15. Oktober 2012

Frankreich. Valérie Trierweiler in der Sommerfrische


Staatspräsident François Hollande wird von radikalen Muslimen in Mali mit dem Tode bedroht. Mali : les islamistes menacent Hollande, schreibt Tanguy Berthemet am 14. Oktober, und man liest es heute in der Papierausgabe des Figaro. "Sein Leben ist in Gefahr, das muß er wissen." Dabei hat er schon vor Antritt seiner ersten Afrikareise erklärt, daß Frankreich in Mali nicht stellvertretend für die afrikanischen Staaten militärisch eingreifen werde: François Hollande exclut une intervention au Mali.

Logistische und materielle Unterstützung sowie Ausbildungshilfe für Mali kündigt er allerdings an. Vielleicht, damit Jungen wie diese beiden (Foto: Baba Ahmed / AP) ihre militärischen Einsätze besser mit dem Auswendiglernen des Koran verbinden können?

In Mali werden von der AQMI, der aus Algerien stammenden al-Qaida au Maghreb islamique, sechs Franzosen als Geiseln gehalten, und François Hollande gebraucht im Vorfeld der Reise Worte der Drohung an die Terroristen in Nord-Mali: "Die Geiselnehmer wissen wohl, was kommen kann, und sie könnten aufgeschlossen sein dafür," die Geiseln freizulassen. Nun ist der Präsident auf einer Schnupperreise nach Afrika, in den Senegal, Nachbarland von Mali, und in die Demokratische Republik Kongo (Stichwörter: Patrice Lumumba, Mobutu Sese Seko und Valéry Giscard d'Estaing). Dort wohnen 50% Katholiken, 20% Protestanten, 10% Kimbanguisten, 10% Muslime und 10% sonstige. Dakar und Kinshasa stehen auf dem Programm. Zwei, drei Tage, das reicht für den "président normal" und seine Favoritin Valérie Trierweiler, es soll ein kurzer Abstecher unter die afrikanische Sonne werden, zum Nachbräunen. In Paris beginnt eben das kulturelle Herbst- und Winterprogramm, für den Samstagabend ist schon gebucht.

Am Freitag, dem Feiertag der Muslime, geht's nach Dakar, in den 13 Millionen Einwohner zählenden westafrikanischen Küstenstaat Senegal, wo 43% der Bevölkerung zwischen null und vierzehn Jahre alt sind, und die Religionszugehörigkeit vom CIA Factbook angegeben wird mit Muslim 94%, Christian 5% (mostly Roman Catholic), indigenous beliefs 1%. Die drei Farben der Nationalflagge beschreibt das Factbook so: "Grün bedeutet Islam, Fortschritt und Hoffnung, gelb steht für Naturreichtümer und Fortschritt, rot symbolisiert Opfer und Entschlossenheit, der Stern bezeichnet Einheit und Hoffnung. Merke: gebraucht die weit verbreiteten panafrikanischen Farben von Äthiopien, die Farben sind von links nach rechts dieselben wie die vom benachbarten Mali und in umgekehrter Reihenfolge vom benachbarten Guinea."

In diesem islamgrünen Staat der opferbereiten und entschlossenen Muslime tritt die Favoritin auf im blauen weit ausgeschnittenen kurzärmeligen Kleid, um den Hals eine überdimensionierte Perlenkette, ihre offenen blondierten Haare wehen im Wind. Die Muslime erkennen in ihr mit Sicherheit 'ne Schlampe. Geh bügeln! würde meine Freundin Nora jetzt rufen: Va-t-en, repasse !

Im Senegal findet im März 2008 ein Gipfeltreffen der in Saudi-Arabien ansässigen Organization of Islamic Cooperation (OIC-OCI) statt. Es endet mit einer 52-seitigen Erklärung der dort zusammengeschlossenen 57 Mitgliedsstaaten zur globalen Strategie der Menschenrechte. Gefordert wird darin, daß die islamischen Staaten ausgenommen werden von jedwedem Druck zur Durchsetzung der Persönlichkeitsrechte des einzelnen. Die OIC-OCI äußert in einem Bericht ihres Islamophobia Observatory über Maßnahmen zum Kampf gegen die "Islamophobie" ihre Besorgnis, daß die Menschenrechte ausgenutzt würden zur Diskreditierung der Prinzipien der Scharia und zur Einmischung in die Angelegenheiten der islamischen Staaten. Blasphemiegesetz, Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit zur Verhinderung jeder Kritik am Islam und anderen religions divines, göttlichen Religionen, dort genannt Diffamierung, samt Forderung von Strafen bei Übertretung.

Was die senegalesischen Musliminnen denken, sollten sie Valérie Trierweiler zu Gesicht bekommen haben? Vielleicht dies: Ihr Auftreten wirft uns in unserem Einsatz für die Rechte der Frauen um Jahre zurück? Zu einem Dokumentarfilm über Sénégalaises et Islam. Senegalesinnen und Islam heißt es: Le voile, la charia, les extrémistes: des femmes musulmanes sénégalaises s'expriment sur leur façon de vivre leur religion et leur rapport au monde. Un film fort et dérangeant. Senegalese muslim women describe their way of life, their religion, and their place in the world. A deeply disturbing film. Der Schleier, die Scharia, die Extremisten: Muslimische senegalesische Frauen sprechen über ihre Art, ihre Religion zu leben, und über ihren Platz in der Welt. Ein starker und verstörender Bericht.



Drei Frauen zieren den Aufmacher, zwei unverschleierte und eine im Hejab. Darunter ist die senegalesische Autorin und Regisseurin des Film Angela Diabang Brener abgebildet. Man kann bei einem Vergleich einen Eindruck gewinnen, wie daneben die Kleidung des First Girlfriend of France ist.