9. Oktober 2012

Der fundamentalistische Islam in den Gefängnissen Frankreichs


Photo : Georges Merillon / Le Figaro Magazine

Dem Figaro liegt ein vertraulicher Bericht der nationalen Gefängnisverwaltung vor über die Verbreitung des islamischen Fundamentalismus in den Gefängnissen Frankreichs; demnach geben 442 Häftlinge zu größter Sorge Anlaß. In der Artikelüberschrift werden sie auf 400 reduziert, immerhin auf zehn Prozent weniger als im Text. Christophe Cornevin und Jean-Marc Leclerc nennen sie bereits im zweiten Satz ihres Artikels "Islamisten", auf daß ab sofort jeder wisse, daß es nicht um den Islam geht, sondern um seine Perversion. 78 Inhaftierte sitzen ein wegen terroristischer Anschläge und sechs muslimische Verbrecher der logistischen Unterstützung von Terroranschlägen wegen.

In den Gefängnissen werde Agitation für den Jihad im großen Stil betrieben, auffällig geworden seien 147 Häftlinge, die Nachwuchs unter Mithäftlingen gewönnen. Eine neue Generation von Glaubenskriegern wachse heran aus den Rängen der einfachen Kriminellen. Die Radikalisierung der Häftlinge habe durch deren Surfen im Internet stattgefunden, und da wüßte man gern, wieso Häftlinge Zugang zum Internet erhalten.

Wie weit entfernt von den Realitäten des Islams diejenigen Beamten sind, die ihr Land vor Terroranschlägen schützen sollen, zeigt dieser Ausspruch eines Mitarbeiters der Gefängnisverwaltung: "Loin d'être de fins connaisseurs du Coran, ils distillent des fragments de sourates pouvant faire référence à la violence et reprennent un discours moyenâgeux pour convertir leurs compagnons de cellule." Weit entfernt davon, sich im Koran gut auszukennen, filtern sie Bruchstücke von Suren heraus, die sich auf Gewalt beziehen, und nehmen mittelalterliche Parolen auf, um ihre Zellengenossen zum Islam zu konvertieren. Die Beamten scheinen nicht zu wissen, daß es sich bei diesen angeblich mittelalterlichen Parolen um heute wie immer für Muslime gültige Regeln und Befehle handelt. Ein Blick auf islamische Sites im Internet, vielleicht auf dieselben, die ihre Häftlinge frequentieren, würde sie dessen belehren.

Die Unkenntnis des Korans, der Hadithe und der Scharia führt zu einem solchen Ausspruch. Befehle, die zu Haß gegen Juden und Christen, die Ungläubigen, und zu deren Ermordung aufrufen, findet man in deutscher Sprache beispielsweise dokumentiert auf der Site Der Prophet des Islam. Dort und auf der Site des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) können meine deutschsprachigen Leser sehen, daß es nicht herausgenommene Bruchstücke von Suren sind, sondern die Suren selbst, daß es Anleitungen für die Muslime sind, sich in der Welt zu verhalten und sie dem Islam untertan zu machen. Es sind keine Übertreibungen von Radikalen, sondern es ist vielmehr so, daß die Mehrheit der friedlichen Muslime sich nicht korankonform verhält, wenn sie verloren gegangene einst islamische Gebiete nicht zurückerobert, wenn sie ihre Frauen nicht gemäß Sure 2:222-223 als Saatfeld beackert etc. Die arabische Wurzel qtl = töten erscheint im Koran mit allen Ableitungen 187 mal, davon 25 mal als Imperativ: Tötet!

Über den Heiligen Krieg, Kriegsgefangene, Apostasie, Auftragsmorde kann man sich umfassend auf französisch informieren, für das Schlagwort Coran français gibt es auf google.fr 107 000 Angebote, für hadith du prophète 239 000, für charia islamique 54 700 und für charia en France 54 200 Angebote; auch die Lektüre des Buches von Sylvain Besson La Conquête de l´occident. Le projet secret des islamistes. Die Eroberung des Westens. Das Geheimprojekt der Islamisten, könnte hilfreich sein.

Es sind bereits 211 Inhaftierte, die "auf dem Weg in den radikalen Islam sind", steht im Bericht. 80 Prozent von ihnen sind aus Nordafrika. Woher stammen die restlichen 20 Prozent? Es steht gewiß im Bericht, aber nicht im Figaro. Einige werden aus dem Balkan sein, einige aber auch französische Konvertiten.

Es sei dem geringen Grad der Bildung der Häftlinge geschuldet, der führe dazu, daß die manichäischen Worte zur Zerstörung des Westens Aufnahme bei ihnen fänden. Ungefähr 10 Prozent der Jugendlichen mit höherer Bildung befänden sich unter den für den Islam rekrutierten Häftlingen, konstatiert ein Experte. Da im Artikel Information über den Bericht und Meinung der beiden Autoren des Figaro nicht getrennt werden, weiß der Leser nicht, wer die Mär verbreitet von der größeren Anfälligkeit für den radikalen Islam minder ausgebildeter Muslime. Ein Blick auf die Lebensläufe der Terroristen des 11. September 2001 hätte Zweifel an der Aussage zur Folge haben müssen. Die Population der Gefängnisse besteht mehrheitlich aus Personen der unteren Schichten, also werden in absoluten Zahlen mehr von ihnen radikalisert.

Ein Richter des Antiterrorismuszentrums weist auf Konvertiten hin, die zunehmend straffällig würden. Er faßt das Dilemma des Strafvollzugs so zusammen: "Si l'on regroupe les éléments radicaux en un même lieu, ils finissent par conspirer. Et si on les disperse, ils contaminent les autres détenus." Wenn man die radikalisierten Elemente an einer Stelle zusammenzieht, dann führt es dazu, daß sie konspirieren. Wenn man sie verteilt, dann stecken sie die anderen Häftlinge an.

"Die Islamisten rekrutieren sogar unter den Sexualtätern," diese retten sich gewissermaßen in den Islam, um vor den Verfolgungen der Mitgefangenen sicher zu sein. Wie man weiß, spaßen die Schweren Jungs nicht mit Kinderschändern. Die aber haben im Islam Mohammed selbst zum Fürsprecher, schließlich vollzieht er als 53-jähriger die Ehe mit der neunjährigen Aishe, Tochter seines Kumpans Abu Bakr. Es geht aus der Information nebenbei hervor, daß die islamischen Fundamentalisten in den Gefängnissen über die nicht-muslimischen Schweren Jungs unstrittig die Oberhand haben.

Von den Autoren wird der Soziologe Farhad Khosrokhavar befragt; er ist Forschungsdirektor an der École des hautes études en sciences sociales, der Hochschule für Sozialwissenschaften. Er meint, die radikalen Häftlinge würden regelmäßig verlegt, damit sich keine festeren Beziehungen unter ihnen bilden könnten.

Farhad Khosrokhavar [geboren 1948 in Teheran; Experte qua Geburt, Orientalist ist er nicht] hat im März 2004 eine Studie verfaßt: L’Islam dans les prisons, Der Islam in den Gefängnissen. André Lepic rezensiert sie für die Zeitschrift Culture&Révolution. Der Autor unterscheidet zwischen Häftlingen, die ihre Verbrecherlaufbahn fortsetzen wollen; für sie sei der Islam eine Gegenwelt zu der westlichen voller Unmoral, Zynismus und Unlauterkeit: In diesem Fall dient der Islam dem Häftling als eine Art Hafen des Friedens in einem stürmischen Ozean, wo der Krieg jeder gegen alle keinerlei Rast kennt. Diejenigen dagegen, die nicht mehr ins Verbrechen zurückkehren wollten, sähen in der Religion ein Mittel, zu Ethik und Moral für ihr Leben zu kommen. Dann gebe es noch eine dritte Gruppe der Muslime im Gefängnis, "die Islamisten, in der Minderheit, die 'Bartträger', denen die Mehrheit der Inhaftierten ausweichen. Diese islamistischen Häftlinge bilden eine militante Kraft, der auch eine große Anzahl von Muslimen mißtraut, die ihre Religion für sich ausüben wollen und nicht in eine islamistische Gemeinschaft fallen wollen."

Aus der Rezension von André Lepic geht hervor, daß Farhad Khosrokhavar das Problem der Islamisierung in den Gefängnissen von den einzelnen Häftlingen aus betrachtet und nicht von der Lehre der Politideologie des Islams. Deshalb kommt er zu unerklärlichen Ergebnissen der Wirkung des Islams in den drei Gruppen. Wieso sehen hartgesottene Schwerverbrecher, die in ihrer Laufbahn weitermachen wollen, im Islam eine Gegenwelt, eine Art Hafen des Friedens? Sie wollen sich vielmehr des Islams bedienen als Rechtfertigung für ihre zukünftigen Taten. Eine Welt "voller Unmoral, Zynismus und Unlauterkeit" hat es nicht anders verdient, als daß man sie ausraubt und unterwirft. Die Lehre des Islams von der Beute, ein in der Scharia schon im 11. Jahrhundert ausführlich geregelter juristischer Bereich, kommt dem entgegen. Man bedient sich im Einklang mit der Lehre des Islams der Reichtümer der Ungläubigen.

Schon im frühen Mittelalter werden auf der Grundlage des Korans (Sure 57:2; 59:7) dazu umfassende Gesetze erlassen. Der anerkannte islamische Jurist Abu'l-Hassan al-Mawardi (gestorben im Jahre 1058 d.Z.) erarbeitet genaue Regelungen, wie mit den Nichtgläubigen und vor allem mit deren Besitz und Land nach gewonnenem Glaubenskrieg umgegangen wird. Das entsprechende Kapitel seines Buches beschäftigt sich mit der Beute, die den Ungläubigen abgenommen wird. Er unterscheidet drei Arten des Landraubs:
  • Land, das mit militärischer Macht und Gewalt eingenommen wird, wenn seine Einwohner es durch ihren Tod, ihre Gefangennahme oder Auswanderung verlieren,
  • Land, das von ihnen übernommen wird, weil sie es aus Furcht verlassen haben,
  • Land, das durch Vertrag erworben wird. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Ungläubigen konvertieren oder sie zahlen Jizya, eine jährliche Kopfsteuer, und ihr Leben und ihr Besitz werden dadurch geschützt.
Die von Farhad Khosrokhavar identifizierten zweite Gruppe wird weniger der Ethik und Moral nachstreben, sondern einen Halt suchen, feste Regulierungen, wie sie der Islam anbietet. Wer jemals die Fragen von ratsuchenden Muslimen an Imame gelesen hat, der bekommt einen Eindruck von der Erziehung zur Unselbständigkeit, zur Unterwerfung unter die Befehle und Fatawa des Islams und seiner Imame. Verglichen damit, ist das Schulchan Aruch von Rabbiner Josef Karo ein allgemein gehaltenes jüdisches Grundgesetz.

Wie die dritte Gruppe zum Islam steht, die "Bartträger", weiß der Autor nicht zu berichten, sondern nur, daß alle Angst vor ihr haben; er anscheinend ebenfalls. Und darum empfiehlt er gegenüber den Figaro-Autoren zur Austreibung des Teufels den Belzebub, in dem er meint, der kriegerischen dritten Gruppe könnte man mit mehr Gefängnis-Imamen Herr werden. Heute seien die Hälfte aller Gefängnisinsassen in Frankreich Muslime, aber es gebe nur 100 Imame, aber 600 christliche Geistliche.

Der Artikel macht deutlich, daß Regierung und zuständige Behörden dem Islam und den davon radikalisierten Häftlingen ziemlich hilflos gegenüberstehen, was kein Wunder ist; denn wer seinen Feind nicht kennt, der wird gegen ihn nicht gewinnen, das ist eine alte Weisheit. Man darf deshalb gespannt sein auf das 60 Seiten umfassende Handbuch über "den Fundamentalismus im Gefängnismilieu". Gedruckt in einer Auflage von 24 000 Exemplaren, soll es an das Aufsichtspersonal in Gefängnissen, an Polizisten und die Antiterror-Richter verteilt werden. "Erstmalig haben an einer solchen Arbeit algerische Sicherheitsdienste teilgenommen", beglückwünscht man sich an der Place Beauvau, dem Sitz des Innenministeriums, dessen Leiterin Michèle Aliot-Marie am 30. September 2008 im Institut national des hautes études de sécurité (Inhes), in Saint-Denis, das Handbuch vorstellen wird.

Die Andeutungen von Christophe Cornevin und Jean-Marc Leclerc lassen darauf schließen, daß auch diesmal wieder die Politideologie des Islams außen vor bleibt. Als Gründe der Radikalisierung werden von einem Verantwortlichen der Unité de coordination de la lutte antiterroriste (UCLAT), der Koordinierungseinheit des Kampfes gegen den Terror, "die Herkunft, die Vorstädte, Schulabbrüche und die Marginalisierung gewisser Bevölkerungskreise" genannt; das sind aber Symptome, die der Verantwortliche noch dazu als Rechtfertigung für die Verwurzelung der Muslime in der Gruppe sieht, und dann für ihren Haß auf die demokratischen westlichen Werte: qui justifie leur enracinement communautaire, puis leur haine des valeurs démocratiques occidentales. Es geht in westliche Köpfe wohl schwer bis gar nicht hinein, daß der Grund für Verwurzelung in der Gruppe und Haß auf den Westen und seine Werte nicht in den Handlungen und Unterlassungen der nichtmuslimischen Umgebung gründen, sondern daß sie aus der Lehre des Islams stammen, daß Muslime, die bis zu ihrem Einzug in den Knast ihrer Religion gleichgültig gegenüberstehen, dort die Ummah entdecken, das, was im Nationalsozialismus Volksgemeinschaft heißt.

Ein sich Revolution nennender salafistischer kämpferischer Muslim belehrt Geert Wilders, seinen Film Fitna betreffend: "Wir sind nicht daran interessiert, dieses oder jenes zu verurteilen, sondern daran, Euch wissen zu lassen, daß der Islam ganz Europa beherrschen wird, einschließlich Deiner Heimatstadt, und die Kopfsteuer wird über Dein Land verhängt werden, alle Ungläubigen in Erniedrigung haltend, bis sie sich dem Islam unterwerfen. Laßt uns daran erinnern, daß Tausende von Muslimen in Deiner Nähe wohnen; so mach' Dich immer auf das Unvorhergesehene gefaßt. Gegen Ende Deines Filmes schriebst Du: 'Denn es ist nicht an mir, sondern an den Muslimen selbst, die haßerfüllten Verse aus dem Koran zu entfernen.' Diese Deine Erklärung bestätigt einen Vers im Koran: 'Und niemals werden weder Juden noch Christen von euch angetan sein, bis ihr nicht ihrer Millah folgt (ihrer Lebensart / Religionsform).(Koran 2:120) ...

Du sagtest, 'der Islam will herrschen, unterwerfen und trachtet danach, unsere westliche Zivilisation zu zerstören.' Das ist richtig. ... Wir hassen Euch nicht für Euere Freiheiten, weil wir diese Freiheiten nicht als Wert ansehen, wir hassen Euch Eueres Unglaubens und Eueres Trotzes wegen. So sei gewarnt, und auch wir werden gewarnt sein. Islam verurteilt Demokratie, Islam verurteilt Christen und Juden, Islam verurteilt die Korruption der Ungläubigen der Welt, und Islam ist gekommen, die Armeen des Unglaubens zu vernichten und die falschen Regierungen und Religionen der Welt zu zerschmettern, um die Menschheit von der Dunkelheit ins Licht zu führen."

Der Verantwortliche der UCLAT beschränkt sich auf die Benennung weiterer Symptome, er hat eine Liste von 23 Indikatoren erstellt, an denen abweichendes Verhalten erkennbar sei: "das betont auffällige Zur-Schau-Stellen von Logos, die sich auf die al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) beziehen [mit Mustern auf 20 Seiten, im Anhang] oder eines Fotos von Osama bin Laden an der Zellenwand, die Lektüre bestimmter religiöser Werke, die Weigerung, mit anderen Inhaftierten den Hofgang zu machen, gemeinsam mit ihnen zu essen, oder zu versuchen, Gebetsstunden zu erzwingen," würden genauestens notiert. "Tatsächlich wollen wir Schluß machen mit den ständigen Herausforderungen, die sie gegen die Gefängnsiverwaltung vorbringen, um unsere Regeln durch die der Scharia zu ersetzen," heißt es im Innenministerium. So will man dort die Konturen der Praktiken dieser Grauzone entschleiern, um sie besser bekämpfen zu können. Das zum Mißerfolg führende Kurieren an Symptomen nimmt kein Ende, dabei könnte man Klarheit bekommen, wenn man es nur einmal wahrhaben wollte: It's Islam, stupid!

24. September 2008