Emmanuel Macron et Jean-Luc Mélenchon : les deux faces d'une même pièce.
"Die Abschlußarbeit von Hillary D. Rodham, Absolventin des Wellesley College von 1969, wurde vielfach diskutiert, interpretiert, analysiert, debattiert, kritisiert und verteidigt. Doch nur selten wurde sie gelesen, da sie während der achtjährigen Präsidentschaft Bill Clintons unter Verschluß gehalten wurde. ... Hillary Rodham Clintons Politikwissenschaftsprofessor [Alan H. Schechter] berichtet, er habe 1993 einen Anruf aus dem Weißen Haus erhalten, der dazu führte, daß das Wellesley College ihre Abschlußarbeit über den radikalen Organisator Saul D. Alinsky unter Verschluß hielt. Heute bezeichnet er diesen Schritt als 'eine dumme politische Entscheidung'."
Paris picks up from Chicago. By Clément Petitjean, LE MONDE diplomatique, March 2018
"Hillary Clinton verfaßte eine Dissertation über Saul Alinsky, und Barack Obama lernte von seinen Techniken der sozialen Mobilisierung. Nun hat seine Methode auch Frankreich erreicht."
Die Gründung von LFI und von En marche ! ist eine konzertierte Aktion zur Vorbereitung der Präsidentschaftswahl 2017; LFI, gegründet am 10. Februar 2016, En marche ! am 6. April 2016. Zur Manipulierung und Gewinnung von Wählern bedienen sich beide ausdrücklich bei Saul Alinsky [1909 - 1972], einer Persönlichkeit " im Spannungsfeld zwischen der Tradition des 'Selfmademan' und dem amerikanischen Selbstmanagement", "der Schlüsselfigur einer Bewegung, die die Geschichte des Progressivismus in den Vereinigten Staaten maßgeblich prägte," und die Frankreichs bis heute prägt.
Saul Alinsky: Rules for Radicals
Wie man eine Bewegung zur Systemänderung erfolgreich leitet
In the beginning the organizer’s first job is to create [sic] the issues or problems. "Zu Beginn besteht die erste Aufgabe des Organisators darin, die Themen oder Probleme zu schaffen [sic]."
Den Großen Marsch bereitet Emmanuel Macron sorgfältig vor. Als Ausbilder der Marschierer heuert er Dr. Lex Paulson an, einen sich selbst so bezeichnenden Experten für Führung und Systemänderung. Er studiert Klassische Philologie in Yale und Cambridge, bevor er an der Sorbonne in antiker Philosophie promoviert. Als Schüler des Neo-Marxisten Saul Alinsky und ausgebildeter Community Organizer, „Organisator von Gemeinwesen“, entwickelt Lex Paulson Mobilisierungs- und Trainingsstrategien für die Präsidentschaftskampagne von Barack Obama, im Jahr 2008, und von Emmanuel Macron, ab 2016. Lex Paulson lebt in Paris und Rabat.
Emmanuel Macron beauftragt den am Institut für politische Studien Paris, Sciences Po, Rhetorik lehrenden Lex Paulson, die Anführer der Aktivisten von En marche ! zu schulen, von Tür zu Tür zu ziehen und die Wähler mit auswendiggelernten Argumenten zu überzeugen. Der Erfolg gibt ihm recht.
"Frankreich ungebeugt. Zwei Jahre später: FI zwischen Begeisterung und Zersplitterung"
France insoumise. Deux ans après, FI entre ferveur et dispersion. Par Julia Hamlaoui,
"Gemeinsam mit etwa zehn Aktivisten möchte sie die Alinsky-Methode (benannt nach dem amerikanischen Soziologen) in einem der Stadtviertel anwenden."
"Was ist das Alinsky-Institut, das Aktivisten darin ausbildet, 'nach Wut zu suchen'?"
CheckNews LFI, Nupes :
qu’est-ce que l’institut Alinsky, qui forme des militants à «aller chercher les colères»?
Par Elsa de La Roche Saint-André, Libération, 29 juillet 2022
"Während Gemeinwesenarbeit in der amerikanischen Politik schon lange praktiziert wird – und 2008 dazu beitrug, Barack Obama an die Macht zu bringen –, ist ihr Einzug in französische politische Parteien erst auf das Jahr 2017 zurückzuführen. Die Insoumis waren die ersten 😂 und bisher einzigen 😂, die mit dieser Methode experimentierten." Nein, Genossen, das war Emmanuel Macron!
Die Tatsachen auszuhalten, das ist unbequem, und noch schwieriger ist es, die Grenze zu sehen zwischen der Möglichkeit, Tatsachen positiv zu wenden und Tatsachen, weil nicht änderbar, hinzunehmen. "Gott gebe mir die Kraft zu ändern, was zu ändern ist, die Geduld zu ertragen, was nicht zu ändern ist, und die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden."
Ein Fehler der linken Weltverbesserer ist, sich der Wirklichkeit nicht zu stellen, sondern blind zu glauben, und dann wie Jean-Jacques Rousseau als Wahrheit zu verkaufen und, wenn nötig, mit Gewalt durchzusetzen, was man gern hätte. Erfolgreich Bürger und Leser von Postillen zu manipulieren, gelingt aber nur, wenn man selbst beinhart den Tatsachen ins Auge sieht. Der Guru der Radikalen der sechziger Jahre Saul Alinsky setzt das voraus und fordert seine Anhänger auf, flexibel und opportunistisch zu sein und was auch immer zu sagen, um an die Macht zu gelangen, die sie dann zur Zerstörung der bestehenden Gesellschaft und ihres Wirtschaftssystems nutzen können.
Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Emmanuel Macron und den Macronisten einerseits und den von Jean-Luc Mélenchon angeheizten Revoluzzern des "ungebeugten Frankreichs", La France insoumise andererseits: Die einen kennen die Wirklichkeit, die von ihnen geschaffene Lage der Nation, und tun alles, trotzdem an der Macht zu bleiben, da ihr zerstörerisches Werk ihnen am meisten Gewinn bringt, die anderen, deren Führer die Lage ebenso kennen, tun alles, ihre Gefolgschaft im Unklaren zu lassen, und sie nicht etwa, wie sie täglich herausposaunen, zu einer Änderung des Systems, sondern zur Machtsicherung der ersteren zu mißbrauchen; die kann die Zerstörung viel besser als jede Antifa.
Oder meint einer, Jean-Luc Mélenchon bilde sich ein, die Macht im Staat mittels der Straße zu erlangen, Éric Coquerel, er werde Finanzminister, Mathilde Panot Innenministerin? Ihre Macht besteht darin, die extreme Mitte durch Drohung mit der Gewalt der Straße an der Regierung zu halten, sie gehören zu ihnen, sind inoffizieller Teil der Regierung. Sie zeigen den Bürgern, daß die Wahl der Rassemblement National, Reconquête, Debout la France u.ä. ihnen das Chaos bringen wird. Mathilde Panot hat es gerade noch einmal verkündet, daß ein Sieg des Rassemblement National an den Urnen von ihr "niemals hingenommen" werde. Der Lynchmord an Quentin Deranque ist nur der Vorgeschmack, der Apéro ! "Los, Antifa Lyon! Macht ihn kalt! Tötet ihn!"
Innenminister Laurent Nuñez, ein Macronist der Partei Renaissance, ist eines der Regierungsmitglieder, die bis zu den Präsidentschaftswahlen, im Frühjahr 2027, die rechten Parteien ins extremrechte Licht rücken werden. Les Républicains sind eh schon klinisch tot; sie werden bei Éric Ciottis Union des Droites pour la République beginnen, der "Union der Rechten für die Republik". Wer der Wähler, die geneigt sind, tatsächliche Rechte zu wählen, wird das tun, wenn er damit das Chaos vor seine Tür holt?
Emmanuel Macron braucht LFI zur Machtsicherung. Man denke nur an die Aufforderung der Macronisten zur letzten Parlamentswahl, wenn im zweiten Durchgang drei Kandidaten antreten, den LFI-Kandidaten zu wählen, damit der RN nicht drankommt. Noch heute, nach der Ermordung von Quentin, erklären Sozialisten, sie wählten im Zweifelsfall LFI, um den RN zu verhindern. Man kann davon ausgehen, daß die Macronisten sich dem anschließen werden.
Werden die Franzosen mutig genug sein, sich von diesem Terror nicht einschüchtern zu lassen?
Emmanuel Macron transformiert Frankreich. 16. September 2017
Das ungebeugte Frankreich kämpft gegen den Faschismus. 24. Februar 2026
Lynchmord an Quentin Deranque. Die Rachegöttinnen und die Menschlichkeit. 25. Februar 2026

