26. April 2015

Frankreich. Judenhaß und Israelfeindschaft

Photo : AFP

"Das israelische Militär hat offiziellen Angaben zufolge einen Palästinenser erschossen, der zuvor einen Anschlag auf Soldaten verüben wollte. Der Vorfall habe sich in der Nacht zum Samstag in der Nähe eines Kontrollpunktes bei Ost-Jerusalem ereignet. Der junge Palästinenser habe die Soldaten mit zwei Messern attackieren wollen, teilte die Polizei weiter mit. Da er nicht auf Warnschüsse reagiert habe, sei das Feuer auf ihn eröffnet worden," berichtet news.ch.

Israelische Soldaten töten Palästinenser nach Anschlagsversuch

Über den Ort weiß die Schweizer Nachrichtenagentur: "Besonders in der Region von Jerusalem kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Der politische Status von Ost-Jerusalem, das beide Seiten für sich beanspruchen, ist ein zentraler Streitpunkt des Nahost-Konflikts."

Knife-wielding Palestinian shot dead near Jerusalem: police

So titelt die britische Daily Mail eine Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP. Im folgenden Text wird klar, wie Frankreich diesen Zwischenfall einordnet, wer die Informanten sind, nämlich "palästinensische Aktivisten in Jerusalem": Der erschossene 17-jährige Ali al-Ghannam aus Al-Tur, einem Viertel des "annektierten Ost-Jerusalem", versuchte, Polizisten an einem Kontrollpunkt zu erstechen. "Die Polizei verbreitete ein Foto eines Messers und eines Hackbeils, von dem sie erklärte, der erschossene Verdächtige hätte sie bei sich getragen." Mehr Distanzierung ist kaum möglich.

Es folgen Einzelheiten über die Lage: "Keine palästinensische militante Gruppe behauptete umgehend, mit Ghannams Tat zu tun zu haben, und er hatte keine bekannte Zugehörigkeit." Dann folgen die Erzählungen vom "lone wolf", dem "loup solitaire", deutsch nennt man ihn weniger lyrisch den Einzeltäter. Von ihnen gibt es in letzter Zeit in Jerusalem mehrere, die islamkonform die Pflicht erfüllen, Juden umzubringen, Schrecken unter ihnen zu verbreiten und mit allen Mitteln Palästina von ihnen und ihrem Staat Israel zu befreien. Das aber wird nicht thematisiert, sondern die Verantwortung für die Zustände den Juden und Israel zugeschoben:

"Die Spannungen steigerten sich in Jerusalem hoch seit der Tötung durch palästinensische Kämpfer und jüdische Extremisten von israelischen und palästinensischen Gefangenen als Vergeltung für Entführungen, im letzten Sommer."

So wird es in ganz Frankreich verbreitet und im Lokalblatt L'Indépendant unter dem Titel Jérusalem. Un Palstinien tué par la police. Ein Palästinenser von der Polizei getötet, reduziert auf das von Israel besetzte und annektierte Ost-Jerusalem, in dem ein 17-jähriger versuchte, an einem Kontrollpunkt Polizisten zu erstechen, und in dem von der Polizei zur Tat vorgesehene Werkzeuge, ein Messer und eine Axt, "präsentiert wurden." Offen bleibt für den Leser, ob das alles überhaupt stimmt.

Deux Palestiniens tués par des militaires israéliens à Jérusalem et Hébron

Inzwischen ereignet sich in Hebron ("Palästinensisches Gebiet") die nächste Tat der israelischen Polizei, "in weniger als 24 Stunden". Sie "rechnet beiden Palästinensern Angriffe auf Polizisten zu". Das heißt, es handelt sich um deren unbewiesene Behauptungen. "Angriffe von mit einem Messer bewaffneten Einzeltätern haben sich seit Oktober in den palästinensischen Gebieten und in Israel vervielfacht."

Im Süden des besetzten Cis-Jordanien, nahe der Grabstätte der Patriarchen, in Hebron, ist ein 20-jähriger Palästinenser getötet worden, nachdem er einen Polizisten in Kopf und Brust gestochen hatte. Der Zustand des Polizisten sei nach Mitteilung des israelischen Polizeisprechers stabil.

Hebron, die größte Stadt Cis-Jordaniens sei "ein Pulverfaß". Warum? Dort "leben unter dem Schutz der israelischen Sicherheitskräfte ungefähr 700 jüdische Siedler inmitten von mehr als 200 000 Palästinensern." Bei den dort "siedelnden" Juden handelt es sich um Nachkommen von Juden, die in der jüdischen Stadt Hebron seit Jahrtausenden leben:

"Hebron, gelegen in den Hügeln von Judäa, südlich von Jerusalem, ist der Ort der ältesten jüdischen Gemeinde der Welt, er datiert zurück bis zu biblischen Zeiten. Heute leben in Hebron ungefähr 250 000 Palästinenser und etwa 700 Juden. Weitere 6 000 Juden leben in der benachbarten Gemeinde von Kiryat Arba," liest man unter Hebron. History & Overview, in der Jewish Virtual Library, die zur Geschichte Hebrons bis zu Gegenwart 631 Artikel bereit hält.

Hebron: What happened there?

AFP verschweigt diese Geschichte. Es ist der Agentur auch die Tatsache selbstverständlich, daß inmitten von Arabern keine Juden zu leben haben. Mit den inzwischen mindestens 25% Arabern in Israel hingegen hat AFP keine Probleme, im Gegenteil, das sähen sie gewiß gern judenfrei.

Wer sich über Hebron informieren will, über das Massaker von 1929 oder über den vom norwegischen Militär geführten Spionagetrupp der Temporary International Presence in Hebron (TIPH), wird auf meiner alten Website und auf meinem Blog fündig:

Seit dem Attentat des Baruch Goldstein auf betende Muslime im zur Ibrahim Moschee umgewidmeten Grab der Patriarchen, am 25. Februar 1994, läuft unter dem Vorwand des Schutzes der Araber vor den Juden Hebrons die Wühl- und Nachrichtentätigkeit Norwegens mittels der inzwischen 67 Mitarbeiter beschäftigenden Temporary International Presence in Hebron (TIPH) gegen Israel, koordiniert vom norwegischen Brigadegeneral Roy C. Grottheim und anderen norwegischen Offizieren, seit 2012 vom im Kosovo-Einsatz bewährten Nachrichtenoffizier Brigadegeneral Oddvar Midtkandal.

AFP weiß von allem nichts, Hebron wird präsentiert als eine arabische Stadt, in der 700 Juden zu wohnen sich erdreisten. Kein Wunder, daß die Araber die Messer zücken! Ost-Jerusalem ist für AFP der von Israel besetzte und annektierte palästinensische Teil der Stadt, la partie palestinienne de la ville occupée et annexée par Israël.

AFP ist die regierungsnahe, mit öffentlichen Geldern subventionierte französische Nachrichtenagentur, eine Quasi-Regierungsinstitution, Quango. Was man von den Beteuerungen der französischen Regierung halten kann, sie gehe gegen Judenhaß und Israelfeindschaft vor, ist an dem exemplarischen Beispiel der Berichterstattung über die Tötung der zwei Palästinenser in Jerusalem und in Hebron zu sehen: Nichts!

Es lebe das alljährliche Dîner du CRIF mit den verlogenen Reden des Staatspräsidenten oder des Premierministers. Hurra! 30 Jahre Lippenbekenntnisse!