16. April 2026

Péter Magyar: „Die Wahrheit hat über die Lüge gesiegt!“

"Die Kontrolle über die öffentlich-rechtlichen Medien zurückgewinnen, Korruption bekämpfen..."
Reprise en main des médias publics, lutte contre la corruption... 
Péter Magyar inaugure l’ère post-Orban. Par Albert Kornél, Budapest
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Unter dem Titel Péter Magyar inaugure l’ère post-Orban, "Péter Magyar eröffnet die Post-Orban-Ära", wobei der neue Ministerpräsident korrekt geschrieben wird, dem Verlierer Viktor Orbán aber der Akzent überm a fehlt, berichtet der Korrespondent über das große Reinemachen durch einen, der von 2010 bis 2024 ein bestintegriertes Mitglied der Regierung des Viktor Orbán ist, dem er heute bescheinigt, ein "Regime" geleitet zu haben. Versehen ist der Zeitungsartikel, auf der Seite 8, mit einem großen Foto des schmaläugigen Herrschers der Magyaren - nicht mit dem im Internet veröffentlichten, sondern mit einem noch viel aussagekräftigeren, das einem Angst machen kann.


"Wer ist Péter Magyar, der Mann, der verspricht, Orbáns Herrschaft zu beenden?"
Qui est Péter Magyar, l’homme qui promet de mettre fin au règne d’Orban ?

© Robert Hegedus/MTI via AP

"Für Magyar kommt der Wendepunkt im Jahr 2024 [im Februar 2024], als die Präsidentin der Republik, Katalin Novák, nach der Enthüllung einer Begnadigung eines in einem Pädophiliefall verurteilten Waisenhausbeamten zurücktritt. [Justizministerin Judit] Varga, die seit ihrer Scheidung im Jahr 2023 bereits Magyars Ex-Frau ist, hatte dieser Begnadigung zugestimmt und gleichzeitig ihren Rückzug aus dem politischen Leben angekündigt."

Der Figaro-Korrespondent in Budapest ist Albert Kornél. Seine Begeisterung über den Sieg des Péter Magyar drückt die Zeitung, am Tag nach der Niederlage des seit 2010 regierenden Viktor Orbán schon in ihrem Titel aus, in dem sie den Sieger zitiert:

„'Die Wahrheit hat über die Lüge gesiegt!': 
Péter Magyar fügt Viktor Orban eine historische Niederlage zu"
« La vérité a vaincu le mensonge ! » : Péter Magyar inflige une défaite historique à Viktor Orban
Par Albert Kornél, Budapest, Le Figaro, 13 avril 2026
929 teils sehr böse Kommentare!

Immer berichtet Albert Kornél sehr kritisch über Viktor Orbán, aber bei dem, was er heute zitiert an Worten und Taten des neuen Herrschers, da sträuben sich einem die Haare:

"Ce qu'il s'est passé ici depuis 2010 [sic] aurait fait soliver [?] Goebbels et le dictateur nord-coréen".
„Was hier seit 2010 geschehen ist, hätte Goebbels und den nordkoreanischen Diktator wütend [?] gemacht.“ "soliver" ist im Leo nicht aufzufinden, kann sein, ich habe das Verb falsch abgeschrieben.

"Was hier seit 2010 geschieht, ist etwas, das Goebbels oder die nordkoreanische Führung bewundern würden – kein einziges wahres Wort wird gesprochen." liest man auf RT DE, am 16. April 2026.

Magyar Péter (Ne féljetek, "Hab keine Angst"), X, 9:15 AM · Apr 15, 2026 · 1.7M Views 39K Likes
@magyarpeterMP
"Nach anderthalb Jahren bin ich zurück im 'öffentlichen' Fernsehstudio. Wir haben gerade die letzten Tage einer Propagandamaschine miterlebt. [Von 2010 bis 2024 war das keine solche?]
Nach der Bildung der TISZA-Regierung werden wir die Nachrichtenprogramme der öffentlich-rechtlichen Medien einstellen, bis deren öffentlich-rechtlicher Charakter wiederhergestellt ist."

Staatspräsident Tamás Sulyok - er gehört zur Fidesz -, möge sofort zurücktreten, er wäre seines Amtes "unwürdig", indigne. Der Staatspräsident Ungarns hat vor allem protokollarische Aufgaben, er kann aber Gesetze vors Verfassungsgericht bringen und überhaupt dem Péter Magyar schaden. 

"Er muss laut Verfassung spätestens 30 Tage nach der Wahl das neue Parlament einberufen und den Abgeordneten einen Ministerpräsidentenkandidaten vorschlagen. Beide Verfahren bieten reichlich Möglichkeiten, den Übergang zu verzögern. ... Solange das neue Parlament nicht einberufen ist, kann Orbán mit seiner alten Zweidrittelmehrheit noch walten – und der künftigen Tisza-Regierung große Steine in den Weg zu rollen." schreibt Alexander Haneke, in der FAZ, vom 14. April 2026.

Magyar mit Regierungsbildung beauftragt. Von Bettina Nemes, 

Desgleichen fordert Péter Magyar alle "Schlüsselpersönlichkeiten des Regimes" auf zurückzutreten, "sonst sind wir es, die sie rauswerfen". Man erinnert sich an die Empörung, als Donald Trump sich seiner Gegner in staatlichen Institutionen entledigt? Im Fall Ungarn ist das normal.

Auf einer Presseekonferenz, am Montag nach der Wahl, erklärt er, Viktor Orbán ins Gefängnis zu bringen und den reichsten Mann Ungarns, den Milliardär Lörinc Mézaros, den "Geldgeber" des Viktor Orbán, will er enteignen, dessen Reichtum dem Staat zufügen; der könne nicht korrekt lesen, schreiben und reden, wäre aber "in zehn Jahren fünf Mal so reich geworden, wie die Königsfamilie in England in 400 Jahren". Vielleicht wird er ihn durch den Geldgeber George Soros ersetzen?

Ende April gebe es einen Fidesz-Parteikongreß, auf dem wahrscheinlich der 51-jährige János Lázár, der (noch) Minister für Infrastruktur und Transport, den Vorsitz der Partei übernehmen werde.

"Diese ganze kleine Welt, die sich über Orbáns Niederlage freut, dürfte eine böse Überraschung erleben. Sein Nachfolger hegt ebenso wenig Interesse wie Orbán an Einwanderung nach Ungarn, an der Finanzierung von Selinskijs Krieg mit EU-Geldern oder an der Abkehr von russischem Öl usw."

Glückwünsche an Péter Magyar sind eingegangen von Donald Trump: "going to do a good job", Recep Tayyip Erdogan, der ihn nach Istanbul einlädt, von  Ministerpräsident Andrej Babiš, aus Prag, und anderen. Friedrich Merz und UvdL, die ihm noch am selben Sonntagabend gratulieren, erwähnt Albert Kornél gar nicht erst, weil ihre Begeisterung tagelang bekannt ist. Wolodymyr Selenskij will die Erdölleitung Druschba wieder öffnen, wenn Péter Magyar die von Ungarn bislang verweigerten 90 Milliarden EU-Euro bewilligt. Und was den ungarischen Außenminister Pétar Szijjarto betrifft, so soll der gar nicht traurig sein, im Gegenteil, im Außenministerium habe man am Montag eine ambiance joyeuse angetroffen, eine fröhliche Atmosphäre. Ein Verräter kommt selten allein!

"Die Niederlage Viktor Orbáns hat die polnische nationalistische Rechte geschwächt."
La droite nationaliste polonaise fragilisée par la défaite de Viktor Orban. Par Adam Hsakou, à Varsovie
5 Kommentare

Der Artikel steht auf derselben Seite 8, über den Sieger Ungarns, die nach Ungarn ausgewanderten konservativen Polen fühlten sich nicht mehr wohl in ihrer Haut: 

"Die polnische PiS-Partei hatte sich von der illiberalen Ideologie des ungarischen Ministerpräsidenten inspirieren lassen, und mehrere ihrer ehemaligen Mitglieder, gegen die Gerichtsverfahren anhängig sind, hatten in Budapest Zuflucht gefunden."

durki, le 15/04/2026 à 17:10
"Die Tusk-Regierung bewegt sich mit solchen Abrechnungen am Rande des Autoritarismus. Das kann man nicht als Demokratie bezeichnen."