichterstattung der Jungle World: Ilan Halimi. Die Jungle World berichtet aus Paris, der zweite handelt vom Prozeß: Ilan Halimi. Der Prozeß gegen Youssouf Fofana und 26 Komplizen.

Am 21. Januar 2006 wird der 23-jährige Jude Ilan Halimi, Verkäufer in einem Telefonladen, von der "Bande der Barbaren" des 26-jährigen Youssouf Fofana entführt und bis zu seinem Tod, am 13. Februar 2006, bestialisch gefoltert. Die Täter stammen ab von Einwanderern aus der Elfenbeinküste, aus Ägypten, den Komoren und anderen islamischen Ländern, einer von ihnen ist franco-portugiesischer Abstammung. Er steigt aus dem Projekt der Bande am 27. Januar 2006 aus und meint anderen Jugendlichen gegenüber, er sei in Panik, weil Ilan im Sterben liege - am 27. Januar!

Die mehrheitlich muslimischen Bewohner des Quartiers, jung und alt, sind auf dem laufenden, sagen nichts, hören nichts, sehen nichts. Wer ebenfalls nichts sieht und hört, sind die Justiz und die linken Medien Frankreichs, allen voran die Libération, die alles tun, die treibende Kraft des Islam und des im Islam begründeten Judenhasses zu verniedlichen: Dans les témoignages recueillis, aucun élément ne fait état, à ce stade, d'un endoctrinement religieux ou politique de l'un des suspects. In den gesammelten Zeugenaussagen weist in diesem Stadium bei keinem der Verdächtigen etwas auf eine religiöse oder politische Indoktrinierung hin, wissen drei (!) von der Libération mit Recherchen beauftragte Mitarbeiter, am 22. Februar 2006.

Ilan Halimi wird von einer 17 Jahre jungen Frau in die tödliche Falle gelockt. Sie verabredet sich mit ihm, und die Bande schlägt zu. Das Mitgefühl der Journalisten mit der Bande und ihren Angehörigen ist grenzenlos. Von Emma, gar von einer iranischstämmigen jungen Frau, ist bei den drei Journalisten Eric Aeschimann, Fabrice Tassel und Jacky Durand nicht die Rede.

Der Artikel in der Jungle World ist vom ewigen Doktoranden Börnaar, inzwischen tätig im juristischen Dienst des kommunistischen islam- und Hamas-freundlichen MRAP. Man erinnert sich? Die Spenden für das von allen Parteien der Nationalversammlung unterstützte Schiff für Gaza, werden vom Mouvement contre le racisme et pour l´amitié entre les peuples (MRAP) eingesammelt.

Börnaar schildert den Lockvogel so, und von den iranischen Wurzeln dieses Vogels will er nichts wissen: "Eine junge Frau hatte ein Date mit ihm vereinbart und ihn so in eine Falle gelockt. Die 16jährige, die im Auftrag einer Bande agierte, wurde am vorigen Freitag in Aulnay-sous-Bois festgenommen." Mit dem Islam und dem aus dieser totalitären Lehre entspringenden Judenhaß hat das alles nichts zu tun, zum Zeugen macht er einen Ermittler und meint dazu: "Inwieweit ein religiöser Hintergrund eine Rolle gespielt haben könnte, bleibt weiteren Ermittlungen vorbehalten. Der Onkel des Opfers, Rafi Halimi, sagt der israelischen Tageszeitung Ha’aretz, bei Anrufen aus Entführerkreisen seien auch Koranverse zitiert worden." Das kann ja nur Ausdruck gelebten Mulitkultis sein, und Yalda ist eine Art vipère du trottoir, wie Georgel sie besingt.

Die iranischstämmige Yalda Arbabzadeh alias Emma kommt bei ihm nicht vor, die Löckvögel haben mit der Bande nichts zu tun, sie werden von ihr engagiert, und mit dem Islam hat das Verbrechen erst recht nichts zu schaffen, auch wenn der Hauptangeklagte das anders sieht: "Als er vom Gericht aufgefordert wurde, seinen Namen zu nennen und zu buchstabieren, zählte er die Buchstaben auf: A – R – A – B – S, angeblich als Kürzel für »Afrikaner, Revolte, Armee der Barbaren, Salafisten«." Das könne aber nur eine Provokation sein; denn Fofana sei ja kein Araber. Mit den Symbolen des "jihadistischen Terrorismus" spiele er nur, auch daß er sich von Freunden zeitweise Osama nennen läßt, habe nichts zu bedeuten. Islam und Iran, das alles muß aus der Berichterstattung fernbleiben; laut Aussage des Börnaar hat das nichts mit dem Verbrechen zu tun. Wer das bestimmt? Na, er, im Einklang mit der Justiz und den Medien Frankreichs, die alles tun, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Linken, und je linker, desto mehr, sind immer die besten Propagandisten der französischen politique arabisante des Quai d'Orsay, man sieht es an Stéphane Hessel und seinen Freunden.

Das geifernde Hämeken hat mich, die rasende (Internet-) Reporterin, dann derart wortgewaltig auseinandergenommen, daß ich mich davon bis heute kaum erholt habe: Islam, Muslime, alles eins, und bis 1492 rosige Zeiten in Al-Andalus. Dafür ist Maimonides (1135 - 1204) Zeuge, der Rambam, er stammt aus Cordoba. Über die angeblich tolerante Zeit der Araber schreibt er im Trostbrief an die verfolgten Juden im Jemen, 1172: "... die Araber haben uns sehr stark verfolgt und bannartige und diskriminierende Gesetze gegen uns erlassen. ... Niemals hat es ein Volk gegeben, das Israel so großen Schaden zugefügt hat wie die Ismaeliten, die uns bis zum äußersten gedemütigt, erniedrigt und uns mit ihrem extremen Haß verfolgt haben ..." Nachlesen kann man das bei Mark R. Cohen: Unter Kreuz und Halbmond. Die Juden im Mittelalter.

Nun hat nichts mit nichts mehr zu tun, nichts mit Ilan Halimi, nichts mit Judenhaß der Muslime, nichts mit Yalda Arbabzadehs Vergangenheit, jetzt regiert die Liebe, Florent Gonçalves versilbert sie eben.