27. Oktober 2026

Die Monade Emmanuel Macron in Marseille

La monade Emmanuel Macron à Marseille


"Unruhen: „Nie wieder ein 17. Oktober“ – verspricht Emmanuel Macron in Marseille"
Émeutes : «Plus jamais de 17 octobre», promet Emmanuel Macron à Marseille
Par Arthur Berdah, envoyé spécial à Marseille, Le Figaro, 26/27 octobre 2026

Emmanuel Macron ist wohl doch weniger ein Lügenmaul als eine völlig unverbunden mit der Wirklichkeit in Zeit und Raum schwebende Monade. Monaden sind völlig in sich geschlossen. Sie können nichts von außen empfangen und schicken auch nichts nach außen.

Die Monade Emmanuel Macron verspricht etwas, das es eh nicht geben wird. „Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen“, lehrt Heraklit (ca. 540–480 v. Chr.) denn „panta rhei“ alles fließt.

Emmanuel Macron est sans doute moins un menteur invétéré qu’une monade, totalement déconnectée de la réalité et flottant hors du temps et de l’espace. Les monades sont des entités parfaitement closes sur elles-mêmes : elles ne peuvent rien recevoir de l’extérieur et n’émettent rien vers l’extérieur.

La monade Emmanuel Macron promet quelque chose qui, de toute façon, n'existera jamais. « On ne peut pas descendre deux fois dans le même fleuve », enseigne Héraclite (v. 540–480 av. J.-C.), car 

Weisheiten wie die über das Datum des 17. Oktober in seiner Lieblingsstadt Marseille zu verkünden, die er zum 18. Mal in neun Jahren heimsucht, bemüht er für teures Geld seinen technischen und administrativen Apparat. "Geld ist bei uns das Wenigste", wie wir Ostwestfalen reden.

Auf die Eingabe bei Google: wichtige Ereignisse des 17. Oktober liefert KI Historisches:
  • 1346: In der Schlacht von Neville's Cross besiegen englische Truppen das schottische Heer.
  • 1610: Ludwig XIII. wird zum König von Frankreich gekrönt.
  • 1797: Der Frieden von Campo Formio beendet den Ersten Koalitionskrieg zwischen Frankreich und Österreich.
  • 1817: Die Universität Gent wird auf Initiative von König Wilhelm I. der Niederlande gegründet.
Will Emmanuel Macron verhindern, daß König Ludwig jemals wieder König wird? Nein, er sieht keine Zusammenhänge zwischen sich und dem König, es gibt nur ihn auf der Welt, ewig und einzig.

Seine Äußerung über den "Wendepunkt", in Trappes, ist keine Lüge; denn Monaden erkennen keine Zusammenhänge in Zeit und Raum. "Wendepunkt" ist ihnen ein leeres Wort wie alle Begriffe, die mit Zeit und Raum verknüpft sind, angefangen bei ihm selbst und seinem Amt des Staatspräsidenten.

"Reise nach Trappes"
Déplacement à Trappes. Élysée, 23 octobre 2026

Mais je vais vous dire aussi que nous ne céderons rien et nous n'avons rien à céder. Ce qui s'est passé aujourd'hui, je le dis, c'est un tournant parce que c'est la première fois qu'il y a un acte terroriste planifié pour tuer nos compatriotes, nos enfants, à raison de leur couleur de peau ou de la religion qu'on leur donne. 

"Ich möchte Ihnen aber auch sagen, daß wir nichts preisgeben werden – und wir haben auch gar nichts preiszugeben. Was heute geschehen ist – das sage ich ganz deutlich –, stellt einen Wendepunkt dar; denn zum ersten Mal haben wir es mit einem terroristischen Akt zu tun, der darauf abzielte, unsere Landsleute und unsere Kinder zu töten – und zwar aufgrund ihrer Hautfarbe oder der Religion, die man ihnen zuschreibt."

„Macron, der Mann des Chaos“
Pascal Praud : «Macron, l'homme du chaos», JDD, 26 octobre 2026

"Doch wie steht es dann um den Mord an Ilan Halimi im Jahr 2006, den Anschlag auf die Schule Ozar Hatorah 2012, den Anschlag auf den Hyper Cacher 2015, den Mord an Pater Jacques Hamel 2016, den Mord an Sarah Halimi 2017, den Mord an Mireille Knoll 2018 und den Anschlag in der Basilika Notre-Dame in Nizza 2020? Und was ist zudem mit dem Anschlag auf die Journalisten von Charlie Hebdo oder dem Mord an Samuel Paty?"

8 Minuten nichtssagende Ansprache, am Sonntagabend, sind nicht seiner Mißachtung der Franzosen geschuldet, sondern Emmanuel Macron fällt dazu nichts ein, weil er völlig in sich geschlossen ist. Er kann nichts von außen empfangen und schickt auch nichts nach außen. Deshalb ist ihm das Amt nur "Genuß", jouissance, wie ihm von Pascal Praud vorgeworfen wird. Zu Unrecht!

Was können ihm seit 20 Jahren vergossene Tränen bedeuten? Wenn Emmanuel Macron die Schicksale der Opfer begreifen könnte, hätte er nicht so geredet, die lange Liste von Opfern, die mit denen des Kevin T. vergleichbar sind, hätte ihn gehindert. Es ist wahrscheinlich, daß er die früheren Opfer nicht deshalb ignoriert, weil die Taten von Muslimen begangen wurden; denn es wurden auch von Rechtsextremen schwerste rassistisch motivierte Verbrechen verübt, schlimm genug, es sind allerdings absolut sehr viel weniger und relativ noch viel weniger, als die von Muslimen begangenen. 

"Gegen das Opfer-Narrativ der Neofaschisten: Die Liste der Opfer der extremen Rechten seit 2022"
Contre le narratif victimaire des néofascistes : la liste des victimes de l’extrême droite depuis 2022

CONTRE ATTAQUE zählt 18 auf, seit 19. März 2022. Wenn man den prozentualen Anteil von Muslimen in Bezug setzt zu ihrem prozentualen Anteil an der Bevölkerung Frankreichs wird das quantitative Ausmaß noch deutlicher. Die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft PNAT hat in 88% aller Fälle mit Muslimen und Islam-Linken zu schaffen.

Solche Ereignisse in Zeit und Raum kann die Monade Emmanuel Macron nicht erfassen. Frankreich aber bedarf eines Staatspräsidenten, der seines Amtes und dessen Pflichten gerecht wird.

Frankreich. Ein rassistisches terroristisches Verbrechen in Trappes. 24. Oktober 2026