25. Februar 2013

Frankreich. Islamisierung mittels Lug&Trug. Teil 3


Im letzten Teil der Trilogie zum Buch Agissons avant qu'il ne soit trop tard. Le défi d'un imam. Islam et République. Handeln wir, bevor es zu spät ist. Die Herausforderung eines Imams. Islam und Republik, geht es um das Motto, um die Einleitung durch David Pujadas, den Interviewpartner des Imams, sowie darum, wie Imam Hassen Chalghoumi sich das Leben von Muslimen in Frankreich "im Angesicht der Islamophobie", "der Gewalt und der Gruppeninteressen" und anläßlich der "Herausforderung durch die Laizität" vorstellt. Dazu lüftet er ein wenig sein Geheimnis. Comment mieux vivre ensemble : pour un islam de France. Wie besser zusammenleben: Für einen Islam Frankreichs.

Das Motto des Buches, die ersten Worte, bevor noch David Pujadas den Imam vorstellt, führen über dessen Absicht in die Irre, sie sind als Lüge zu bezeichnen: L'un de vous n'est véritablement croyant que s'il aime pour les gens ce qu'il aime pour lui même. Keiner von euch ist wirklich gläubig, wenn er nicht für die Leute das liebt, was er für sich selbst liebt. Es handelt sich dabei um ein Wort des Propheten. Der "Kampf [sic!] und der Glaube" des Imams sind nach dessen Aussage in diesen Worten zusammengefaßt. (Seite 7)

Keiner der originären französischen Leser wird das darunter verstehen, was Hassen Chalghoumi meint, sondern das geflügelte Wort: "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg auch keinem anderen zu!" 

Unter den Muslimen der Welt aber ist zuallererst dieser Ausspruch als Goldene Regel aus der Zeit der Aufklärung des Islam bekannt: "Keiner von euch ist wirklich gläubig, wenn er nicht für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt." Und die Bezeichnung sein Bruder, son frère, bezieht sich immer nur auf Muslime. Der Prediger Brahim Souissi berichtet: Anas, ein Schüler Mohammeds, habe den Propheten sagen hören: L'un de vous n'est véritablement croyant que s'il aime pour son frère ce qu'il aime pour lui même." Rapporté par Bukhari et Muslim... . Par frère, il faut entendre la fraternité découlant de l'appartenance à l'Islam. Il est dit dans le Coran:

نَّمَا الْمُؤْمِنُونَ إِخْوَةٌ فَأَصْلِحُوا بَيْنَ أَخَوَيْكُمْ وَاتَّقُوا اللَّهَ لَعَلَّكُمْ تُرْحَمُونَ 49.10.

[Sourate] 49:10: Les croyants ne sont que des frères. Etablissez la concorde entre vos frères, et craignez Allah, afin qu'on vous fasse miséricorde.

Keiner von euch ist wirklich gläubig, wenn er nicht für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt. Berichtet von [den persischen Hadithensammlern] Bukhari und Muslim. Mit [der Bezeichnung] Bruder muß man die Brüderlichkeit verstehen, die aus der Zugehörigkeit zum Islam herrührt. Es ist im Koran gesagt [Sure 49:10]: Die Gläubigen sind Brüder; so stiftet Frieden unter euern Brüdern und fürchtet Allah; vielleicht findet ihr Barmherzigkeit. 

Wenn man bei Google.fr eingibt "L'un de vous n'est véritablement croyant que s'il aime pour", "Keiner von euch ist wirklich gläubig, wenn er nicht liebt für", dann geht es in 144 Ergebnissen auf 15 Seiten weiter mit son frère, seinen Bruder. Ich habe alle Seiten durchprobiert. Wenn man "les gens" ergänzt, gibt es keinen einzigen Treffer. Warum das so ist, und was "die Leute" oder "die anderen" bedeutet, stellt Brahim Souissi klar, nachdem er ausführlich definiert hat, wer "les frères" sind: Le premier amour est celui d'aimer pour les autres cette foi que l'on porte, et détester pour eux les  égarement et les turpitudes. Die erste, wichtigste Liebe ist die, für die anderen diesen Glauben zu lieben, zu dem man gehört, und für sie geistige Verwirrung und Schandtaten zu verschmähen.

"Et aime pour les gens ce que tu aimes pour toi même " Rapporté par At-Tirmidhi. "Und liebe für die Leute, was du für dich liebst," berichtet von [dem persischen Hadithensammler] At-Tirmidhi, bedeutet allein, sie mögen den Islam annehmen, nichts anderes als das. Wünsche für ihn wie für dich das Paradies, heißt dasselbe, denn nur Muslime gelangen nach dem Tode ins selbige. Juden und Christen kommen in die Hölle: "Siehe, die Ungläubigen vom Volk der Schrift und die Götzendiener werden in Dschehannams Feuer kommen und ewig darinnen verweilen. Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe." [Sure 98:6]

Der Imam mißbraucht die von Konfuzius um 500 v. Chr. aufgestellte Goldene Regel zur Irreführung der Leser: "Ist es nicht die Gegenseitigkeit? Was du nicht wünschest, das man dir tue, das füge auch keinem anderen zu." Der Professor für Neues Testament am Fachbereich Theologie der Universität Göttingen Georg Strecker schreibt in einem Aufsatz über Gottes- und Menschenliebe im Neuen Testament

"Seit der Zeit ist die Goldene Regel in den asiatischen und orientalischen Kulturkreisen verbreitet, und sie ist in der hellenistischen und römischen Literatur häufig zitiert worden. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. ist sie ein wesentlicher Bestandteil der antiken Vulgärethik. Über das griechischsprechende Judentum ist sie zum hebräischsprechenden Judentum und zum Rabbinismus gelangt. So wird sie von Rabbi Hillel (um 20 v. Chr.) als Zusammenfassung der Tora zitiert:: 'Einmal kam ein Heide zu Rabbi Schammai und sprach zu ihm: Nimm mich als Proselyten auf unter der einen Bedingung, daß du mich die ganze Tora lehrst, während ich auf einem Bein stehe. Da stieß ihn Rabbi Schammai mit dem Baumaß fort, das er gerade in der Hand hatte.Der Heide ging zu Rabbi Hillel. Dieser nahm ihn als Proselyten auf. Er sprach zu ihm: Was dir unlieb ist, das tue keinem anderen. Das ist die ganze Tora, und das andere ist Auslegung. Gehe hin und lerne!' 

Es scheint beachtenswert zu sein, daß Rabbi Hillel nur die negative Fassung der Goldenen Regel lehrte ('Was dir unlieb ist, das füge keinem anderen zu') und nicht die positive Fassung, wie wir sie aus der Bergpredigt kennen ('Alles was ihr wollt, das die Menschen euch tun, das sollt auch ihr ihnen tun')."

Deutlich wird auch, daß im Judentum und im Christentum alle Menschen gemeint sind, Heiden und andere im islamischen Sinne Ungläubige eingeschlossen, Muslime gibt es zu der Zeit noch nicht. Weder in der negativ formulierten jüdischen noch in der positiven christlichen Variante ist damit der Wunsch zur Missionierung verbunden, die anderen möchten bitte Juden oder Christen werden, gar, man könne sie nur dann lieben.

"Einst trat ein Nichtjude vor Hillel und sprach zu ihm: Ich will Jude werden unter der Bedingung, dass du mich die ganze Tora lehrst, während ich auf einem Fuße stehe. Hillel sprach zu ihm: Was dir zuwider ist, das tu' auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora und alles andere ist nur die Erläuterung, geh und lerne sie!"

So geht es in dem Buch immer weiter. Nach den naiven Lobhudeleien des David Pujadas, der nichts versteht davon, was der Imam ihm verschlüsselt auf den Weg mitgibt, einschließlich Konversion zum Islam, von der Stange, (Seiten 9 - 19) folgt Kapitel 1 "Face à l'Islamophobie", im Angesicht der Islamophobie, wo Islamkritik, also eine freie Meinungsäußerung, zur Krankheit erklärt wird, zur Phobie, wo das Problem, das die totalitäre Politideologie Islam für unsere Gesellschaft ist, in den Kunstbegriff "Islamismus" abgeleitet und beseitigt, gar noch moderater und extremer Islamismus erfunden wird, alle Bedenken mittels Sprache beseitigt und Islamkritiker zu Rassisten erklärt werden, und wo der Imam wie Barack Obama in seiner Kairoer Rede, vom 4. Juni 2009, die Lüge verbreitet, die Araber hätten die Null erfunden und die Algebra. (Seite 32f.) Stattdessen ist die Null eine Erfindung der Inder, 458 n. Chr., und die Algebra hat der Perser Muhammad Al Khwarizmi in Bagdad entwickelt, im sunnitischen Abbasidenreich: The inventor of algebra and the decimal point, Muhammad Al Khwarizmi (780 - 850), came from Khiva, also auch noch des Dezimalpunktes, und islamisch ist die Oase durch Eroberung.

Im Kapitel 2 "Face à la violence et au communautarisme", im Angesicht der Gewalt und der Gruppeninteressen, (Seiten 39 - 63) gibt's die Reinwaschung des Islam von allen Verbrechen, die in seinem Namen seit 1400 Jahren begangen werden, sie unter dem Begriff Islam zu behandeln sei ungerecht und von Unkenntnis des Islam geleitet, wird Mohamed Merah zum verrückten Mörder, zum Einzelkämpfer erniedrigt, alle Nordafrikaner zu Arabern erklärt, die Muslime entgegen islamischem Recht aufgefordert, im Namen des Glaubenskampfes geplante Verbrechen den Behörden zu melden, der aus dem machtpolitischen Anspruch des Islam stammende arabisch-israelische Konflikt zum israelisch-arabischen umgewidmet, und der Imam behauptet, die Koranverse könnten heute nicht wörtlich angewandt werden. (Seite 55)

Im Kapitel 3 "Le Défi de la la laïcité", die Herausforderung der Laizität, (Seiten 65 - 88) widerspricht der Imam sich und der Überschrift des Kapitels permanent, manchmal im selben Satz, er will allem Herumreden zum Trotz genauso wie die Muslimbrüder, Wahhabiten, Salafisten, Schiiten und sonstigen um die Vorherrschaft kämpfenden islamischen Gruppen in Frankreich den Islam als politisches System, islamische Identität für alle. Religion ist Politik, und Politik ist Religion. Er propagiert einen anderen, friedlicheren Weg in den Islam, europakompatibel, arabische Wegelager, Rabauken und Terroristen stören dabei, und es stört die Wirklichkeit der islamischen Lehre; sie wird mittels Lug&Trug gemildert und/oder beseitigt. In jedem Fall bestimmen die Muslime, wann die Europäer reif sind für den nächsten Schritt. (Seite 71)

Im Kapitel 4 "Comment mieux vivre ensemble : Pour und Islam de France". Wie besser zusammenleben: Für einen Islam Frankreichs, (Seiten 89 - 115) ist die Täuschung schon in der Überschrift zu lesen, es gibt nämlich keinen Islam Frankreichs, sondern Islam hat grundsätzlich nichts mit Nationen zu tun. Saudis, Kataris, Ägypter, Libyer mischen sich nicht als Vertreter ihrer Nationen, sondern als von unterschiedlichen Vorstellungen über den Islam geprägte Muslime in die Islamisierung Europas und der USA ein. Sie alle streben die Ummah unter ihrer jeweiligen Vorherrschaft an. (Seiten 93f.) Interessanterweise erwähnt er Pakistan nicht, denn bei der Islamisierung durch die Tablighi Jamaat ist der Staat Pakistan nicht einmal von weitem involviert, sondern sie wird finanziert durch reiche Gruppenmitglieder. Wer je in den angeblich so armen Ländern Indien und Pakistan zu tun und dabei das Glück hatte, von einem reichen Inder oder Pakistani eingeladen zu werden, der weiß, welche finanziellen Mittel dort zur Verfügung stehen.

Da ich behauptet habe, das Buch begänne nicht nur mit einer Lüge, sondern endete auch mit einer, also, bitte: Man ist ja schon einiges gewöhnt von den Apologeten des Goldenen Zeitalters in Al-Andalus. Auf 781 Jahre kommt man leicht, 711 bis 1492, oft aufgerundet auf 800 Jahre Al-Andalus. Das wird von Hassen Chalghoumi überboten, der gleich von ganz Europa spricht: ... Il faut bouger. Pour la société, mais aussi pour l'islam lui-même. Sa force et sa vitalité ne renaîtront pas du retour en arrière, de l'affrontement sur la viande halal ou du rapport des forces sur la prière dans la rue. Elles renaîtront de sa grandeur morale et spirituelle comme il y a près de mille ans, lorsque toute l'Europe du savoir et de la spiritualité tournait autour de l'Espagne musulmane, autour d'un islam ouvert. ... man muß sich bewegen. Der Gesellschaft aber auch des Islam selbst wegen. Seine Kraft und seine Lebensenergie werden nicht wiedergeboren durch Zurückgehen, nicht vom Streit über Halal-Fleisch oder das Verhältnis der Kräfte in Sachen Gebet auf den Straßen. Sie werden wieder erblühen durch seine moralische und spirituelle Herrlichkeit, wie sie fast 1000 Jahre wirkten, als ganz Europa des Wissens und der Spiritualität sich um das muslimische Spanien drehte, um einen offenen Islam.

Zu dieser Lüge fällt einem kaum noch etwas ein. In meinem Artikel Das Waqf Al-Andalus kann man dazu einiges lesen. Das sogenannte Goldene Zeitalter ging ca. 250 Jahre nach der Eroberung Spaniens zu Ende. Cordoba beispielsweise, war ab Mitte des 12. Jahrhundert judenfrei, und Karl der Große hat bereits ab 778 die Muslime aus Katalonien hinausgeworfen. Zahlreiche herrliche romanische Kirchen bürgen für die Richtigkeit der Aussage.

Dieser Imam verkündet auf 120 Seiten nichts als Lug&Trug, und seine Absicht ist klar. Er arbeitet an der Islamisierung Frankreichs auf friedlichem Wege. Ist erst eine Mehrheit islamisch, wird der Rest folgen. Die Staaten des "arabischen Frühlings", aber auch die in Mittel- und Südostasien geben einen Eindruck, was den Europäern blühen wird. Übrigens: die Taliban sind wie die Tablighi Jamaat, der Hassen Chalghoumi verpflichtet ist, hervorgegangen aus den Deobandi. Wer in 10 Minuten und 18 Sekunden eine Schnellbesohlung haben möchte dazu, was sie alle eint und anleitet, dem empfehle ich das brandneue Video von Barino Barsoum: Hass und Liebe in Allah.