16. Mai 2018

Gaza beerdigt seine Toten


Bevor Figaro-Korrespondent Cyrille Louis wieder nach Jerusalem, in sein dortiges Luxus-Appartement, zurückkehren kann, muß er noch die Reisekosten abarbeiten. So ist es bei Behörden und so ist es bei Behörden-ähnlich strukturierten Medien. Sein Luxushotel in Gaza ist nicht billig! Und seine Fahrtkosten mit dem Taxi! Und die Kosten für den durch die Hamas gestellten Dolmetscher, da er wahrscheinlich weder Arabisch noch einen in Gaza gebräuchlichen Dialekt spricht!

Updates, vom 17., 18. und 24. Mai 2018
Deutschland, das seine Grenzen nicht schützen will, verlangt das auch von Israel.
Säugling Layla Ghandour Ikone der anti-israelischen Medien
Deutschland hat keine Einwände, wenn zig Tausend Araber Israel stürmen!
"Frankfurter Erklärung" zu Heiko Maas: Israel-Politik für Palästinenser!
Dore Gold, Präsident des Jerusalem Center for Public Affairs, auf Russia Today English

Er haut in die Tasten seines Laptops: Après la tempête Gaza enterre ses morts. "Nach dem Sturm beerdigt Gaza seine Toten". Sein Schmerz über das den Palästinensern angetane Unrecht springt einen aus jeder Zeile an: Wisal Sheikh Khalil, ein 14-jähriges Mädchen, das an der Grenze ihre Mitstreiter, die chebabs, les jeunes, die Jugendlichen, für die "Rückkehr" mit Steinen und Trinkwasser versorgt hat, es könnte auch sein, daß ihr jemand eine Drahtschere zum Zerschneiden des Grenzzaunes gab, meinte ihre trauernde Mutter, wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen, um 10:30 Uhr, am 14. Mai 2018, an dem die USA die Errichtung ihrer Botschaft in Jerusalem feiern.

Al-Guardian-Korrespondent Oliver Holmes, betreut vom Gaza-Journalisten  Hazem Balousha, bedient sich ebenfalls des Todes der Wisal Sheikh Khalil, macht aber mehr daraus. Vielleicht war das Honorar des Al-Guardian üppiger?

Al-Guardian Front Page, Tuesday, 15 May 2018
Israel: Trump's new embassy opens - and dozens are killed

'She prayed she would be martyred': Gaza parents mourn their dead. By Oliver Holmes and Hazem Balousha in Gaza, Al-Guardian, Tue 15 May 2018 18.13 BST

"14 Jahre alt, hatte Wesal Sheikh Khalil schon Pläne für ihre Beerdigung gemacht. Wenn israelische Truppen sie während der Proteste an der Grenze von Gaza erschießen würden, hatte der palästinensische Teenager ihrer Mutter gesagt, sollte sie an der Stelle beerdigt werden, wo sie starb, oder in der Parzelle neben dem Grab ihres Großvaters.

'Sie dachte, der Tod wäre besser als dieses Leben,' sagte [die Mutter] Reem Abu Irmana einen Tag, nach dem sie ihre jüngste Tochter verlor. 'Jedes Mal, wenn sie zu den Demonstrationen ging, betete sie zu Gott [Allah!], daß sie zur Märtyrerin werden möchte."

"Sechs Wochen lang kamen Demonstranten zusammen im 'Großen Marsch der Rückkehr', einer Bewegung, die ihren Wunsch symbolisiert, in das Land ihrer Väter zurückzukehren. Der Protest vom Montag, der bis jetzt blutigste, konzentrierte sich auf die Wut über die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am selben Tag."

Das heißt bei Cyrille Louis nur kurz, sie wollte nicht im Elend leben, aber er erklärt, warum Wesal Sheikh Khalil neben ihrem Großvater begraben werden will: Es ist des "Traumes" wegen, "zurückzukehren" in das Dorf in der Nähe von Jaffa.

Hazem Balousha [Foto] betreut auch die Nachrichten der Washington Post, BBC World, Deutsche Welle und schreibt für Al-Raya (Katar): You can contact and book Hazem through paydesk,


@louisa loveluck @LovedayM @reglash and @iHaZeMi:
The front page of today's Washington Post, by my exceptional colleagues

58 Palestinians killed in Gaza protests. BY RUTH EGLASH, 
The Washington Post, 15 May 2018

"Rund die Hälfte der insgesamt 117 seit Ende März von israelischen Soldaten getöteten Palästinenser habe zur Hamas gehört."

Hamas: Zahlreiche Mitglieder unter Opfern. ORF.at, 16. Mai 2018

"'Wenn in den letzten Runden der Konfrontation 62 Leute zu Märtyrern wurden, dann waren 50 von ihnen  von der Hamas,' sagte  der Hamas-Funktionär Salah Bardawil in einem Fernsehinterview."

Hamas official: 50 of the 62 Gazans killed in border violence were our members
By Judah Ari Gross and TOI staff, The Times of Israel, 16 May 2018, 4:59 pm

Die bis zum 15. Mai 2018, 1:45 Uhr, identifizierten Todesopfer, beginnend mit einem acht Monate alten Säugling, Layla Ghandour, die "durch Ersticken durch Tränengas in der Nähe [!] der Proteste starb", gefolgt von Toten des Civic Defence Department, des Internal Security Department, des Military Intelligence Department und weiteren 53, darunter auch Wesal Fadel Sheikh Khalil (24), aus al-Bureij. Da ist sie 24 Jahre alt und heißt mit mittlerem Namen Fadel. 

Wenn sie 14 oder 15 Jahre alt ist, heißt sie mit mittlerem Namen Izzat. In allen konsultierten Listen kommt entweder die eine oder die andere vor, niemals beide. Le Figaro und Al-Guardian geben ihr keinen mittleren Namen, den verschweigt Hazem Balousha besser.

UPDATE: DEATH TOLL 58 in Israeli Military Assault on Gaza Protests
International Middle East Media Center, IMEMCnews, May 15, 2018 1:45 AM

Wenn man mit dem Staunen aufgehört hat, sieht man ein Video in arabischer Sprache, und da heißt die Märtyrerin der "brutalen zionistischen Besatzung" Wesal Fadel Izzat Sheikh Khalil. Im Video in der zweiten Zeile zu lesen.

Die Märchen aus 1001 Nächten nehmen kein Ende.

Der March der Rückkehr. 15. Mai 2018

Updates, vom 17. Mai 2018

100 Jahre Betrug der Briten an den Juden. 24. Oktober 2017

In bester Gesellschaft mit Großbritannien und dem Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen fordert Deutschland einen VN-Untersuchungsausschuß über die "Hintergründe der Gewalt". Regierungssprecher Steffen Seibert spricht tatsächlich von friedlichen Protesten, die gestattet wären. Ja, und? Wo waren die? Die Hamas beansprucht 50 der von der israelischen Armee bei Angriffen auf seine Grenze liquidierten oder sonstwie zu Tode gekommenen 60 Toten für sich. Was tut ein acht Monate alter Säugling in unmittelbarer Grenznähe? Welches Menschenrecht gilt für Layla Ghandour?


"Layla hielt Mittagsschlaf in ihrem Zuhause in Gaza City, als ein Aufruf kam: Ein Bus wartete vor einer Moschee in der Nähe, um Bewohner zum Grenzzaun zu bringen, wo der Protest tobte. Ammar, ihr 12-jähriger Onkel, packte sie in seine Arme und trug sie zur Tür hinaus."

Gazas Gesundheitsministerium sagt jetzt, es wisse den Grund des Todes des Säuglings nicht.

"Die Familie soll zugegeben haben, daß sie ein Loch im Herzen hatte."

Die staatseigene Agence France Press ist wie seinerzeit, ab dem 30. September 2000, Charles Enderlin, vom Staatssender France 2, im Fall des Mohammed al-Dura, heute vorn bei der Hetze gegen Israel und der Anstachelung von Kriegshandlungen durch passende Kriegsberichterstattung: "In einem am Dienstagnachmittag von der AFP veröffentlichten Artikel sagte die Mutter Mariam al-Ghandour: 'Die Israelis ermordeten sie'."

"Am Dienstagnachmittag jedoch erklärte ein Arzt aus Gaza der [amerikanischen] AP, daß [Layla] Ghandour ein vorher bestehendes Leiden hatte, und daß er nicht glaubte, ihr Tod wäre durch Tränengas eingetreten. Er sprach unter der Bedingung der Anonymität, weil es ihm nicht gestattet war, medizinische Informationen an die Medien zu geben."




Deutschland zeichnet sich aus durch Judenhaß im Innern und durch Israelfeindschaft im Äußeren.

"'Israel ist eine unterdrückerische und mörderische Einheit, und seine Politiker und Beamten müssen vor den Internationalen Gerichtshof gebracht werden,' sagte Amjad Shamout, der Vorsitzende des Permanenten Komitees für Menschenrechte der Arabischen Liga." Ägypten macht dabei nicht mit und warnte die Hamas vor dem kriegerischen Angriff auf die Grenze Israels. Darum waren am 15. Mai statt wie am Vortag 50 000 nur noch 1 500 spontane Demonstranten am Werk.

Mit wem noch will Deutschland sich gegen Israel zusammenschließen?

Update, vom 18. Mai 2018

Ja: 29, Enthaltung: 14, Nein: 2

Muß man heuer schon dankbar sein, daß Deutschland sich enthält? Vielleicht war das Kalkül so: Dem Untersuchungsausschuß wird bei der Zusammensetzung des Rates eh zugestimmt, dazu bedarf es der Positionierung Deutschlands gegen Israel nicht. Israels Recht auf Selbstverteidigung, wenn 50 000 von der Hamas zum Mord aufgehetzte Araber mit Drahtscheren, Bomben und mit bloßen Händen auf die Grenze stürmen, sie zu zerstören und mit Mordabsichten nach Israel einzufallen, ist Deutschland keine Ablehnung wert.

Es handelt sich nicht um getötete Demonstranten, sondern um auf dem Schlachtfeld liquidierte Kriegsteilnehmer. Deutschland aber ist durch seine Enthaltung einverstanden damit, daß Israel der Kriegsverbrechen gegen zivile Demonstranten angeklagt wird.

Die deutsche Delegation untersteht der Weisung des Bundesaußenministers. Er heißt Heiko Maas.

Die "Frankfurter Erklärung" ergänzt [Auszug]:

"Deutschland, vertreten durch Heiko Maas, hat sich nicht hinter Israel gestellt, obwohl Maas in Moskau in die Mikrophone behauptet hat, Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung; insbesondere gegen eine muslimische Terrororganisation wie die Hamas.

Das hat es, und wenn das so ist, weshalb enthält sich Deutschland dann bei dieser Abstimmung, in klarer Nicht-Übereinstimmung mit den Worten von Maas?"

Update, vom 24. Mai 2018


"Israel hat lange geltend gemacht, daß seine Sicherheit es zu viel weitreichenderen Maßnahmen zwingt, als andere Staaten zu ergreifen bereit oder fähig wären. Aber mit der Tötung  von Dutzenden und der Verwundung von Tausenden unbewaffneter [sic] Palästinenser an gerade einem Tag [14.Mai 2018] gewinnt das Argument der Sicherheit immer weniger Sympathie im Ausland - außer vielleicht in den USA. Kümmert sich Israel noch darum, wie seine Aktionen irgendwo außer im Weißen Haus aufgenommen werden? Das zu diskutieren, ist Oksana [Boyko] verbunden mit Dore Gold, dem Präsidenten des Jerusalem Center for Public Affairs und früheren Berater der israelischen Premierminister Ariel Sharon und Benjamin Netanyahu."

David or Goliath? Dore Gold, president of the Jerusalem Center for Public Affairs. Video
RT Question More, 24 May, 2018 06:58. Edited time: 24 May, 2018 11:07