27. Januar 2014

Der Gesinnungslehrplan und seine Grundlagen


Heike Schmoll weist anläßlich der Kritik der Bildungsplanreform 2015/2016 des Landes Baden-Württemberg in einem Leitartikel, in der FAZ, vom 24. Januar 2014, darauf hin, daß "die Toleranz gegenüber allen möglichen sexuellen Lebensformen schon im Bildungsplan des Jahres 2004 in Baden-Württemberg festgeschrieben" wurde, daß aber der gesamte Entwurf kritikwürdig sei, weil "es sich eher um ein in den Lehrplan umgewandeltes Parteiprogramm handelt als um Bildungsziele."

Mehrere Updates siehe weiter unten! Die Updates werden noch eine Weile ergänzt.

Sie moniert, daß die Landesregierung in Stuttgart "nahezu wörtlich die Ziele einschlägiger Interessengruppen in den neuen Entwurf für den Bildungsplan" übernommen habe. Welcher? Sie nennt sie nicht, aber man ahnt, daß es sich um die Schwulen- und Lesben-Lobby handelt. Deren Ziele direkt zu übernehmen, dürfte neu sein; denn vor zehn Jahren ist sie noch nicht so mächtig wie heute. Das Landesinstitut für Schulentwicklung existiert seit 2005, es ist auf Veranlassung der "Dr." oder Dr. Annette Schavan gegründet worden; sie ist von 1995 bis 5. Oktober 2005 CDU-Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Dort arbeitet mit dem Segen aller Parteien auf Steuerzahlerkosten die organisierte Lobby der Umerziehung. Wer hat sie eingestellt und beauftragt?

Direktorin ist die 1957 in Stuttgart geborene Professorin Suzan Bacher, ohne Doktortitel. Beziehung stärkt Menschen: "Bacher, die in Tuttlingen ihr Abitur gemacht und zunächst in Spaichingen als Lehrerin gearbeitet hatte, ist seit 2004 Direktorin des für die Konzeptentwicklung zuständigen Landesinstituts für Schulentwicklung in Stuttgart," weiß die Schwäbische Zeitung, am 16. Januar 2008.

Ihr Stellvertreter ist Professor Volker Gelhaar, Gemeinderat im schwäbischen Eschach. Die meisten Google-Einträge zu ihm findet man bei peoplecheck, yasni, goyellow und anderen Adress- und Telefonbüchern. Wenn es doch mal inhaltlich zugeht, handelt es sich um Windkraftanlagen: Windräder in alle Gemeinden, nach Eschach, Büttenbuch, Glockenäcker, Striethof! Auch die Errichtung eines neuen Stalles zwischen Eschach und Vellbach für 1 500 Schweine sieht ihn in Aktion.

Der Dritte im Bunde ist der Philosoph, Medienwissenschaftler und Pädagoge Prof. Dr. phil.habil. Matthias Rath, Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ("Der Nationalstaat", so Rath, "ist obsolet"). Von 1994 bis 1996 ist er für die der Islamisierung Deutschlands zugeneigte Bertelsmann-Stiftung Gütersloh tätig. Die Bertelsmann-Stiftung macht uns in mehreren Studien den Islam schmackhaft, zuletzt im April 2013. Das Land Baden-Württemberg ist davon begeistert, ihre Landesvertretung lädt Vertreter der Stiftung im September 2008 zu einer Vorstellung der Ergebnisse einer Sonderstudie über muslimische Religiosität nach Brüssel ein.

Ein Blick auf die ersten drei Fotos der Suzan Bacher bei Google, und man sieht eine Lehrerin, von 1994 bis 1997 Stellvertetende Schulleiterin am Königin-Olga-Stift in Stuttgart, dort Vermittlerin von Orientierungswissen und Werten, befördert von der zwei Jahre älteren Annette Schavan auf einen Posten in der Regierung von Baden-Württemberg. 1997 bis 2004 arbeitet sie bis zur Berufung ins Landesinstitut für Schulentwicklung in deren Ministerium als Leiterin des Referats Lehrerfortbildung. Von da an widmet sie sich auf Geheiß der Annette Schavan nicht mehr Orientierungswissen und Werten, sondern der "Vermittlung von Kompetenzen anstelle allein des Fachwissens". Zu der Zeit ist Annette Schavan Mitglied des CDU-Parteivorstands von Baden-Württemberg. Die Partei trägt diese Deformierung des Lehrauftrages von Schulen mit. Bei dem in der CDU Baden-Württemberg wirkenden Führungspersonal darf bezweifelt werden, daß dieses begreift, was da abläuft.

Von 1991 bis 2005 regiert der CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel das Land. Verantwortlich für den Bildungsplan 2004 ist Annette Schavan. "Schavan: ledig, kinderlos und - schlimmer noch - mannlos", wäre "nach Merkel, die potenteste Frau der CDU", meint EMMA, im Januar/Februar 2005, und "CDU-Männer liefen an höchster Stelle tagelang Sturm gegen 'eine Lesbe im Bundespräsidentenamt'", und  "Die 'unverheiratete Schavan' habe sich 'für gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingesetzt', berichtet die Heilbronner Stimme", und schließlich, Annette Schavan fehlten nach eigener Aussage "die Eignung, Lust und Neigung dazu".

Bildung stärkt Menschen, ist das Motto des Bildungsplanes 2004.

Von 2005 bis 2010 regiert der inzwischen zur EU als Kommissar abgeschobene CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger das Land. Bis 5. Oktober 2005 ist Annette Schavan weiter für die Bildung und die Toleranz zuständig, ihr folgt bis 2010 Christdemokrat Helmut Rau, verheiratet zwei Kinder, zwei Enkel. Gegen den Biedermann ermittelt die Staatsanwaltschaft in der EnBW-Affäre. "Beim Rückkauf der EnBW-Anteile hat das Land Baden-Württemberg Milliarden verloren. Der zu schlampig dokumentierte Deal erschwert die Suche nach den Schuldigen. Die Mappus-Regierung hat nicht viele Spuren hinterlassen," schreibt das HANDELSBLATT, am 17. Okober 2011.

Was Toleranz ist, wissen Günther Oettinger und Helmut Rau gewiß als allerletzte. Es kommt von tolerare = erdulden, ertragen. Diese Toleranz ist "einschlägigen Interessengruppen" nicht ausreichend, sie wollen nicht ihrer Qualität und Quantität entsprechend toleriert, erduldet, ertragen werden, sondern sie wollen mehr: herrschen.

Die Forderungen der einschlägigen Interessengruppen decken sich mit denen der inzwischen mit der SPD regierenden Grünen zur Schaffung des Neuen Menschen und eines "neuen Baden-Württemberg", wie sie ihr Programm betiteln, sowie zunehmend auch mit denen der sich grün färbenden Altparteien CDU/CSU, SPD und FDP, deren Bestrebungen zur Abschaffung der Nation, der Familie, kurz, aller gewachsenen Strukturen, längst Teil auch derer Parteiprogramme ist. Baden-Württemberg mit seiner grün geführten Regierung ist Vorreiter. Das "neue Baden-Württemberg" wird im landesweiten Aktionsplan "Für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg“ vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren vorgestellt, keiner wird ausgelassen, das ganze Land der Erziehung und Indoktrination unterworfen: „Landesministerien, Kommunen, Bildungseinrichtungen, soziale und kulturelle Einrichtungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen, relevante gesellschaftliche Akteure wie Vereine, Kirchen, Verbände, Wissenschaft und Forschung sowie alle Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs." Die Landesregierung sieht ihre Aufgabe in einer vollständigen Erfassung und Veränderung der Gesellschaft.

Wer genau die einschlägigen Interessengruppen sind, erfährt man auf der Website des Ministeriums: weder die der Arbeiter noch der Vertreter der Sozialordnung, weder der Familie, noch der Frauen, noch der Senioren, sie alle bilden nur die Staffage im Titel des Ministeriums, sondern die demokratisch durch nichts legitimierten Interessengruppen der "lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgendern, intersexuellen und queeren Menschen", vertreten durch das Netzwerk von "lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queer (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen".

Dieses neue Orientierungswissen, diese neuen Werte finden Eingang in den Bildungsplan 2015 des Landes. Kultusminister Andreas Stoch verteidigt den Bildungsplan gegen die Kirchen und gegen die Petition des Gabriel Stängle, der sich unter dem Titel Akzeptanz sexueller Vielfalt auf der Website des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport vorwerfen lassen muß, daß seine Kritik maßlos übertrieben wäre, falsch und Minderheiten diskriminierend. Gegen Gabriel Stängle geht das Ministerium disziplinarrechtlich vor.

"Die Petition suggeriert, dass die vorgesehenen Leitprinzipien in ihrer Gesamtheit unter dem Aspekt der sexuellen Vielfalt betrachtet werden sollen. Das ist maßlos übertrieben, da dies lediglich ein Thema unter vielen anderen ist," meint der Kultusminister.

Update

Der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschlands (LSVD), Motto: Schule ist kein Ort für Fundamentalisten [sic!] stellt, am 13. Januar 2014, Strafantrag wegen Volksverhetzung, gemäß § 130 Absatz 2 STGB, gegen die openPetition gGmbH. Sinnigerweise fordert er auf seinem Blog wie die muslimischen Jugendlichen Frankreichs respect bzw. respekt, wobei das Schriftzeichen in dem Symbol für Männlichkeit endet. Kein einziges Bild zu RESPEKT bei Google-Bilder zeigt eine derartige Diskriminierung von Frauen.

Frauen lernen es wohl niemals, ob hetero, lesbisch oder sonstwie gestrickt.

Aus den Behauptungen des Andreas Stoch sieht man, daß sich die Inkompetenz der sozialdemokratischen Kultusminister der seit Mai 2011 amtierenden grün-roten Regierung von Gabriele Warminski-Leitheußer zu ihm fortgesetzt hat, sozusagen zur Fortsetzung der Inkompetenz mit anderen Mitteln geworden ist.

Es ist unverständlich, wie Heike Schmoll da meinen und die FAZ es mit großer Schrift in kleinem Kasten eigens herausstellen kann: "Der Streit über 'sexuelle Vielfalt' im Unterricht betrifft nur ein Detail. Es geht um Anpassung." Der Streit ist kein Detail, sondern der Sieg in diesem Streit entscheidet nicht nur über die weiteren Leitprinzipien, sondern über die Herrschaft im Ländle und demnächst in ganz Deutschland.

Update am Ende des Artikels: Berlin ist schon weiter!

So formuliert es auch die Petition. Auf diesem Schlachtfeld wird entschieden, ob unsere Gesellschaft zerfällt in Minderheiten und Monaden, ob sie sich selbst abschafft. Mit dem Ausgang dieses Streites wird auch über die weitere Islamisierung der Gesellschaft entschieden; denn die angeblich weltanschaulich und parteilich nicht gebundenen Funktionäre der LSBTTIQ Gruppen, Vereine und Initiativen sind zusammen mit den Grünen und weiten Kreisen der anderen Altparteien eben diejenigen, die der Islamisierung das Wort reden. An Baukränen aufgeknüpfte Schwule können sie nicht davon abbringen, geht es doch um "Akzeptanz und gleiche Rechte" für alle. Die Muslimvereinigungen tun gut daran, sich nicht einzumischen in die Händel, sondern nur abzuwarten und zu ernten.

Update. Zur Kompatibilität von Forderungen der LSBTTIQ-Gruppen und der Muslimvereinigungen
Siehe auch weiter unten: Leugnung von natürlichen Gegebenheiten

Man ersetze "islamisch" bzw. "muslimisch“ durch schwul-lesbisch und "Allah" durch "sexuelle Vielfalt":

"Die Dynamik dieser ,gerichteten Unschärfe‘ erzeugt eine wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in der sich der Wettbewerb um islamisch korrektes Sprechen und Verhalten zunächst weiter verstärkt. Die muslimischen Profiteure erkennen die epochale Chance und treiben ihre Förderer zu ständig neuen Zugeständnissen an, beißen allerdings auch die sie nährende Hand, sobald zentrale Interessen wie das Gesetz Allahs tangiert sind. Die Vertreter dieses surrealen 'Dialogs' werden zu Gefangenen der eigenen Ideologie, indem sie in fortwährender Spiegelung mit ihrem Heilsobjekt dessen Konturen übernehmen, um die Palme der islamischen Korrektheit zu erringen. Da sie sich dabei illegitime Kompetenzen aneignen, indem sie die Geltung ihres Proislamismus auf den gesamten Rechtsstaat ausweiten wollen, werden sie für diese Staatsform zu einem wachsenden Problem."

Hans-Peter Raddatz in:
Der Islam: Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog
Springer VS 2005, Seite 56

Heike Schmoll erwähnt die im Beirat der Bildungsplankommission geführte "äußert kontroverse Diskussionen über fünf Leitprinzipien":

Berufliche Orientierung,
Bildung für nachhaltige Entwicklung,
Medienbildung,
Prävention und
Verbraucherbildung.

Es dürfte nicht schwerfallen zu erkennen, daß sie alle unter dem angeblichen Detail der "sexuellen Vielfalt" betrachtet werden, dort verlinkt sie passend der Kultusminister. Die Website des Ministeriums bietet, links neben dem Aktionsplan, die nötigen Schlagwörter. Ausgegangen wird dort eben nicht von Chancengleichheit der Geschlechter, sondern von deren Gleichheit. Die genannten fünf Leitprinzipien werden unter wirklichkeitsfernen Voraussetzungen konzipiert, Stichwort Gender Mainstreaming, vom Ministerium so definiert:

Was heißt Gender Mainstreaming?
Gender Mainstreaming ist ein Fachbegriff, der in der englischen Sprache neu entwickelt wurde. In der englischen Sprache umschreibt „gender“ – im Gegensatz zu „sex“ als biologischem Geschlecht – das soziale Geschlecht von Männern und Frauen, also alle Rollenzuweisungen und tradierten Geschlechterbilder. „Gender“ ist eine Rollenzuschreibung von außen, die häufig verinnerlicht wurde. „Mainstreaming“ bedeutet, etwas in den Hauptstrom des Denkens und Handelns zu bringen.

Gegen die Erfahrung von Jahrtausenden wird das biologische vom sozialen Geschlecht eines Menschen vollständig getrennt. Unterschiedliches Verhalten von Mädchen und Jungen, von Männern und Frauen, wird "Rollenzuweisungen und tradierten Geschlechterbildern" zugeschrieben. Diese Fehleinschätzung kommt von Menschen ohne gefestigte Identität, von solchen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gelungen ist, sich sowie ihr biologisches Geschlecht und Alter als naturgegeben anzunehmen, die aber das nicht als Mangel, Fehler oder einfach als Laune der Natur, sondern als nicht wesentlich, als überwindbar begreifen.

Lesben, Schwule, Bi-, Trans- oder Intersexuelle, Transgender oder Queere, wobei ich nicht weiß, welche Gruppe darunter begriffen wird, weisen von ihrem biologischen Geschlecht abweichende Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale auf. Sie und die Mehrheitsgesellschaft können das als Krankheit, Mangel, Fehler, Laune der Natur, als Freude, Gnade und Bereicherung der öden Hetero-Landschaft ansehen, mehrheitsbildend und richtungweisend für die Mehrheitsgesellschaft sind sie nicht. Als ich in den 60er Jahren in diesen Kreisen verkehre, ist man stolz darauf, etwas Besonderes zu sein, aus der Eigenart schöpferische Kräfte zu ziehen. Gekämpft wird für die Abschaffung des § 175 STGB, aus dem Jahr 1871, der Homosexualität bei Männern (!) unter Strafe stellt. Frauen sind dem Patriarchat in diesem Zusammenhang noch nie wichtig gewesen, trotzdem lassen sich Lesben einspannen oder drängen sich gar auf, sich einzusetzen für die angeblich auch sie betreffende Angelegenheit.

Die meisten Verteter der Grünen und der mit ihnen koalierenden SPD in Baden-Württemberg sind sicher nicht schwul, aber alle haben massive Probleme mit ihrer Identität, mit Herkunft, Sexualität und Sozialisierung. Ihr Leben ist ein Flickwerk aus Ersatzhandlungen und Realitätsverweigerungen.

Die 50-jährige SPD-Ministerin Katrin Altpeter, Jahrgang 1963, beispielsweise nimmt ihr biologisches Alter nicht als naturgegeben an. Sie ist alleinerziehende Mutter einer 1997 geborenen Tochter, vom Vater ist nicht die Rede, wohl aber von einer Partnerschaft mit dem 21 Jahre jüngeren Fraktionskollegen Florian Wahl, Jahrgang 1984. Wer's nicht glaubt, befrage Wiki und die BILD, die meint, es tue ihnen gut. Ihrer 15-jährigen Tochter tut diese Beziehung mit Sicherheit nicht gut. Sie erlebt die Auflösung der Generationenschranke, der Ehe, der festen Beziehungen, des bon père de famille, des Familienvaters, wie in Frankreich der Begriff heißt, der gerade auf Antrag der Grünen/Umweltpartei von der sozialistischen Regierung aus den Gesetzen beseitigt wird, und sie wird die Szenen erleben, wenn der jugendliche Liebhaber ihrer Mutter sich mit einer Frau davonmacht, die deren Tochter sein könnte.

Wen wundert es, daß eine solche Politikerin noch ganz andere sexuelle Verhältnisse fördert, um Baden-Württemberg zu einem Vorreiter für Offenheit und Vielfalt zu machen?

Leugnung von natürlichen Gegebenheiten

Die französische Psychoanalytikerin Janine Chasseguet-Smirgel (1928 - 2006) befaßt sich wissenschaftlich mit der Sexualität sowie mit Perversionen, ihren Grundlagen und Auswirkungen. Ein Buch über die weibliche Sexualität veröffentlicht sie 1964. Die Ethik und Ästhetik der Perversion erscheint 1984. Mit diesen Themen sollte man sich befassen, wenn man verstehen will, wie es geschehen kann, daß heute in Baden-Württemberg eine Katrin Altpeter Ministerin und eine Suzan Bacher Direktorin des Landesinstituts für Schulentwicklung werden können, wie Gesinnungslehrpläne für Schulen entwickelt werden, wie ein ganzes Ländle im grünen Sumpf der Versuche zur Schaffung des Neuen Menschen versinkt, wie Kompetenzen, Sensibilisierung, Festlegung von Einstellungen und Empfindungen im Sinne des Grünen Parteiprogramms definiert und durchgesetzt werden. Die Sexualisierung der fünf Leitprinzipien sowie des gesamten schulischen Unterrichts ist der Hebel dazu. Die Petition 2015 von Gabriel Stängle gegen den Bildungsplan stört dabei.

Der Verlag kündigt das Buch Éthique et esthétique de la perversion so an:

"Durch die Abweichungen des sexuellen Verhaltens drückt sich eine wesentliche Dimension aus, eine andauernde Versuchung des Geistes: der Wunsch, den von der Wirklichkeit auferlegten Grenzen zu entkommen, und das 'Unmögliche' sich ereignen zu lassen. Es geht darum, Gottvater zu entthronen und eine Umwandlung der Welt zu bewirken. Sade, Wilde, Bellmer haben neben anderen die Äußerungen der Autorin veranschaulicht, die eine Sigmund Freud treue Theorie der Perversion anbietet, obwohl sie die klassischen Schemata vermeidet und eine Hypothese über die Natur der Verbindungen vorträgt, die Perversion und Ästhetik unterhalten."

Auf Seite 129 dieses Buches findet sich dieses Zitat:

"Was uns beeindruckt hat, ... das ist, daß ein großer Teil der Geräusche des Lebens - um Freud zu paraphrasieren - von den Perversen herrührt, von ihrem Bedürfnis, sich und den anderen die Überlegenheit der prägenitalen Phase über die Welt des Vaters zu beweisen. Die Notwendigkeit für den Perversen, seine Triebe zu verbergen, seine Objekte, die prägenitale Welt, in der er sich bewegt, weist letztendlich auf die Idealisierung seines eigenen Ich. Er verwechselt sich mit seinen einzelnen verehrten Objekten, das verklärte Bild seiner eigenen auf diese Art verherrlichten infantilen Eigenschaften. Er spiegelt sich in seinen übersteigerten Trieben, wie er sich früher in den liebenden Augen seiner Mutter gespiegelt hat, um dort die Bestätigung seiner bewundernswerten Vollkommenheit zu finden. Er muß die Götter der Prägenitalität preisen, um sich so seiner eigenen Göttlichkeit zu versichern."

Dieser Prozedur sollen die Kinder der Bürger Baden-Württembergs unterzogen werden. Die Funktionäre der LSBTTIQ Gruppen, Vereine und Initiativen stehen bereit, die Grundlagen des neuen Bildungsplanes haben sie bereits verankert. Andere Bundesländer werden folgen, die Ästhetik der Perversion wird Einzug halten in die wertbefreiten Altparteien Deutschlands, und der Kreis schließt sich in Brüssel, wo die EU sich mit Unterstützung der französischen Avantgarde daran macht, europaweite Gesetze zu erlassen, die Gottvater vom Thron stürzen.

Allen wird Hören&Sehen vergehen.

Updates

In Berlin sind sie seit 2009 mit Einverständnis aller Parteien schon viel weiter mit der Wowerisierung, berichtet mir eine Freundin, die es besser weiß. Und Proteste und Appelle dagegen sind auch schon länger bekannt. Das habe ich nun davon, daß ich nicht mehr dort wohne, es entgeht mir so, daß  Erstklässler verschiedene Formen der Sexualität unter Erwachsenen beigebracht bekommen, und Schüler ab der fünften Klasse lernen sollen, was Sado-Maso, Orgasmus und Darkroom sind. Vielleicht gibt's ja 'nen Klassenausflug zum Darkroom in der Niebuhrstraße - oder ist der Ort auch schon veraltet?

Die Kinder werden kofferweise indoktriniert, was vom § 3 Bildungs- und Erziehungsziele des Berliner Schulgesetzes, vom 1. Februar 2004, nicht gedeckt ist, und so gebe ich denn freiwillig meinen Koffer ab, den ich bislang noch in Berlin hatte. Außer einer Handvoll lieber Freunde ist dort nichts mehr, und dazu bedarf es keines Koffers, nicht einmal mehr einer Plastiktüte.

Unsere Ausflüge in dem Alter gingen zum Hermannsdenkmal, aber das ist nun auch nicht mehr in, weil Hermann zu begehrlich nach Frankreich schaut, und weil er ein Mann ist, noch dazu ein viriler, mit Bart. Unser Lesebuch der ersten Klasse zeigte Mutter, wie sie an einem Waschbrett steht, und die Wäsche sauber schrubbt, wo wir doch zu Hause, in der Waschküche, eine Miele mit Schwengel hatten, die Opa und Vati nie angefaßt hätten, es sei denn 'ne Reparatur lag an.

Ich bin fürs Leben verdorben, der Welt abhanden gekommen, weil ich nie auf dem letzten Stand war.

Ich bin sehr traurig.

Hilfe, mir geht's sofort besser. Ich glaube, ich bin asexuell, nein, kein Esel, sondern asexuell! Warum hat unser Volksschullehrer mir das nicht beigebracht? Montags bin ich nichts (schlafe aus!), dienstags lesbisch (also heute!), mittwochs hetero (langweiliger Tag!), donnerstags bin ich nichts (wie die Fernsehprogramme in ARD und ZDF), freitags lesbisch und hetero ('n flotter Dreier im Geiste!), samstags gehe ich das ganze Programm durch, alles nacheinander, bis zum Frühstück am Sonntag (allein von der Vorstellung bin ich fix&foxy), und sonntags ... sonntags?

Asexuell
ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die keine oder nur eine geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen spüren. Asexuelle können schwul, lesbisch, heterosexuell oder bisexuell sein. Dieser scheinbare Widerspruch führt uns vor Augen, dass der Fokus auf sexuelle Praktiken und Geschlechtsverkehr, der beim Thema "sexuelle Orientierung" so zentral ist, sehr eng gewählt ist.
Informationen unter:
www.asexuality.org
www.asex-wiki.de

Siehe auch:

Winfried Kretschmann und der Bildungsplan 2015.
Von Bettina Röhl, WiWo, 28. Januar 2014

Im Text befinden sich kleinere nicht eigens als Update gekennzeichnete Änderungen und Ergänzungen.

Affaire à suivre ...