22. August 2026

Auszüge aus dem Iran-Reisebericht einer Studentin: Teheran 3

Liebe Eltern!

Tehran, den 10.5.65


Am Samstag habe ich meine erste Prüfung. Morgen und übermorgen ist Feiertag, da habe ich ja schön Zeit zu lernen. Jetzt ist hier der Monat Moharam – nach dem arabischen Kalender – das ist ein Trauermonat; alle Gläubigen und die, die so tun, tragen schwarze Kleider, die Männer schwarze Hemden. Man hat irgendwelche Leute [sic], führende Männer aus der Anhängerschaft Mohammeds, 73 an der Zahl, in einer Oase ermordet (ist schon lange her, aber die Kirchen [sic] sind ja in solchen Sachen alle nachtragend). Morgen ziehen die Gläubigen durch die Straßen und kasteien sich – aber nicht richtig [in Qom, 2014], früher [?] war das anders, da haben sie sich blutig geschlagen. Im Radio ist in Ermangelung die Klosetto Kakarina in Buschketto, wie in Deutschland am Buß- und Bettag.

21. August 2026

Auszüge aus dem Iran-Reisebericht einer Studentin: Teheran 2

 Liebe Eltern!

Tehran, den 29.4.65

Ich gehe zwei Mal in der Woche in die Tehraner Universität und lerne bei Herrn [Dr. Manouchehr] Sotoudeh Persisch. Die übrigen Tage habe ich vollauf damit zu tun, zu lernen und im Kopf abzuspeichern, was wir durchgenommen haben. Das ist immer eine ganze Menge. Bald haben wir die erste Prüfung, die ich gut bestehen möchte.

Wie Ihr vielleicht wißt, war Mitte April ein سوء قصد  = Attentat auf den Schah. Unter diesen Umständen muß ich damit rechnen, daß mir über die persische Politik und Presse kaum etwas bis gar nichts der Wahrheit Entsprechendes gesagt werden wird. Aber mit Märchen aus 1000+1 Nacht ist mir nicht gedient, die kann ich auch zu Hause erfinden. Ich will aber sehen, ob es mir gelingt, in einer Zeitung zu volontieren, das wäre schon etwas, was mir nützen könnte.

Auszüge aus dem Iran-Reisebericht einer Studentin: Teheran 1


Liebe Eltern,
Tehran, den 3.4.65

Ich habe mich hier schon ganz gut eingelebt. Unter die Leute bin ich bis jetzt wenig geraten; das wird sich aber bald ändern. Ich bin schon in zwei persische Familien eingeladen. Leider spricht die eine davon so gut Deutsch, daß mein bißchen Persisch sich gar nicht hervortraut. Persisch ist eine wunderbare Sprache, sehr klangreich. Ich mag sehr gern hier wohnen, mal sehen, ob das so bleibt; es ist ganz anders als in Deutschland. Ich glaube, diese Lebensart liegt mir besser, obgleich es doch Merkwürdigkeiten gibt. Der Sohn der Familie braucht beispielsweise für seinen Führerschein 24 (!) Fotos, große und kleine. Hier liebt man es aus verständlichen Gründen sehr, seine Schäfchen im Bild zu haben, damit man immer im Bilde ist.

19. August 2026

Réseau Orange non détecté

Das Netzwerk von Orange nicht entdeckt!

Am Dienstag, den 11. August, gegen 11 Uhr, ist Schluß mit dem Internet. Am hellen Tag entwenden Diebe in Perpignan aus einer Umspannanlage die Kupferkabel, erfahre ich am nächsten Tag im Orange-Laden der France Télécom, am Quai Vauban.

Ich bin erleichtert, daß es nicht an meiner Lifebox liegt, aber die Erleichterung schwindet schnell; denn trotz einer SMS von Orange, der Schaden werde am Abend des 13. August behoben sein, geschieht bis zum Morgen des 21. August noch immer nichts. Aber am Mittag! Danke! 😂

Unter Staatspräsident Emmanuel Macron versinkt Frankreich täglich tiefer im Chaos.

10. August 2026

Auszüge aus dem Iran-Reisebericht einer Studentin: Isfahan

Liebe Eltern!
Tehran, den 29.3.65


Nun muß ich aber von meiner Reise nach Esphahan berichten! Am 22.3. sind wir hier losgefahren. Herr Wekilzadeh hatte 20 km von Esphahan entfernt in einer Fabrik zu arbeiten. Er hat an die Firma eine Enthärtungsanlage für Wasser geliefert.

Der Weg nach Esphahan ist sehr interessant, er führt über 400 km durch die Wüste. Der Boden ist bis auf kleine vertrocknete Dornbüsche unbewachsen. Hin und wieder sieht man ein Dorf, manchmal kommt man durch eine kleine Stadt. Die Häuser sind aus Lehmziegeln gebaut und unterscheiden sich in der Farbe kaum von dem übrigen Wüstenboden. Die Menschen sind sehr fleißig, sie schuften täglich bis in die Nacht hinein auf ihren Äckern. Leider sind die landwirtschaftlichen Geräte derartig primitiv, daß aus all der Arbeit wenig wird.

8. August 2026

Frankreich. Wird die Annullierung der Präsidentschaftswahlen 2027 vorbereitet?

France. L'annulation de l'élection présidentielle de 2027 est-elle en préparation ?

"Fake-Konten, Fake-Beiträge und Fake-Medien: Wie man nicht auf ausländische Manipulationen hereinfällt"
Faux comptes, faux posts et faux médias : comment ne pas se faire piéger par les manipulations étrangères. Par Damien Licata Caruso, 

Une nouvelle campagne de désinformation venant de Russie s’appuie [!] sur des méthodes de manipulation bien connues et de plus en plus difficiles à repérer.

Im Indikativ geht es los. Le Parisien des Milliardärs Bernard Arnault (LVMH) weiß: "Eine neue Desinformationskampagne aus Rußland setzt [!] auf bekannte Manipulationsmethoden, die zunehmend schwerer zu erkennen sind." Im Konditional Präsens geht es bescheiden weiter, da ist die französische Sprache sehr genau: Der Indikativ für Tatsachen, Konditional Präsens, wenn man entweder nicht sicher ist oder befürchtet, zur Rechenschaft gezogen zu werden:

Update, 9. August 2026
Xenia Fedorova ist Teil der Operation Präsidentschaftswahl 2027.
Wie wer sich wichig macht, weil er sonst nicht wichtig wäre. 😂

7. August 2026

Schafe. Geliebt Gemalt Gegessen

Liebe Freunde!

Rudolf mit Perlen R.I.P.

Holger Siemann: "Seit 2018 male ich unsere Schafe auf Leinwand, sozusagen in memoriam. Ich male sie so wie ich mich an sie erinnere, mit ihren Eigenheiten und Macken, in ihren Farben und Posen und ja, in ihrer Individualität. So leben sie weiter in meiner Erinnerung und ich kann sie anderen zeigen, ohne jedesmal provokante Sätze sagen oder schreiben zu müssen."

Wenn Ihr so richtig fotogene Schafe und Böcke bewundern wollt, findet Ihr sie bei Holger Siemann.
Gleichzeitig könnt Ihr daran sehen, daß nicht Schönheit unsereinen vor Spieß und Kochtopf schützt, sondern durch überragende Intelligenz gewachsene Unentbehrlichkeit.


Blök!
Euer Schaf,
deutscher Heidschnuckenbock