WM-Wirbel um England-Tor: Berührte der Ball tatsächlich das Kameraseil? Redaktion / sport, exxpress, 12. Juli 2026, 17:00 Uhr
"Die Norweger waren überzeugt: Während seines Flugs könnte der Ball ein über dem Spielfeld gespanntes Kamerakabel berührt und dadurch seine Richtung verändert haben."
"Am höchsten Punkt seiner Flugbahn schien der Ball plötzlich in der Luft abzuknicken und fiel fast senkrecht nach unten – ein unnatürlicher Sinkflug. Die Engländer eroberten den Ball, spielten ihn umgehend nach vorne in den Angriff und leiteten so den Ausgleichstreffer ein."
Wäre die Berührung des Kabels bemerkt worden, hätte das Spiel gemäß den Regeln unterbrochen und mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden müssen. Beschwerden Norwegens beim französischen Schiedsrichter Clément Turpin bleiben bei ihm und bei der FIFA unberücksichtigt. Der im Ball eingebaute Sensor hätte selbst die Berührung durch ein Haar registriert, wird ein Experte zitiert, in meinem Dorfblatt L'Indépendant/MidiLibre. Sechs Kommentatoren echauffieren sich.
Das ist aber noch nicht alles; denn die nächste Schiri-Entscheidung trifft die Norweger:
Norwegens Führung aberkannt, Eckball wird wiederholt
"Norwegen trifft gegen England im WM-Viertelfinale zum 2:1, aber Schiedsrichter Clément Turpin erkennt den Treffer wegen eines vermeintlichen Foulspiels nicht an - und wiederholt den Eckball."
Dazu Freundin Nora, die Editrix: "Dass England betrügt, wissen wir ja noch von Wembley 1966."
Hans Tilkowski: Das Wembley-Tor hat mein Leben geprägt. Von Christoph Heymann
Aus der Serie: Mein WM-Erlebnis, ZEIT ONLINE, Mai 2010. Aktualisiert am 6. Februar 2012
"Ich schaute über meine linke Schulter nach hinten und sah es genau: Es war kein Tor! Dabei bleibe ich. Wir hatten einfach Pech. Hans Tilkowski erinnert sich."
WELTMEISTER ENGLAND. Drin oder nicht? FIFA. WM, SPORTSCHAU 2014
"'Wir haben 2:2 verloren' resümiert die 'Bild-Zeitung'. 35 Jahre danach überkommen [Sir Geoff] Hurst doch noch Zweifel an der Regelgültigkeit seines Treffers. In seinem Buch '1966 and All That' gibt er immerhin zu, 'dass es aussieht, als ob der Ball die Linie nicht überschritten hat'."
Da haben junge Norweger Zeit, bis 2061 zu warten, was das perfide Albion dazu sagen wird. Was das Endspiel 2026 angeht, das wird England, wenn es wider Erwarten gegen Argentinien gewinnt und ins Finale kommt, gegen Spanien verlieren. Im Leben kommt jeder dran! 😂
Es hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert, ob Sensor im Ball, Kamera überm Spielfeld - was tut die da und behindert das Spiel? - die berechtigte oder unberechtigte Schiri-Schelte lebt!
"Ich weiß ja nicht einmal, was Abseits ist," wehre ich den Angriff ab, aber das läßt er nicht gelten: "Wer über Tennis-Turniere schreibt, der kann auch über Fußballspiele schreiben!" blafft er. Im Tennis war ich mal Jugendmeisterin im Tennis-Club meiner Heimatstadt, an der Mozartstraße; davon verstehe ich einiges, was er genau weiß. Unerbittlich setzt er nach: "Beide Sportreporter fallen aus, du mußt ran!"
Ich also nach Bielefeld, zu denen "auf der Alm", wie das Feld seit 1926 genannt wird. Wo stehen die Anhänger von Arminia? Zu ihnen geselle ich mich ganz zwanglos, lausche ihren Kommentaren und notiere mir die wichtigsten. Plötzlich werden sie wütend und schreien: "Schiedsrichter, Telefon!"
Der Schiri verhängt einen Strafstoß gegen Arminia, obgleich die Bielefelder Zuschauer das nicht für gerechtfertigt halten. Ich notiere dies und vieles mehr. Zurück in Herford schreibe ich die Reportage, moniere alles, was auch die Bielefelder moniert haben, allerdings in gepflegterer Sprache, die Unflätigkeiten lasse ich weg.
Am Montag steht das Telefon in der Redaktion nicht still: "Endlich haben Sie mal jemanden geschickt, der Ahnung hat! Bitte weiter so!" Ich werde schamesrot. Über Fußball schreibe ich nie wieder!
Es lebe Arminia Bielefeld! ¡Viva México! 18. Juni 2018
Donald Trump stößt im Sport an seine Grenzen. 7. Juli 2026

