19. Januar 2015

Islamisierung Frankreichs. Der Obin Bericht von 2004


Man soll es nicht für möglich halten, aber Frankreichs sozialistische Regierung hält im Angesicht der Massenmorde vom 7. und 8. Januar 2015 durch drei muslimische Glaubenskämpfer für einen Augenblick inne in der Schaffung des multikulturellen neuen Menschen. Auch die Wohlfühlschule ist einmal nicht Thema.


Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, muslimische Quotenfrau und Freundin des marrokanischen Königs, legt die Entwürfe zur Abschaffung der Schulnoten zugunsten von grün-gelb-roten Ampelkärtchen sowie des traumatisierenden, "unwirksamen" und "kostspieligen" Sitzenbleibens, du redoublement, für kurze Zeit beiseite.

Caroline Beyer berichtet im Figaro von seltsamen Erscheinungen. Leider sind sie nur Abonnenten zugänglich. École : en 2004, un rapport dénonçait déjà une offensive islamiste. Schule: Schon 2004 beklagte ein Bericht eine islamistische Offensive. Die Ministerin und ihre Kollegen besönnen sich des Obin Berichtes, vom Juni 2004. Der liege seit einer Woche auf den Schreibtischen der Ministerialbeamten. Eine Revolution der Nationalen Erziehung sei aber nicht zu erwarten, heiße es im engen Kreis der Ministerin. Wie denn auch? Dazu hat sie der König nicht beauftragt.

Einige Fächer würden in Frage gestellt, Geschichte und Biologie an der Spitze, gefolgt von den Kreuzzügen, der Judenvernichtung, vom Algerienkrieg, und "der palästinensischen Frage". Darwin gelte als Betrüger, einige Lehrer hätten den Eindruck "einen Kampf gegen den Obskurantismus" zu führen, während andere "nachgeben" oder "verhandeln". Ein Lehrer hielte seinen Unterricht ab mit dem Koran auf dem Pult, um bei Widerspruch seitens der Schüler darauf zu verweisen.

In "schwierigen Klassen" behandelten die Lehrer nicht mehr die Fortpflanzung, und einige junge Lehrer erklärten "arglos", daß sie die Wissenschaft "als einen Glauben wie jeder andere" darstellten.

Philosophen der Aufklärung würden angefochten, ihre Werke als "schlüpfrig" bezeichnet. In Mathematik verweigerten Schüler "jedes Symbol oder die Zeichnung von Figuren, die auch nur von weitem einem Kreuz ähneln". Man erinnere sich daran, daß der angeblich moderate Muslim Tariq Ramadan niemals eine Krawatte trägt; denn sie wird mit einem Kreuzknoten gebunden.

Dieser Bericht heißt nach dem Generalinspektor der Nationalen Erziehung Jean-Pierre Obin kurz "Obin Bericht". Er wird von mehreren Inspektoren im Auftrag des damaligen Erziehungsministers François Fillon verfaßt [siehe Update] und nach seinem Erscheinen, im Juni 2004, im Einvernehmen mit Jacques Chirac, dem in einer Zogby-Umfrage, vom Mai 2004, trotz des eben erlassenen Gesetzes über das Kopftuchverbot in Schulen als Lieblingspolitiker in allen arabischen Staaten gekürten Staatspräsidenten, in die Versenkung verbannt.

Noch ein Jahr nach seiner Präsentation ist er auf der Website des Erziehungsministeriums nicht zu finden, moniert Sylvain Attal: Warum will man den mutigen und niederschmetternden Bericht des Generalinspektors der Nationalen Erziehung Jean-Pierre Obin über die Islamisierung der republikanischen Schule ersticken?

Pourquoi veut-on étouffer le rapport courageux et accablant de Jean-Pierre Obin, inspecteur général de l´Éducation nationale, sur l´islamisation de l´école républicaine ?

Seit einer Woche nun sei der Obin Bericht im Rahmen der "großen Mobilisierung" der Schule für die Werte der Republik in aller um die Ministerin vereinten Lehrerverbände Gedanken und Überlegungen.

Die Lage habe sich in den letzten zehn Jahren verschlimmert, sagt der Generalsekretär der Gewerkschaft des Personals der Direktion der Nationalen Erziehung SNPDEN Philippe Tournier. In Seine-Saint-Denis hätten 80 Prozent der Schüler einer Grundschulklasse, am 8. Januar, die Schweigeminute verweigerrt. Erst als der Lehrer auf die Worte eines Imams verwiesen hätte, wäre die Schweigeminute möglich gewesen.

Der Schriftsteller Mohamed Kacimi habe nach den Morden vom 7. und 8. Januar anläßlich eines Referats über das Theater einen Lehrer erlebt, der ihn gebeten habe: "Gebrauchen Sie nicht das Wort 'Terroristen', das sind Heranwachsende. Für sie ist es positiv, das ist kriegerisch. Sagen Sie besser 'Angreifer'. Statt 'Islam' und 'Islamisten', sagen sie 'Gläubige' und 'Fundamentalisten', und wenn sie vom Islam sprechen, vergessen Sie nicht, auch die beiden anderen Religionen zu erwähnen."

"Man hat zehn Jahre verloren," wirft der Präsident der Gewerkschaft der Gymnasiallehrer Snalc François Portzer beim Verlassen der Sitzung ein.

Inzwischen findet man den Bericht auf der Website des Erziehungsministeriums:

Ministère de l’éducation nationale,de l’enseignement supérieur et de la recherche.
Inspection générale de l’éducation nationale. Groupe Etablissements et vie scolaire
Les signes et manifestations d'appartenance religieuse dans les établissements scolaires.
Rapport présenté par Jean-Pierre Obin, Juin 2004

Auf meiner Website und meinem Blog ist der Obin Bericht mehrfach Gegenstand von Artikeln, den wichtigsten, vom 22. Mai 2005, veröffentliche ich noch einmal mit auszugsweiser Übersetzung: Frankreich ist schon heute Teil von Eurabia. Weitere Links, darunter, können zusätzlich ausgewertet werden. Man bekommt einen Eindruck von der "angeblichen" Islamisierung Frankreichs.

Die Anzeichen und Äußerungen der religiösen Zugehörigkeit in den Schulen

Dieser Bericht (Die Anzeichen und Äußerungen der religiösen Zugehörigkeit in den Schulen) ist dem Ministerium nach ausgiebigen Befragungen vor Ort durch Mitglieder der Schulaufsicht in 21 Departments Frankreichs und den DOM/TOM Ende 2004 überreicht worden. Es sträuben sich einem die Haare: getrennte Toiletten und Tische in der Schulkantine gefordert und erhalten für die muslimischen Kinder und Erwachsenen, die sich weigern, sich mit "Unreinen" zu mischen, Weigerung, den Klassiker der Geschichte Le temps des cathédrales, die Zeit der Kathedralen, im Geschichtsunterricht zu studieren, Kirchen zu besichtigen, Weigerung zu singen, zu musizieren, Weigerung, Wissenschaft zu studieren sowie die ungläubigen Autoren Voltaire, Flaubert ... Und alles, was man schon zu wissen glaubt über die Stellung der Mädchen ... Vor was haben die politisch Verantwortlichen Angst, und wie lange noch werden sie schweigen?

... Auch wenn sein Autor jede Absicht der Verallgemeinerung zurückweist, entwirft er ein genaues Bild: das einer weitgehenden Anfechtung der republikanischen und laïzistischen Werte im Schulmilieu.

... Diese Islamisierung (der Schule) ist entstanden nach den aufeinander folgenden "Verhandlungen", Rückziehern oder "Kompromissen" und auch der Abwesenheit von Scharfblick und Mut der politisch Verantwortlichen wegen.

Diesbezüglich muß man sich nur wundern über das geringe Echo dieses Berichtes in der Öffentlichkeit. Noch heute [Stand: Mai 2005] findet er sich nicht einmal auf der Internetseite des Nationalen Erziehungsministeriums unter den Berichten seit 1998, Beweis dafür, daß die Vogel-Strauß-Politik noch immer bevorzugt wird ...

... Die Autoren zeigen, daß diese Bewegung zuerst eine Abneigung gegen den Unterricht in gemischten Klassen beinhaltet, die sich sichtlich auf Kosten der Frauen bemerkbar macht. .. Er beklagt einen auf Druck der "Bärtigen", die euphemistisch die "großen Brüder" genannt werden, entstandenen beunruhigenden Rückschritt in der Stellung der Frau, der "unter Aufsicht gestellten" Mädchen. ... Das Ziel der Radikalen, die bestimmte früher gemäßigte Wohnbezirke und Vereinigungen kontrollieren, ist eine doppelte Absonderung. Zunächst die muslimischer Mädchen von den Jungen, aber dann zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, die als unrein empfunden werden. ... Wenn der Druck der Fundamentalisten so stark ist in den Schulen, so ist das, bemerkt der Bericht, weil sie den letzten Ort der Geschlechtermischung darstellt in den Bezirken, die schon größtenteils für die Republik verloren sind. Die Schule ist also das letzte Refugium, wo die Islamisten das Kräfteverhältnis testen, um es zu ihren Gunsten zu verändern. Es verwundert also nicht, daß entgegen dem, was man meinen könnte, "die schwersten Ausschreitungen sich dort finden, wo man nachgegeben hat, Kompromisse eingegangen ist", und nicht umgekehrt.

Unter diesen Ausschreitungen sind einige leider schon als gewöhnlich zu betrachten ...: Weigerung zu singen, Flöte zu spielen, zu tanzen, Gesichter zu zeichnen, in den Kindergarten zu gehen. Die weggeschlossenen Frauen, die nur noch ausnahmsweise das Haus verlassen, und die, selbst wenn sie ihre Kinder aus der Schule abholen, immer von einem "großen Bruder" begleitet werden. Die de facto getrennten Toiletten, die einen für Muslime reserviert, die anderen für als unrein angesehene "Franzosen". Anfragen von Fundamentalisten nach getrennter Sportkleidung für "Beschnittene", die sich nicht vor den anderen, immer Unreinen, entkleiden könnten.

... Auch der Inhalt des Unterrichts wird in Frage gestellt. ... Die Evolutionstheorie wird zugunsten einer mit dem Koran übereinstimmenden Lehre vom Schöpfertum angeprangert. Bis hin zur Mathematik, die ebenfalls dieser nach allen Richtungen obskurantistischen Offensive nicht entkommt. Der Bericht stellt so in "sehr weit hergeholten Bereichen" die Weigerung fest, geometrische Figuren zu zeichnen, die ein bißchen einem Kreuz ähneln.

... Zuletzt spricht der Obin-Bericht auch die Frage des Antisemitismus an, um die Schwere seiner Erscheinung im Bereich der Schule mit dieser Feststellung zu betonen: "In Frankreich sind die jüdischen Kinder die einzigen, die nicht in beliebiger Umgebung eingeschult werden können." Wenn sie nicht die Zielscheibe unerträglicher Schikanen sind, hält ihre Sicherheit nur vor, wenn sie es schaffen zu verbergen, daß sie Juden sind.

... Heutzutage sind diese ethnischen Ghettos zu religiösen geworden, und es sind die Bärtigen, die sie aufrecht erhalten und dort herrschen. Ghetto ist allerdings ein schwaches Wort. Zitieren wir einmal mehr Jean-Pierre Obin: "Es sind geschlossene Gegengesellschaften errichtet worden, deren Normen sich oftmals in starker Diskrepanz, ja im Bruch mit denen der modernen und demokratischen Gesellschaft befinden." Die republikanische Schule ist dort wie eine Feindin. In seinem Schwung und gewiß mit einem lobenswerten Willen, konstruktiv zu sein, fordert er die gesellschaftliche Mischung fördernde nationale Maßnahmen. Wenn man ihn liest, fragt man sich, ob es nicht schon zu spät ist.

Weitere Links:

Les professeurs et la république. Par Jean-Pierre Obin, inspecteur général de l’éducation nationale
L'inspection générale de l'éducation nationale (IGEN). La revue de l'inspection générale :
École et République, numéro 1 - février 2004

Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich.
Beispiele der letzten Zeit aus der Welt der Printmedien. 25. April 2004