21. Oktober 2026

Perpignan. Realitätsverweigerung der linken Presse

Perpignan. Le déni de la réalité par la presse gauche

Etwa dreißig Personen haben am Samstag am späten Nachmittag das Geschäft Séphora angegriffen.
Une trentaine de personnes ont attaqué le magasin Séphora ce samedi en fin de journée. 
Photo : Charles Baron

"Gewalttaten vom 17. Oktober in Perpignan: Parfüm-Diebstähle, beschädigtes Polizeifahrzeug, 
Einsatz von Feuerwerksbatterien … die Justiz verschärft die Urteile."
Violences du 17 octobre à Perpignan : Vols de parfum, véhicule de police vandalisé, port de mortier… 
la justice durcit les condamnations. Par Laure Moysset, L'Indépendant, 20 octobre 2026

 „17. Oktober: 'Ich habe es wie die anderen gemacht, aber ich bin nicht wie sie'.“
17 Octobre : « J'ai fait comme les autres mais je ne suis pas comme eux ». Par Laure Moysset,
L'Indépendant papier, 21 octobre 2026, p. 3

Ich traue meinen Augen nicht. Stundenlang sind am Samstag die mehrheitlich als Nordafrikaner zu identifizierenden Aufrührer und Plünderer dabei, Frankreich zu berauben und die Existenz seiner Bürger zu zerstören, aber in meiner Dorfzeitung heißen die ersten drei vor Perpignans Richter stehenden Delinquenten Jean-Marie, nach Jean-Marie Le Pen, Nathan, hebräisch "Geschenk Gottes", und inselkeltisch Nelson. 

Es ist so, wie man manchmal liest, wenn Witzbolde an der Eroberung der (noch) nicht islamischen Länder unter Allahu Akbar- Rufen arbeitenden Muslimen wahllos die französischen Namen Pierre, Paul und Stéphane geben, aber hier werden die Assoziationen der Leser gezielt in die gewünschte Richtung gelenkt: Rechtsextreme, Juden, Ausländer von jenseits des Ärmelkanals. Oder heißen die etwa so?

Der 18-jährige Nathan, lockige Haare,  ist Gymnasiast der letzten Klasse vorm Baccalauréat STMG, Sciences et Technologies du Management et de la Gestion, "Wissenschaften und Technologien des Managements und der Unternehmensführung". Paßt, nomen est omen. Er kauft Mörser und Böller und hantiert damit in der Rue Foch, fünf Minuten entfernt von der Präfektur.

Jean-Marie, in Jeans mit Löchern, ist Betreuer im außerschulischen Bereich; er dringt bei Sephora durch die von anderen zerbrochene Scheibe ein, verletzt sich dabei und erbeutet drei Parfum-Sets zum Verschenken zum Geburtstag und zu Weihnachten. 

Nelson, blonde Haarsträhnen, hat mit 17 Jahren die Schule geschmissen, wollte Polizist werden, hat einen Monat irgendwo gearbeitet, hängt rum und hat keinen tatsächlichen Grund zum Protest. Er demoliert  « gratuitement », "einfach so", mit anderen, zwischen Gericht und Präfektur, ein Auto der Stadtpolizei, der Police municipale. Die Ordnungstruppe untersteht direkt dem Bürgermeister des Rassemblement National Louis Aliot.

Nathan wird von Rechtsanwalt Nabil Belmokhtar verteidigt, Der 30-jährige Jean-Marie und der 24-jährige Nelson von Anwältin Catherine Barrère. Keiner von ihnen muß in den Knast, 4 Monate aménageables, "ausbaufähig" für Nathan, 6 Monate Gefängnis mit Haftaufschub, geht Jean-Marie am 23. November in den Bau, der arme Mann, nur einige Tage vor der Geburt seines ersten Kindes, fürs demolierte Polizeiauto setzt es für Nelson 6 170 € plus 500 € "für den Imagechaden". Alle drei dürfen drei Jahre lang nicht an Demonstrationen teilnehmen.

Darunter liefert meine Dorfzeitung noch vier Plünderer der Boutique Lacoste, ebenfalls im Stadtzentrum, wichtig, daß sich die zwei Männer und zwei Frauen vorher nicht kannten, nicht daß jemand vielleicht denkt, es wäre 'ne Räuberbande. Drei sind der Justiz bislang nicht übern Weg gelaufen, eine ist wegen Drogenkonsums vorbestraft. Namen werden nicht genannt, man muß ja nicht übertreiben ! Ihrer aller Prozeß beginnt am 10. Dezember 2026, inzwischen sind sie auf freiem Fuß und müssen sich einmal pro Woche bei der Polizei melden, erstmalig heute!

Nun warten alle auf den von den "Gelbwesten", den Gilets Jaunes, ausgerufenen acte II, es ist noch nicht genug zerstört. CGT und FSU wollen nicht mit Aufrührern und Plünderern demonstrieren; sie rufen zu Protesten am 5. November auf.

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