15. Juli 2011

Die WELT und der alte Lügenbaron Stéphane Hessel

Mara Delius veröffentlicht unter dem bescheidenen Begriff "Kapitalismuskritik" in der WELT den Artikel Stéphane Hessel legt mit "Engagiert Euch!" nach. In der Springer-Zeitung Hamburger Abendblatt läuft derselbe Artikel unter dem Titel Die nächste Stufe der Erregung. Kritiklos zitiert die Autorin das von Stéphane Hessel benutzte antisemitische Stereotyp "Diktat von Geld und Profit": "Er fordert ein 'entschiedenes Nein' zum 'Diktat von Geld und Profit' und verlangt ein 'entschiedenes Ja' für 'umfassende soziale Sicherheit'."

Im Zusammenhang mit dem Nazi-Verbrecher Robert Brasillach habe ich darüber geschrieben. Auch Robert Brasillach schreibt an gegen "diese furchtbare Ordnung dieser furchtbaren kapitalistischen Gesellschaft". Man müsse nicht das Privateigentum verantwortlich machen und es abschaffen, sondern man müsse die Herrschaft des Geldes brechen.

"Die Frage, warum wir Stéphane Hessel ernst nehmen, warum wir ihm mit vorsichtiger Bewunderung begegnen und seine Thesen nicht mit strenger Kühle bewerten, sondern wohlwollend lauschend aufnehmen – sie ist bislang unbeantwortet geblieben, ungeachtet des Wirbels um sein im Winter in Deutschland erschienenes Pamphlet 'Empört Euch!' Vielleicht hat sie noch keiner gestellt, weil man sich nicht traut."

Was fällt der Autorin ein, solchen Unsinn zu schreiben? Mein altes und mein neues Archiv sind voll von Richtigstellungen der Äußerungen dieses Lügenbarons. Noch nie bin ich ihm mit "vorsichtiger Bewunderung begegnet", sondern mit aller Härte der Kritik; ich habe seine zahlreichen Behauptungen und Lügen auseinandergenommen, bis nichts mehr übrig geblieben ist. Nicht nur ich habe mich "getraut", auch andere. Rezensionen auf Amazon sind dort gelöscht worden, weil man sich den Verkaufserfolg nicht schmälern lassen wollte. Blogger Abu Sheitan hat es im Gegensatz zu mir gar nicht erst geschafft, seine Rezension bei Amazon unterzubringen. Seit der Zeit bestelle ich keine Bücher mehr bei Amazon, es sei denn, ich kann sie mir nur sehr schwer oder gar nicht anders beschaffen.

"Auf den letzten Seiten ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 abgedruckt, an deren Ausformulierung Hessel als ehemaliger Résistance-Kämpfer und Diplomat mitarbeitete," schreibt Mara Delius und schreibt damit von anderen MSM ab, die alles, aber alles, was ihnen Stéphane Hessel erzählt, für bare Münze nehmen. Joseph Hanimann, von der FAZ, und nicht nur ihm, kann er sogar verkaufen, er wäre Jude.

Wann hören die linken Bewunderer endlich auf, diese Lügen zu verbreiten? Stéphane Hessel hat nicht mitgearbeitet an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, was immer er und seine Adepten darüber bis heute erzählen. An einer Stelle gibt er es sogar selbst zu, nämlich bei den Vereinten Nationen, die er nicht belügen kann, weil sie es besser wissen.

In den Frequently Asked Questions About the Universal Declaration of Human Rights, den Häufig gestellten Fragen über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, ist aufgelistet, wer mitgearbeitet hat. Seitens Frankreichs ist das der Jude René Samuel Cassin, dessen Leistung Stéphane Hessel, wo er geht und redet, unterschlägt und bestreitet, im Pamphlet Indignez-vous! reduziert er ihn zum Widerstandskämpfer. Seine Nachkriegstätigkeit als Ständiger Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen erwähnt er dort gar nicht. 1968 erhält René Samuel Cassin den Friedensnobelpreis. Er war übrigens Kommunist.

René Cassin würde sich ob der politischen Agitation und der Lügen des Stéphane Hessel im Grabe umdrehen, meint die im israelischen Justizministerium, in Jerusalem, tätige Anwältin Rachel Franco. Sie präsentiert ein Vidéo, auf dem er sich beim Russell Tribunal zu Palästina vorstellen läßt als Mitverfasser der Erklärung.

Rachel Franco berichtet, am 14. November 2010, von einer durch das französische Außenministerium über das Centre culturel français (CCF) de Gaza bezahlten und organisierten Reise des Schriftstellers Régis Debray, neuerdings Mitglied der Académie Goncourt, und des ehemaligen Diplomaten Stéphane Hessel nach Gaza, vom 22. bis 27. Oktober 2010. Sie reisen mit Einverständnis Ägyptens über Rafah ein. Am 22. Oktober 2010 werden sie durch das CCF empfangen, das mit der Hamas kooperiert, und so treffen auch der Premierminister Ismaël Haniyeh und einige Minister seiner Regierung die Abgesandten Frankreichs. Auf Vermittlung des Konsulats Frankreichs in Jerusalem kommt eine Einladung des Fernsehsenders der Hezbollah Al-Manar zustande, liest man auf dem Blog Aschkel.info, wo über weitere Gaza-Reisen des Stéphane Hessel berichtet wird, im Juli 2008 und Juni 2009.

Dem Centre d´Actualités de l´ONU gegenüber sagt Stéphane Hessel in einem Interview zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung, am 10. Dezember 2008, daß er nicht an der Ausarbeitung der Allgemeinen Erklärung beteiligt gewesen ist. Unterzeichnet hat er sie übrigens auch nicht, was hin&wieder, ebenfalls von ihm, behauptet und verbreitet wird. Die Allgemeine Erklärung ist, weil für die Staaten nicht rechtsverbindlich, von niemandem unterzeichnet worden, sondern per Akklamation bei Enthaltungen am 10. Dezember 1948 in der Vollversammlung der Vereinten Nationen angenommen worden:

"J'étais en contact permanent avec l'équipe qui a rédigé la Déclaration, dont l'Américaine Eleanor Roosevelt et le Français René Cassin, se souvient-il. Au cours des trois années, 1946, 1947, 1948, il y a eu une série de réunions, certaines faciles et d'autres plus difficiles. J'assistais aux séances et j'écoutais ce qu'on disait mais je n'ai pas rédigé la Déclaration. J'ai été témoin de cette période exceptionnelle", ajoute-t-il. Ich war in ständigem Kontakt mit der Arbeitsgruppe, die die Allgemeine Erklärung verfaßt hat, darunter die Amerikanerin Eleanor Roosevelt und der Franzose René Cassin, erinnert er sich. Im Verlauf der drei Jahre, 1946, 1947, 1948, gab es eine Reihe von Zusammenkünften, einige einfach, andere schwieriger. Ich habe an den Sitzungen teilgenommen und zugehört, was gesagt wurde, aber ich habe die Erklärung nicht verfaßt. Ich war Zeuge dieses außergewöhnlichen Zeitabschnitts, ergänzt er, nämlich Stéphane Hessel. Davon, daß die Hauptarbeit an der Allgemeinen Erklärung vom Kanadier John Humphrey geleistet worden ist, erfährt man weder von Stéphane Hessel noch von seinen Adepten jemals.

Am selben 10. Dezember 2008 erklärt er Deutschlandradio Kultur gegenüber, er habe die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mitverfaßt bzw. widerspricht Leonie March nicht, die das in den Äther schickt.

Die Vereinten Nationen, die es am besten wissen, zählen in den oben erwähnten "Frequently Asked Questions" elf Verfasser auf: Eleanor Roosevelt (United States of America), René Cassin (France), Charles Malik (Lebanon), Peng Chun Chang (China), Hernan Santa Cruz (Chile), Alexandre Bogomolov/Alexei Pavlov, (Soviet Union), Lord Dukeston/Geoffrey Wilson (United Kingdom) William Hodgson (Australia), and John Humphrey (Canada).

Und noch ein Wort zu den Fotos: Die WELT hält es nicht für angebracht, den Lesern zu erklären, wen sie auf Foto Nr. 8 sehen. Es sind neben dem Israelfeind Stéphane Hessel zwei weitere notorische Israelfeinde, Leila Shahid, die Vertreterin der PLO in Europa, früher in Frankreich, und der Kommunist Michel Warschawski. Über beide gibt es in meinem Archiv reichlich Informationen.

Was nur ist aus der WELT geworden? Ein dem alten Lügenbaron angemessenes Lügenblättchen wie die vielen anderen.

Danke an Stephanie für den Tip!