25. März 2011

Die Panikmacher für 169,90 Euro. Alternativen zur Hetzschrift

Liebe Freunde!

Meine Herrin reibt sich die Augen; denn der Spiegel bringt am 18. März 2011 einen lesenswerten Artikel von
Monika Maron: "Wie hast du's mit der Religion?" So knapp, und doch so genau auf den Punkt gebracht, habe sie das lange nicht gelesen: "Wir alle, Christen, Juden, Orthodoxe, Atheisten, sind gezwungen, fast täglich über den Islam zu sprechen und nachzudenken, wir sollen den Koran lesen und die Hadithen, damit wir den Islam verstehen lernen. Aber ist es nicht unser Recht, vom Islam nichts zu verstehen und nur zu erwarten, dass wir von ihm nicht mehr behelligt werden als von allen anderen Religionen?"





Ja, das stimmt, blöke ich begeistert, ich will mein Recht, Herrin, ich will, daß du mich nicht mehr nervst mit dem Penzberger Imam Bajrambejamin Idriz, der sich schamlos den jüdischen Namen Benjamin zulegt, um als muslimischer Jude die Herzen von Prof. Wolfgang Benz, vom Merkez für Islamophobieforschung, bis zum bunten Präsidenten Dr. Christian Wulff zu erobern.


Meine Herrin sollte, wie von Monika Maron empfohlen, ihr Recht wahrnehmen, "vom Islam nichts zu verstehen". Schaf, antwortet sie nachdenklich, daran ist etwas Wahres, ich bin doch gar zu blöde, mir die Tage und Nächte damit herumzuschlagen, einigen Menschen die Gefährlichkeit dieser Politideologie deutlich zu machen. Hinzu kommt, daß frau noch Schelte bekommt, sich mit Freunden und Feinden des Islam anlegt, mit Blinden, Tauben und Stummen.


Ich bin sehr stolz. Sollte meine Herrin endlich wieder auf mein Geblöke hören, anstatt mir immer nur Vorhaltungen zu machen? Ja, sie hört auf mich und fährt einfach ins Blaue des Roussillon, mit dem Bus für 1€ gelangt sie dort überallhin, steigt aus, genießt die Sonne und ein gepflegtes Mittagessen, diesmal in Céret, im Restaurant Al Català.

Derweil sitze ich in meinem Pferch und schaue mir die Seite mit dem Artikel von Monika Maron genauer an.

Hilfe! Hilfe! Ich kann nicht mehr, liebe Freunde! Der Spiegel preist eine
Hetzschrift des Patrick Bahners an. Sie umfasse 4416 Seiten und koste 169,90€.

Ich kann es kaum erwarten, daß meine Herrin nach Hause zurückkehrt. Herriiin! Der Bahners soll 169,90€ kosten, auf 4416 Seiten verbreite er seinen Haß auf alle Islamkritiker. Da muß sie doch lachen. Für ein Buch dieses Kerls, der so bigott ist, daß er Kritik an Papst Johannes Paul als ganz böse empfindet, andererseits aber der
Islamischen Zeitung ein Interview gibt, würde sie nicht einmal 1€ ausgeben, sondern das Geld lieber in eine Busfahrt zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs, nach Villefranche-de-Conflent, investieren, um das Dorf und die Festung Libéria des Baumeisters Sébastien Le Prestre, Marquis de Vauban zu besichtigen. Auch gibt es dort das hervorragende Restaurant Auberge St-Paul.

Nachdem wir beide ordentlich abgelacht haben, fordert mich meine Herrin auf herauszufinden, woher die abstrusen Seitenzahlen und der Preis wohl in den Spiegel geraten sein könnten. Na, da lernt sie mich einmal mehr kennen! Das habe ich schon erledigt. Der Verlag C.H. Beck will exakt den gleichen Preis wie der Versand
Zweitausendeins.de für die Übersetzung der Tagebücher in neun Bänden und 4416 Seiten des Staatssekretärs im englischen Marineamt und Mitglieds des Unterhauses Samuel Pepys (1633 - 1703), des Zeitgenossen des Marquis de Vauban (1633 - 1707).

Das ist aber nicht fair, meint meine Herrin, sowohl der Brite als auch der Franzose sind bekannt als seriöse Leute - aber nun weiß ich, was ein Spottpreis ist.

Blök!
Euer Schaf
entsprungen aus dem Stall des
Marquis de Vauban