15. Mai 2018

Der Marsch der Rückkehr

"Die US-Botschaft in Jerusalem: Gaza gerät in Aufruhr", titelt Le Figaro einen aktualisierten Premium-Lagebricht seines Sonderkorrespondenten in Gaza Cyrille Louis zum Tag der Naqba. In der Zeitung, auf den Seiten 2 und 3, heißt der gleiche Artikel "Tag des Zorns und des Blutes im Gazastreifen": 59 Tote, darunter acht Kinder, und 2 400 Verletzte seien zu beklagen.


Was der "Marsch der Rückkehr" bedeutet, wird nicht erklärt, obgleich die Demonstranten es sagen, schreien und in die Tat umsetzen wollen: Die Eroberung Israels.

Und schon geht's los mit dem Abwiegeln. Es demonstrierten mehrere zig-Tausend. Es sind mindestens 50 000. Israel wird als "Hebräerstaat" bezeichnet. Man findet das in Frankreichs Zeitungen immer dann, wenn Israel herabgewürdigt werden soll. Überall entlang der Grenze seien die zu Fuß, in Bussen oder Karren angekommenen Demonstranten entschlossener denn je, sich dem Zaun trotz der Warnungen  zu nähern. Wer die Demonstranten warnt, berichtet er nicht: Die israelischen Streitkräfte! Mit Lautsprechern würden sie zur Konfrontation aufgerufen und aufgefordert, den Zaun zu stürmen. Von wem? Von ihren Hamas-Führern; das berichtet er nicht:

"Die Jugendlichen von Khan Younès sind dabei, den Zaun zu zerschneiden," schreie ein Redner, um die Massen zu ermutigen: "Das ist der Tag des Sieges, ... die Besatzungssoldaten haben unter dem Ansturm unserer Brüder damit begonnen zurückzuweichen."

The moral challenge of Gaza. By Donniel Hartman, The Blogs, Times of Israel, May 15, 2018

"Wenn zig Tausend Menschen, mit Tausenden von Hamas und Islamic Jihad Terroristen durchsetzt, auf unsere Grenze zu marschieren, mit der Absicht, sie zu zerstören, nach Israel einzudringen und den Terroristen zu ermöglichen, Israelis zu ermorden, dann ist das nicht nur keine Friedensdemonstration, sondern es ist überhaupt keine Demonstration. Es ist ein Schlachtfeld, auf dem jeder, der sich dem Zaun nähert, ein Kriegsteilnehmer ist."

Von Nahal Oz zur Grenze nach Gaza sind es 0,6 Kilometer

"Ein Hamas Trupp plante, eine Sprengladung am Grenzzaun anzubringen, um ein massenhaftes Eindringen nach Israel hinein zu ermöglichen."

The IDF released information about an attempted border crossing by a Hamas squad during protests on Monday. By Anny Ahronheim, Jerusalem Post, 15 May 2018, 16:46

"Die Demonstration von heute ist die der Erlösung," erzähle der 24-jährige Mohammed Mansour. Er beabsichtige, koste es, was es wolle, die Grenze zu überschreiten. Die anderen dächten an Steinewerfen, vielleicht einen Soldaten töten, eingesetzt würden Messer, Drahtscheren, ... "die meisten sind mit leeren Händen gekommen."

"Dies hier ist unser Land, und wir werden es heute zurückerobern."

Media Do Hamas' Dirty Work, Claim Israel Is Killing 'Protesters.' That's A Lie.

"Wir sind hier, um zu sagen [sic], daß wir niemals die amerikanische Entscheidung akzeptieren werden, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen," füge der 25-jährige Youssou Abou Salah hinzu, "der sich vorsichtshalber abseits hält." Ist dieser junge Mann mit dem Durchschnittsnamen der Sohn des in den Kämpfen umgekommenen berühmten Querschnittsgelähmten Fadi Abu Salah? Darf ich raten? Der ist ein Hamas-Funktionär, der die anderen in den Tod schickt: "Wir werden Millionen Märtyrer sein." Und die muß er alle noch zählen und betrauern, daher kann er nicht mittun im Kampf.

Aber Souha Sidr, eine ebenfalls im Internet nicht auffindbare Familienmutter mit 18-jährigem Sohn und fünf Töchtern, zieht in den Kampf: "Wir sind verpflichtet, mit Gewalt zurückzuholen, was uns mit Gewalt genommen wurde."


Was sollen all die Namen, mit denen man nichts verbindet? Nur der letzte Name wird vom Figaro-Korrespondenten mit seiner Funktion aufgeführt: Khalil al-Haya, "Nummer Zwei des Politbüros der Hamas", der über "unseren friedlichen Marsch" spreche.

"In Le Monde wie im Figaro spürt man die Spontaneität einer Menge in Verzweiflung, die auf politische Projekte trifft," kommentiert France Inter die von der Hamas seit Jahresbeginn geplanten, von ihr gelenkten Ausschreitungen, und meint damit den Artikel von Cyrille Louis.

"Es scheint, daß die Hamas mehr hinter den Demonstrationen herläuft, als daß sie sie organisiert," behauptet der Chef des Internationalen Dienstes von Le Monde Christophe Ayad.

"Frankreich verurteilt die Gewalttaten und mißbilligt die amerikanische Entscheidung [zur Verlegung der Botschaft]" ist der Kommentar des Staatspräsidenten.

Wie täglich im eigenen Land, verweigert sich die Regierung Frankreichs der Tatsache, daß es sich um Glaubenskrieg der Muslime handelt, um Islam in Aktion. Und was den Bruch der UN-Resolutionen über Jerusalem angeht: Die erste Israel und die Araber betreffende UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, auf der alle anderen UN-Resolutionen beruhen, wurde von den Arabern mit ihrem Krieg unter Führung der Briten, ab dem 15. Mai 1948, gebrochen.

Gaza beerdigt seine Toten. 16. Mai 2018